Vom Versuch zum Erfolgsprojekt
Zehn Jahre Heckrinder im Toten Moor
Rund 45 Heckrinder pflegen 100 Hektar Naturschutzgebiet. Unterstützt werden sie dabei von Konik-Pferden, die beim Offenhalten der Flächen helfen.
(v. l.): Jörg Schneider, Projektverantwortlicher bei der Region Hannover, Ruth-Marie Stecker, Serengeti-Park Stiftung, Mark Herrmann, Leiter Fachbereich Umwelt der Region Hannover und Landwirt Stephan Ruhnow-Thieße
27.10.2026 - Vor zehn Jahren begann es mit einer kleinen Herde auf ersten Flächen am Nordrand des Toten Moores. Heute pflegen rund 45 ausgewachsene Heckrinder und Kälber etwa 100 Hektar des Naturschutzgebiets. Mit sichtbaren Erfolgen: Die ganzjährige Beweidung hält die Landschaft offen, drängt die invasive Späte Traubenkirsche zurück und schafft vielfältige Lebensräume für Pflanzen und Tiere. Das Gemeinschaftsprojekt der Region Hannover, der Serengeti-Park Stiftung und des Schneerener Landwirts Stephan Ruhnow-Thieße soll deshalb fortgeführt werden.
„Aus einem Versuch ist in zehn Jahren ein erfolgreiches Naturschutzprojekt geworden. Die Heckrinder übernehmen hier Landschaftspflege auf ganz natürliche Weise und schaffen gleichzeitig Lebensräume für zahlreiche Arten. Das Beispiel zeigt, was möglich ist, wenn Naturschutz, Landwirtschaft und engagierte Partner langfristig zusammenarbeiten“, sagt Mark Herrmann, Leiter des Fachbereichs Umwelt der Region Hannover.
Heckrinder
Wie hat sich das Projekt in zehn Jahren entwickelt?
Die Projektidee entstand 2015. Im Juni 2016 zogen zunächst drei Kühe und zwei Kälber auf die Flächen am Nordrand des Toten Moores. Eine ist immer noch dabei: Delia, mit inzwischen 19 Jahren die Seniorin der Herde. Mit ihrer ruhigen Art gibt sie innerhalb der Herde Orientierung. Kurz darauf kam Bulle Ludger hinzu.
Zunächst sollte im kleinen Maßstab erprobt werden, ob die robusten Tiere die Grünlandflächen offenhalten und zugleich die Späte Traubenkirsche zurückdrängen können. Die positiven Erfahrungen führten dazu, dass nach und nach weitere Flächen in das Projekt aufgenommen wurden.
„Wir haben bewusst klein angefangen und zunächst geschaut, wie sich die Beweidung auf die Flächen auswirkt. Die Erfahrungen waren so positiv, dass wir das Projekt Schritt für Schritt erweitern konnten. Aus der kleinen Anfangsherde ist inzwischen eine große Herde geworden, die auf rund 100 Hektar für den Naturschutz arbeitet“, sagt Jörg Schneider, Projektverantwortlicher in der Unteren Naturschutzbehörde der Region Hannover.
Wie geht es mit dem Projekt weiter?
Die Beweidung im Toten Moor soll fortgesetzt und nach Möglichkeit auf weitere geeignete Flächen ausgeweitet werden, um die Strukturvielfalt der Landschaft weiter zu fördern. Gleichzeitig wird die Herde weiterentwickelt. Um Inzucht zu vermeiden, wird der Deckbulle regelmäßig ausgetauscht.
Ergänzt wird die Beweidung künftig durch Konik-Pferde aus einem Naturschutzprojekt in Nordrhein-Westfalen. Die robuste, halbwilde Pferderasse verbeißt insbesondere nachwachsende Birken gezielter als Heckrinder. Zwei Stuten und ihre Fohlen können dadurch zusätzlich dazu beitragen, die Projektflächen offen zu halten.
Was hat sich durch die Beweidung auf den Flächen verändert?
Eins der wichtigsten Ziele war von Beginn an, die Späte Traubenkirsche zurückzudrängen. Die aus Nordamerika stammende invasive Pflanzenart kann dichte Bestände bilden und dadurch heimische Arten verdrängen. Eine Bekämpfung von Hand ist auf großen Flächen arbeits- und kostenintensiv.
