Region Hannover priorisiert Schul- und Hochbaumaßnahmen - Hannover.de

Bauvorhaben

Region Hannover priorisiert Schul- und Hochbaumaßnahmen

Mehr Effizienz und Planungssicherheit / Gifhorn: „78 Großbauvorhaben erstmals nach einheitlichen Kriterien bewertet“ 

04.06.2026 - Die Region Hannover hat heute den aktuellen Stand der Arbeiten an einer Gesamtpriorisierung aller Hochbaumaßnahmen veröffentlicht. Der Prozess zielt darauf ab, die dringendsten Bauvorhaben – insbesondere im Schulbereich – transparent, nachvollziehbar und ressourcengerecht zu steuern. Bis Jahresende soll eine abschließende Priorisierungsliste vorgelegt werden, die als Grundlage für die Haushaltsberatungen 2027 dient.
 

„Wir müssen Prioritäten setzen, um mit den vorhandenen Mitteln die größten Effekte zu erzielen“, sagt Isabella Gifhorn, Dezernentin für Bildung, Kultur und Baumanagement der Region Hannover. Seit ihrem Start Anfang des Jahres bei der Region Hannover hat die Architektin die Erstellung einer Gesamtpriorisierung mit Hochdruck vorangetrieben. „Die Priorisierungsliste schafft Klarheit: Sie zeigt auf, welche Projekte wir mit den aktuellen Kapazitäten realistisch umsetzen können – und wo wir an Grenzen stoßen. Das ist keine einfache, aber eine notwendige Entscheidung, um langfristig handlungsfähig zu bleiben.“
 

Wo liegen die Herausforderungen?


Die Priorisierung umfasst 78 Großbaumaßnahmen, darunter 43 laufende und 35 geplante Projekte. Schulbau macht den Großteil der Maßnahmen aus. Aufgrund gesetzlicher Vorgaben, wie beispielsweise der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung, Inklusion oder Barrierefreiheit, sieht sich die Region Hannover mit einer historisch hohen Nachfrage nach Sanierungs-, Neubau- und Unterhaltungsmaßnahmen konfrontiert. Aber auch technische Mängel, moderne pädagogische Anforderungen an die Lernumgebungen, Digitalisierung und nicht zuletzt die demografische Entwicklung mit derzeit noch steigenden Schüler*innenzahlen machen akutes Handeln seitens der Schulträgerin nötig.
 

Die Analyse zeigt: Mit den derzeit verfügbaren 11,9 Vollzeitstellen im Baumanagement können nicht alle 78 Maßnahmen gleichzeitig bearbeitet werden. Die Priorisierungsliste macht erstmals transparent, wo die Kapazitätsgrenze liegt und welche Projekte deshalb zurückgestellt werden müssen.
 

Warum ist es sinnvoll, Baumaßnahmen zu priorisieren?


Die Gesamtpriorisierung verfolgt fünf zentrale Ziele: 

  1. Transparenz: Für alle Beteiligten ist ersichtlich, welche Maßnahmen mit den vorhandenen Kapazitäten umsetzbar sind. 
  2. Verlässlichkeit: Investitionsmittel fließen vorrangig in Projekte mit belastbarer Planungsreife.
  3. Politische Steuerung: Eine gemeinsame Sachbasis für Regionsversammlung, Verwaltung sowie Schulleitungen, Schüler*innen, Eltern und Lehrkräfte.
  4. Qualitätssicherung: Projekte werden erst aktiviert, wenn fachliche, organisatorische und wirtschaftliche Grundlagen geklärt sind. Projekte mit unzureichend abgestimmter Bedarfsplanung werden künftig zurückgestellt, bis die Voraussetzungen vorliegen. Das reduziert Planungsabbrüche und Kostensteigerungen.
  5. Flexibilität: Anpassung an neue Rahmenbedingungen (z. B. Förderprogramme, Schadensereignisse).
     

Nach welchen Kriterien wird priorisiert? 


Die Maßnahmen werden nach fünf gleichwertigen Kriterien bewertet: Zentral sind dabei der bauliche Zustand und mögliche Risiken – etwa Sicherheitsmängel oder akute Betriebsgefährdungen. Daneben fließt der Planungsstand ein, der Aufschluss über die Baureife und den Fortschritt der Projektphasen gibt. Ein weiteres Kriterium ist die Qualität der Bedarfsplanung, die die Abstimmung mit Nutzer*innen sowie die Ausrichtung an pädagogischen Konzepten berücksichtigt. Zudem werden der fachliche Bedarf – also Kapazitätsanforderungen und organisatorische Notwendigkeiten – sowie rechtliche Erfordernisse wie gesetzliche Vorgaben in die Bewertung einbezogen.
 

Wie geht es weiter?


Die vorgelegte Drucksache dokumentiert den Sachstand vor der Sommerpause. Bis Jahresende soll eine Beschlussvorlage erarbeitet werden, die eine vollständige Priorisierungsliste aller Hochbaumaßnahmen, einen Kapazitätsabgleich sowie Handlungsempfehlungen für die politische Entscheidung enthält. „Ohne zusätzliche Ressourcen oder eine klare Priorisierung drohen weitere Verzögerungen, Kostensteigerungen und sogar Sicherheitsrisiken“, so Gifhorn. Ihr Fazit: „Diese Priorisierung ist kein Selbstzweck, sondern ein notwendiger Schritt, um die Handlungsfähigkeit der Region Hannover im Bildungs- und Infrastrukturbereich zu sichern. Wir müssen heute entscheiden, was morgen gebraucht wird – und das mit Augenmaß für die begrenzten Mittel.“
 

 

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