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Jahresüberblick

2019 im Museum August Kestner

Im Rahmen einer Pressekonferenz gaben Prof. Dr. Thomas Schwark (Leiter der Museen für Kulturgeschichte), Pia Drake (stellvertretende Direktorin des Museums August Kestner) und ihr Team am 16. Januar einen Ausblick auf die Ausstellungen und Veranstaltungen im Museum August Kestner. 

Drei Männer und drei Frauen in einem Museum. © LHH

Stellten das Programm es Museums August Kestner für 2019 vor: Dr. Christian E. Loeben (Ägyptologe), Hubertus Adam (Ausstellungsmacher), Pia Drake (stellvertretende Direktorin des Museum August Kestner), Dr. Simone Vogt, Prof. Dr. Thomas Schwark (Leiter der Museen für Kulturgeschichte) und Dr. Anne-Viola Siebert (Archäologin). 

Neben einer Designpräsentation im ersten Obergeschoss des Museums nimmt das Museum August Kestner drei Ausstellungen, die bereits im vergangenen Jahr begonnen haben,  mit ins Jahr 2019.     

Prachtstücke. Kunst und Kultur der Barockzeit

Bis 7. April 2019 | Sonderausstellung
Die künstlerische Epoche des Barock prägte Europa von um 1600 bis gegen 1750. Ihr Formgefühl findet sich nicht nur in der Architektur, der Malerei oder der Skulptur, sondern auch in Werken der angewandten Kunst. Das Museum August Kestner besitzt neben Medaillen, Waffen, Fayencen, feiner Spitze und Gewebe auch kostbaren Schmuck und Goldschmiedearbeiten, die von der Prachtentfaltung an den Höfen und in den Städten zeugen. Die Zeit des Barock war von Gegensätzen geprägt: Die höfische Pracht des Landesherrn erreichte ein kaum gekanntes Ausmaß. Das Schloss als Gesamtkunstwerk war ein Abbild seiner Herrschaft. Klöster und Kirchen wurden im Zuge der Gegenreformation als Sinnbilder des Glaubens errichtet. Daneben umspannte der Handel den Globus und veränderte die Sicht auf die Welt und den Menschen. Exotische Motive wurden begeistert von den Kaufleuten und Bürgern der Städte aufgenommen und in den Werkstätten und Manufakturen verarbeitet. Auf der anderen Seite bestimmte der Konflikt innerhalb des europäischen Christentums die Epoche. Der Dreißigjährige Krieg (1618-1648) verwüstete als großer europäischer Glaubenskrieg weite Teile Deutschlands. In der Ausstellung treffen die Besucherinnen und Besucher auf Pretiosen der reichhaltigen Barocksammlung, darunter auch bislang kaum gezeigte Stücke. In ausgewählten Themenbereichen wird das barocke Lebensgefühl und die Kultur der Zeit dargestellt.

Von Krösus bis Karl – Weltgeschichte in Münzen

Bis 28. April 2019 | Sonderausstellung
Die 100.000 Objekte umfassende Münzen- und Medaillensammlung des Museum August Kestner ist ein kaum zu überblickender Schatz an Weltgeschichte(n). Allein eine historische Münze kann im Kleinformat umfassend Auskunft geben über ihre Entstehungszeit. Genau das ist das Ziel der seit April 2015 laufenden Präsentationsreihe "Die Jahrhundertmünze". Sie konzentriert sich – alle drei Monate wechselnd – immer auf eine Münze und beleuchtet ihren historischen Hintergrund. Zusätzlich zur Präsentation erscheint im Numismatischen Nachrichtenblatt vierteljährlich deutschlandweit ein Artikel über die Jahrhundertmünze. Nach vierzehn Jahrhunderten Münzgeschichte ist das Museum mittlerweile im 8. Jahrhundert nach Chr. und bei Karl dem Großen angekommen. Somit hat es die erste Hälfte der Münzgeschichte seit dem 6. Jh. v. Chr. bis in die heutige Zeit durchlaufen. Das ist der Anlass, alle bisherigen Jahrhundertmünzen ab 18. Juli 2018 erneut zu zeigen und so Weltgeschichte(n) anhand von Münzen zu erzählen.

Spuren der NS-Verfolgung

Bis 16. Juni 2019 | Sonderausstellung
Die Sonderausstellung widmet sich Besitztümern von Opfern des NS-Regimes und erzählt zugleich deren Lebens- und Verfolgungsgeschichte. Das Kestner-Museum erwarb während der NS-Zeit Kunstgegenstände, die zuvor Verfolgten entzogen wurden. Der Rokoko-Schrank der Hannoveraner Fabrikantentochter Klara Berliner und die Goldmünzen des Arztes aus Großburgwedel Dr. med. Albert David gehören zu diesen Erwerbungen. Sie bilden die beiden Schwerpunkte der Ausstellung. Weiterhin befinden sich in der Stadtbibliothek und im Stadtarchiv der Landeshauptstadt Hannover Bücher, die 1933 bis 1945 aus dem Besitz von Verfolgten beschlagnahmt wurden. Die Schicksale auch dieser Personen und ihrer Bücher werden in den Blick genommen. Anlass der Ausstellung ist der zwanzigste Jahrestag der "Washingtoner Erklärung" vom Dezember 1998. Darin verpflichtete sich die Bundesrepublik Deutschland dazu, während der NS-Herrschaft beschlagnahmte Kulturgüter zu identifizieren, deren Vorkriegseigentümer und Erben ausfindig zu machen und mit ihnen "eine gerechte und faire Lösung zu finden". Seit 2008 erforscht die Landeshauptstadt Hannover in diesem Sinne systematisch die Provenienzen (Herkünfte) des städtischen Kulturgutes. In der Ausstellung werden erstmals die bisherigen Ergebnisse und aktuellen Probleme der Provenienzforschung im Museum August Kestner, im Historischen Museum am Hohen Ufer, im Stadtarchiv und in der Stadtbibliothek der Öffentlichkeit präsentiert. Den Besuchern werden die komplizierten Wege geschildert, auf denen die Objekte in den Besitz der Landeshauptstadt Hannover gelangten. Außerdem werden die schwierigen Bemühungen der Provenienzforschung verdeutlicht, berechtigte und ungerechtfertigte Erbansprüche voneinander zu unterscheiden und die heute in aller Welt verstreuten Erben dieser Verfolgten des NS-Regimes ausfindig zu machen. Ein reichhaltiges Begleitprogramm ermöglicht die Vertiefung der Ausstellungsthemen im Rahmen von Vorträgen und Führungen.