Die Heckrinder fressen die Späte Traubenkirsche gezielt. Auf den beweideten Projektflächen ist sie inzwischen so weit zurückgedrängt, dass sie dort kein relevantes Problem mehr darstellt. Gleichzeitig halten die Tiere die Landschaft offen und sorgen für strukturreiche Flächen. Offene Bodenstellen und der Dung der Tiere schaffen Lebensräume und Nahrungsangebote für zahlreiche Arten.
Davon profitieren unter anderem lichtbedürftige Pflanzen und Insekten wie Feldgrillen, Heuschrecken und Mistkäfer. Auch Fledermäuse, Neuntöter und Wiedehopf kommen auf den beweideten Flächen vermehrt vor. Die extensive Beweidung trägt damit zu einer abwechslungsreichen und kleinräumigen Offenlandschaft bei.
Die Entwicklung der Flächen wird regelmäßig fachlich begleitet. Ein Biologe beobachtet die Pflanzenbestände und die Entwicklung der Vegetation. Auf dieser Grundlage wird die Beweidungsstärke angepasst.
Wer steckt hinter dem Heckrindprojekt?
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Region Hannover stellt die Flächen bereit und finanziert notwendige Infrastruktur wie Zäune und Geräte. Die Serengeti-Park Stiftung hat die ersten Rinder in das Projekt eingebracht und übernimmt die laufenden Betreuungskosten. Die praktische Pflege der Herde liegt seit Beginn beim Schneerener Landwirt Stephan Ruhnow-Thieße. Er kümmert sich um die Tiere, kontrolliert und unterhält die kilometerlangen Zäune. Da die Beweidungsflächen teilweise auch Wald umfassen, ist außerdem die Waldbehörde eingebunden. Für die Beweidung dieser Flächen wurde eine naturschutzfachlich begründete Ausnahme ermöglicht.
„Naturnahe Beweidung ist für uns praktischer Naturschutz: Die Heckrinder halten Offenlandbiotope vielfältig, drängen invasive Pflanzen zurück und schaffen Lebensräume für zahlreiche Arten. Dass aus unserer Heckrinderzucht gemeinsam mit der Region Hannover ein Projekt entstanden ist, das seit zehn Jahren wächst und wirkt, entspricht genau unserem Ziel, regionale Naturschutzprojekte langfristig aufzubauen und die Biodiversität zu erhalten“, sagt Ruth-Marie Stecker von der Serengeti-Park Stiftung.
Warum eignen sich Heckrinder so gut als Landschaftspfleger?
Heckrinder sind eine Abbildzüchtung des 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Sie sind robust und genügsam und können ganzjährig im Freien gehalten werden. Die Tiere fressen nicht nur Gras, sondern auch Gehölze wie die Späte Traubenkirsche und übernehmen damit Aufgaben, die sonst mit Maschinen oder in aufwendiger Handarbeit erledigt werden müssten. Durch die Beweidung bleiben die Flächen offen und entwickeln unterschiedliche Strukturen, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren.
„Wenn man eine Herde über viele Jahre betreut, entwickelt man ein Gefühl für die Tiere und dafür, was sie auf den Flächen leisten. Heckrinder sind robuste Nutztiere, die hier ganzjährig Landschaftspflege übernehmen. Gleichzeitig gehört auch die landwirtschaftliche Nutzung dazu: Das Fleisch der Tiere ist bei uns im Hofladen erhältlich. Diese Verbindung aus Naturschutz und nachhaltiger landwirtschaftlicher Nutzung macht das Projekt für mich besonders“, sagt Stephan Ruhnow-Thieße, Betreuer der Heckrinderherde.
Koniks
Wie geht es mit dem Projekt weiter?
Die Beweidung im Toten Moor soll fortgesetzt und nach Möglichkeit auf weitere geeignete Flächen ausgeweitet werden, um die Strukturvielfalt der Landschaft weiter zu fördern. Gleichzeitig wird die Herde weiterentwickelt. Um Inzucht zu vermeiden, wird der Deckbulle regelmäßig ausgetauscht.
Ergänzt wird die Beweidung künftig durch Konik-Pferde aus einem Naturschutzprojekt in Nordrhein-Westfalen. Die robuste, halbwilde Pferderasse verbeißt insbesondere nachwachsende Birken gezielter als Heckrinder. Zwei Stuten und ihre Fohlen können dadurch zusätzlich dazu beitragen, die Projektflächen offen zu halten.
