Ab Oktober: Ein­schrän­kun­gen im Fern­ver­kehr zwi­schen Lehr­te und Ber­lin

Sanierung

Ab Oktober: Ein­schrän­kun­gen im Fern­ver­kehr zwi­schen Lehr­te und Ber­lin

Aufgrund einer Korridorsanierung zwischen Lehrte und Berlin fahren Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Hannover eine Umleitung und brauchen zwischen Oktober und Dezember rund eine Stunde länger.

ICE

Mit der Sanierung des Korridors Lehrte – Berlin startet die DB InfraGO am 2. Oktober 2026 die achte Korridorsanierung im deutschen Streckennetz. Nach dem Korridor Hamburg – Berlin ist die Strecke mit 221 Kilometern die zweitlängste Achse, auf der die Infrastruktur gebündelt und gewerkeübergreifend erneuert wird. Der Abschnitt gehört zur wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen. Täglich fahren hier mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs und etwa 90 Güterzüge. Mit Blick auf die Bedeutung der Strecke Lehrte – Berlin hat die DB InfraGO gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den für den Nahverkehr zuständigen Aufgabenträgern das Konzept der Korridorsanierung weiterentwickelt, um die notwendigen Einschränkungen auf ein für alle Verkehrsarten verträgliches Maß zu begrenzen.

Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte, DB InfraGO: „Das Konzept der Sanierung aller Anlagen entlang eines Korridors bewährt sich. Im Fall von Lehrte – Berlin elektrifizieren wir die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn abschnittsweise in einem der größten laufenden Elektrifizierungsprojekte Deutschlands. So können Züge während der Sanierung der Schnellfahrstrecke dort entlangfahren. Anders als bei Hamburg – Berlin können wir daher einzelne Abschnitte phasenweise für den Zugverkehr öffnen. Das ist eine gute Lösung für unsere Kundeninnen und Kunden."

Umfangreiches Baupensum

Während der Korridorsanierung erneuert die DB InfraGO bis Ende 2027 insgesamt mehr als 175 Weichen, 260 Kilometer Gleise sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände. Entlang der Strecke werden 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut. Auch Brücken, Durchlässe und Weichenheizanlagen werden ersetzt. Die Oberleitungsanlagen sowie die Leit- und Sicherungstechnik werden einer Instandhaltung unterzogen. Während der Sperrungen saniert die DB InfraGO zudem auf der Schnellfahrstrecke auch umfangreich Abschnitte der sogenannten festen Fahrbahn westlich und östlich von Stendal.

Umsetzung in mehreren Bauphasen

Für die umfangreichen Arbeiten an der Schnellfahrstrecke zwischen Lehrte und Berlin – Spandau sind abschnittsweise Sperrungen erforderlich. Zu Beginn ist von Oktober bis Dezember 2026 der östliche Abschnitt Fallersleben – Berlin – Spandau gesperrt (Bauphase A). Anschließend ist in diesem Abschnitt im Zeitraum von Dezember 2026 bis Oktober 2027 eine abschnittsweise eingleisige Befahrung über die parallele Lehrter Stammbahn möglich (Bauphase B).

Im westlichen Abschnitt Lehrte – Fallersleben ist von Februar bis Juli 2027 eine Totalsperrung erforderlich (Bauphase C), um in diesem Abschnitt die gewerkeübergreifenden, gebündelten Sanierungsarbeiten durchzuführen.

Die Korridorsanierung endet mit einer Totalsperrung im östlichen Abschnitt Fallersleben – Berlin – Spandau im Zeitraum Oktober bis Dezember 2027 (Bauphase D).

Umleitungen im Fernverkehr und Busse für entfallende Nahverkehrsverbindungen

Reisende erreichen trotz Sperrungen und Einschränkungen ihr Ziel durch umgeleitete Züge im Fernverkehr sowie leistungsfähige Alternativverbindungen und Ersatzverkehr mit Bussen im Regionalverkehr. Ab Ende Juni können Reisende die Fahrpläne für die erste Bauphase, die bis 12. Dezember 2026 andauert, in den digitalen Auskunftsmedien wie dem DB Navigator oder den Apps der Verkehrsverbünde abrufen.

Während der Sperrungen im östlichen Bauabschnitt zwischen Fallersleben und Berlin – Spandau von jeweils Oktober bis Dezember 2026 und 2027 (Bauphase A+D) fahren Fernzüge zwischen Hannover und Berlin eine Umleitung und halten abwechselnd in Braunschweig und Magdeburg. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich um 60 bis 80 Minuten. Die Züge zwischen Amsterdam und Berlin – vier Zugpaare pro Tag – werden über Hamburg umgeleitet, was zu einer etwa 70 Minuten längeren Fahrzeit führt. Zwischen Dezember 2026 und Oktober 2027 (Bauphase B+C) rollen die Fernzüge in Richtung Hannover über die reguläre Verbindung via Wolfsburg, in Richtung Berlin fahren sie weiterhin die Umleitung über Magdeburg.

Nahverkehrszüge werden, wo immer es möglich ist, bis dicht an den gesperrten Streckenabschnitt geführt, sodass den Fahrgästen möglichst die gewohnten Verbindungen auf der Schiene bestehen bleiben. Überall dort, wo kein Verkehr auf der Schiene gefahren werden kann, werden die Regionalzüge durch einen leistungsstarken Ersatzverkehr mit Bussen ersetzt. Die Busverkehre werden in der ersten Bauphase durch das Unternehmen go.on gefahren.

Sämtliche Busse sind neuwertig und barrierefrei, mit WLAN und USB-Steckdosen ausgestattet sowie einheitlich in der Farbe Verkehrspurpur gestaltet. Zudem verfügen die Busse über optische Haltestellenanzeigen im Innenraum sowie automatische, akustische Haltestellenansagen. Dieses Vorgehen hat sich bei der Korridorsanierung Hamburg – Berlin bewährt.

(Veröffentlicht am 18. Juni 2026)

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