Folge 8 – ADHS als Eltern: Warum es anders ist und wie es klappt
ADHS wird heute öfter erkannt als früher und ist heute überall ein Thema. Viele Betroffene kennen die Herausforderungen: Es fällt schwerer, den Fokus zu halten, viele Dinge gleichzeitig im Blick zu behalten oder Stress gelassen zu meistern. Und dann kommt ein Baby und plötzlich gibt es noch mehr Aufgaben, weniger Schlaf und kaum noch Routine. Die Zeit rund um Schwangerschaft, Geburt und Elternwerden bringt riesige Veränderungen mit sich. Warum das besonders anstrengend ist und was du dann tun kannst, erfährst du in dieser Folge.
Das Gute, du bist nicht allein! Viele Eltern mit ADHS erleben ähnliche Dinge. Es ist okay, wenn nicht alles perfekt läuft. Wichtig ist, dass du verstehst: Du machst nichts falsch. Es kann schon entlasten, einfach zu sagen: So ist es gerade und das ist okay. Eine gute Vorbereitung und Planung der ersten Zeit mit dem Baby ist wichtig.
Was kann noch helfen?
- Struktur im Alltag: Feste Abläufe geben Halt und machen den Tag planbarer.
- Unterstützung suchen: Ein unterstützendes Umfeld (Partner*in, Familie, Freunde) ist jetzt besonders wichtig.
- Hilfe annehmen: Ob Haushaltshilfe, Kinderbetreuung oder einfach jemand, der zuhört – Entlastung tut gut. Die Frühen Hilfen sind für euch da!
- Feinfühligkeit üben: Wenn du gestresst bist, fällt es schwerer, auf die Bedürfnisse deines Kindes einzugehen. Das ist normal und keine Schuld! Kleine Pausen und Unterstützung können hier viel bewirken.
Mit guter Vorbereitung, mehr Verständnis für dich selbst und den richtigen Hilfen kann diese aufregende Zeit leichter werden.
Wohin bei Verdacht auf ADHS oder bei Herausforderungen in der ersten Zeit mit dem Kind:
- Ihre Hausärzt*in
- Fachärzt*innen für Psychiatrie oder Neurologie
- Psychotherapeutische Praxen
- Beratungsstellen für Familien
- Angebote der Frühen Hilfen
- Sozialpsychiatrische Dienste
Auch Hebammen oder Kinderärzt*innen können erste Ansprechpartner*innen sein und bei der Suche nach Unterstützung helfen.
Sie müssen nicht alles allein schaffen. Unterstützung anzunehmen ist kein Zeichen von Schwäche, sondern kann Familien stärken und entlasten.
Kontakt:
Anlaufstellen, die dir in solchen Situationen weiterhelfen, findest du hier:
Psychische-Krisen
Der Sozialpsychiatrische Dienst für Erwachsene: Sozialpsychiatrischer-Dienst-der-Region-Hannover
Wenn du eine ganz akute Krise hast und dies außerhalb der Telefonsprechzeiten des Sozialpsychiatrischen Dienstes sein sollte, dann melde dich hier:
- Ruf 112 an oder ruf 110 an
- Wenn du sofort persönliche Hilfe brauchst und ggf. auch stationär psychiatrisch aufgenommen werden musst, kannst du jederzeit in die Notaufnahme eines Krankenhauses mit psychiatrischer Abteilung und Ambulanz gehen.
- Die für dich zuständige Klinik in der Region Hannover findest du unter:
Beratungsstellen und Kliniken für psychiatrisch Erkrankte in der Region Hannover - Der ärztliche Notdienst behandelt Patient*innen, wenn eine Erkrankung so dringend erscheint, dass nicht bis zur nächsten Sprechstunde der ärztlichen Praxen gewartet werden kann, aber keine akute Gefahr besteht, die einen Rettungsdienst notwendig machen würde. Diesen erreichst du unter der Tel.-Nr. 116 117
- An Wochenenden (einschließlich Freitagnachmittag) und an Feiertagen gibt es den Psychosozialen/ Psychiatrischen Krisendienst (PPKD) unter 0511 / 30 03 34 70
In dieser Folge sprechen wir über ADHS in der Schwangerschaft und im Alltag mit Baby oder Kind. Zu Gast ist dafür im Chancenreich Dr. Hintzen, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie am KRH Psychiatrie Langenhagen.
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