Ausdruckstanz und Bauhausbühne

23.05.2019 - 29.09.2019 | Sonderausstellung

Die Ausstellung ist der Beitrag des Museum August Kestner zum 100-jährigen Jubiläum des Bauhauses. Im Zentrum der Betrachtung werden die an dieser Schule entwickelten, noch heute erstaunlich modern wirkenden Tänze stehen. Sie unterschieden sich radikal von anderen Tanzstilen der Zeit. Doch sie waren nicht ohne Voraussetzung: Erstmals wird mit der Ausstellung und der sie begleitenden Publikation das Verhältnis zwischen dem Ausdruckstanz, welcher sich im Rahmen der Reformbewegungen nach 1900 entwickelte, und den Bauhaustänzen ausgelotet. Dass sich Bauhausmeister für neue Tanzstile interessierten und mit eigenen Arbeiten darauf reagierten, ist ebenso zu belegen wie das Interesse namhafter Ausdruckstänzerinnen für das Bauhaus. Und trotz vieler offensichtlicher Unterschiede lassen sich gedankliche Verbindungslinien zwischen den Intentionen des Bauhauses und anderen modernen Tanzgestaltungen der Zwanzigerjahre aufzeigen. Zudem wurzelten alle diese avantgardistischen Bestrebungen in dem Bedürfnis, für die neue Zeit gemäße Bewegungsformen im Tanz zu entwickeln.

Museum August Kestner und Schule 

Produktdesign im Museum August Kestner | Zur Vorbereitung auf das Abitur 2019 – Kunst
Seit November 2018 zeigt das Museum August Kestner eine Auswahl seiner reichen Designsammlung. Besondere Exponate aus den Produktlinien: Sitzmöbel, Leuchten, Bestecke, Service erläutern die Entwicklung des Produktdesigns. Vom Jugendstil über den Werkbund, das Bauhaus und die Ulmer-Schule bis zum Design der Siebzigerjahre und der Postmoderne erleben die Schülerinnen und Schüler einen chronologischen Überblick über wichtige Designströmungen des 20. Jahrhunderts. Die Einflüsse gesellschaftlicher, künstlerischer und technischer Veränderungen auf Design werden thematisiert. Zudem werden an Alltagsprodukten Designkriterien erläutert. Bei der Selbsterprobung können designrelevante Fragen erforscht werden. Ein Tassentest und die Analyse einer Wasserflasche geben dabei ebenso Aufschluss, wie die Begutachtung von Bestecken oder die Erprobung diverser Stühle (Sitzproben). Arbeitsblätter und ein Erprobungstisch stehen zur Verfügung.

Auszeichnung für "O Isis und Osiris"

Die 2017/18 im Museum August Kestner gezeigte, von Sebastian Moock unter der Mitwirkung von Jan Linhart (Wandbilder) gestaltete Ausstellung "O Isis und Osiris – Ägyptens Mysterien und die Freimaurerei" wurde von der internationalen Experten-Jury des GERMAN DESIGN AWARD 2019 mit einem "Special Mention"-Preis in der Kategorie "Fair and Exhibition" (Messe und Ausstellung) ausgezeichnet. Die Begründung der Jury im Wortlaut: "Wie die Ausstellung visuell und inhaltlich die Zusammenhänge zwischen den drei Ausstellungsbereichen verständlich und nachvollziehbar macht, fasziniert." Mit dem Prädikat "Special Mention" werden Arbeiten gewürdigt, deren Design besonders gelungene Teilaspekte oder Lösungen aufweist – eine Auszeichnung, die das Engagement von Unternehmen und Designern honoriert. Der GERMAN DESIGN AWARD ist der internationale Premiumpreis des Rat für Formgebung. Sein Ziel: einzigartige Gestaltungstrends zu entdecken, zu präsentieren und auszuzeichnen. Jährlich werden daher hochkarätige Einreichungen aus dem Produkt- und Kommunikationsdesign prämiert, die alle auf ihre Art wegweisend in der internationalen Designlandschaft sind. Der 2012 initiierte German Design Award zählt zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit und genießt weit über die Fachkreise hinaus hohes Ansehen. Diese besondere Auszeichnung feiert das Museum August Kestner am 10. Februar. 

Museum ab Oktober für drei Monate geschlossen 

Aufgrund von baulichen Veränderungen bleibt das Museum ab 1. Oktober 2019 für circa drei Monaten geschlossen. 

Eingangsfassade: Museum August Kestner © MAK