Was hat sich durch die Beweidung auf den Flächen verändert?
Eins der wichtigsten Ziele war von Beginn an, die Späte Traubenkirsche zurückzudrängen. Die aus Nordamerika stammende invasive Pflanzenart kann dichte Bestände bilden und dadurch heimische Arten verdrängen. Eine Bekämpfung von Hand ist auf großen Flächen arbeits- und kostenintensiv.
Die Heckrinder fressen die Späte Traubenkirsche gezielt. Auf den beweideten Projektflächen ist sie inzwischen so weit zurückgedrängt, dass sie dort kein relevantes Problem mehr darstellt. Gleichzeitig halten die Tiere die Landschaft offen und sorgen für strukturreiche Flächen. Offene Bodenstellen und der Dung der Tiere schaffen Lebensräume und Nahrungsangebote für zahlreiche Arten.
Davon profitieren unter anderem lichtbedürftige Pflanzen und Insekten wie Feldgrillen, Heuschrecken und Mistkäfer. Auch Fledermäuse, Neuntöter und Wiedehopf kommen auf den beweideten Flächen vermehrt vor. Die extensive Beweidung trägt damit zu einer abwechslungsreichen und kleinräumigen Offenlandschaft bei.
Die Entwicklung der Flächen wird regelmäßig fachlich begleitet. Ein Biologe beobachtet die Pflanzenbestände und die Entwicklung der Vegetation. Auf dieser Grundlage wird die Beweidungsstärke angepasst.
Wer steckt hinter dem Heckrindprojekt?
Das Projekt ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Die Region Hannover stellt die Flächen bereit und finanziert notwendige Infrastruktur wie Zäune und Geräte. Die Serengeti-Park Stiftung hat die ersten Rinder in das Projekt eingebracht und übernimmt die laufenden Betreuungskosten. Die praktische Pflege der Herde liegt seit Beginn beim Schneerener Landwirt Stephan Ruhnow-Thieße. Er kümmert sich um die Tiere, kontrolliert und unterhält die kilometerlangen Zäune. Da die Beweidungsflächen teilweise auch Wald umfassen, ist außerdem die Waldbehörde eingebunden. Für die Beweidung dieser Flächen wurde eine naturschutzfachlich begründete Ausnahme ermöglicht.
„Naturnahe Beweidung ist für uns praktischer Naturschutz: Die Heckrinder halten Offenlandbiotope vielfältig, drängen invasive Pflanzen zurück und schaffen Lebensräume für zahlreiche Arten. Dass aus unserer Heckrinderzucht gemeinsam mit der Region Hannover ein Projekt entstanden ist, das seit zehn Jahren wächst und wirkt, entspricht genau unserem Ziel, regionale Naturschutzprojekte langfristig aufzubauen und die Biodiversität zu erhalten“, sagt Ruth-Marie Stecker von der Serengeti-Park Stiftung.
Warum eignen sich Heckrinder so gut als Landschaftspfleger?
Heckrinder sind eine Abbildzüchtung des 1627 ausgestorbenen Auerochsen. Sie sind robust und genügsam und können ganzjährig im Freien gehalten werden. Die Tiere fressen nicht nur Gras, sondern auch Gehölze wie die Späte Traubenkirsche und übernehmen damit Aufgaben, die sonst mit Maschinen oder in aufwendiger Handarbeit erledigt werden müssten. Durch die Beweidung bleiben die Flächen offen und entwickeln unterschiedliche Strukturen, von denen zahlreiche Tier- und Pflanzenarten profitieren.
„Wenn man eine Herde über viele Jahre betreut, entwickelt man ein Gefühl für die Tiere und dafür, was sie auf den Flächen leisten. Heckrinder sind robuste Nutztiere, die hier ganzjährig Landschaftspflege übernehmen. Gleichzeitig gehört auch die landwirtschaftliche Nutzung dazu: Das Fleisch der Tiere ist bei uns im Hofladen erhältlich. Diese Verbindung aus Naturschutz und nachhaltiger landwirtschaftlicher Nutzung macht das Projekt für mich besonders“, sagt Stephan Ruhnow-Thieße, Betreuer der Heckrinderherde.
Deutsch
English
中文
Danish
Eesti
Español
Suomi
Français
Italiano
日本語
한국
Nederlands
Norge
Polski
Portugues
Русский
Svenska
Türkçe
العربية
Română
български