Graffiti verschönert Burgmauer am Schloss Landestrost in Neustadt

Kunst gegen Vandalismus

Graffiti verschönert Burgmauer des Schlosses Landestrost

Schloss, Wassermühle, Wappentier: Hannoveraner Künstler Jascha Müller verewigt Neustadts Gesicht.

07.10.2026 – an der historischen Burgmauer des Schlosses Landestrost trifft Gelb auf Grün, der Amtsgarten auf den Wölper Löwen: Der Hannoveraner Künstler Jascha Müller hat die Markenzeichen der Stadt Neustadt a. Rbge. in ein Kunstwerk gegossen und als Graffiti an die Burgmauer gesprüht. Es zeigt das Schloss, den Amtsgarten, die Wassermühle des Ortes sowie den Wölper Löwen, das Wappentier der Stadt Neustadt a. Rbge. Die Idee dahinter: Durch die künstlerische Aufwertung soll Vandalismus an der Wand vorgebeugt werden – denn wo Schönes zu sehen ist, bleibt Schmiererei oft aus.

Finanziert wird das Projekt von der Stiftung Kulturregion Hannover, Eigentümerin des Schlosses. Stefan Becker, Geschäftsführer der Stiftung, betont: „Kunst im öffentlichen Raum schafft Identifikation und bereichert das Stadtbild. Mit diesem Graffiti verbinden wir moderne Ästhetik mit der historischen Bedeutung des Ortes – und setzen gleichzeitig ein Zeichen gegen Zerstörung.“

Der Fachdienst Kultur der Region Hannover, der das Schloss mit seinen Kulturveranstaltungen bewohnt, unterstützt das Vorhaben. Stefani Schulz, Leiterin des Fachdienstes, erklärt: „Der Amtsgarten und das Schloss sind wichtige kulturelle Ankerpunkte für die Einwohner*innen Neustadts. Das Graffiti wird den Garten weiter aufwerten und ein neues, anziehendes Ziel für Spaziergänger*innen und Kunstinteressierte schaffen.“

Ein Ort mit mystischer Vergangenheit?

Besonders spannend ist der Standort des Graffitis: Es entsteht an einer Stelle der Burgmauer, um die sich eine alte Sage rankt. Der Legende nach soll hier einst ein Kind lebendig eingemauert worden sein, als die Festungsmauer beim Bau im sumpfigen Gelände immer wieder einbrach. Ein Relief einer Frauengestalt oder Madonna mit Kind in der Mauer nährte diesen Aberglauben. Bei Sanierungsarbeiten im Jahr 2013 entdeckte man an dieser Stelle die Reste einer Wendeltreppe aus dem 16. Jahrhundert. Der Turmstumpf wurde mit einem Dach gesichert und für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Das vermeintliche Marien-Relief entpuppte sich beim Herauslösen als Torso einer Skulptur, die heute in ihrer ganzen Pracht zu bewundern ist.

Künstlerische Vision für Neustadt

Jascha Müller, der das Graffiti gemeinsam mit Lina Wattenberg und Michael Schumacher realisiert hat, sagt: „Es ist eine besondere Ehre, an einem so historischen Ort arbeiten zu dürfen. Insbesondere mit der sagenumwobenen Geschichte von dem eingemauerten Kind, das ich versucht habe, mit ins Bild zu integrieren. Mir war wichtig, dass das Bild sich ins Gesamtensemble hier mit der historischen Mauer einfügt und sich die vorhandenen Farben wiederfinden.“

Das Graffiti ist bereits fertig gestellt: Interessierte sind herzlich eingeladen, den neuen Blickfang am Schloss Landestrost zu besichtigen.

Nach oben