Der Bau der neuen Südschnellwegbrücken über die Leine und die Leineflutmulde (Ricklinger Kiesteich) in Hannover geht voran. Der Zustand insbesondere der Bestandsbrücke über die Leine ist jedoch prekär und erfordert auch in ihren letzten Betriebsmonaten, sie weiter genau zu untersuchen. Die Landesbehörde führt daher am Dienstag, 30. Juni, eine Brückenprüfung durch. Der Südschnellweg muss hierfür gesperrt werden. Der Grund: Ein Spezialfahrzeug benötigt Platz auf der Fahrbahn.
Die Sperrung greift um 9 Uhr, also nach dem morgendlichen Berufsverkehr. Die Strecke wird voraussichtlich um 15 Uhr wieder freigegeben. Weder vom Landwehrkreisel, noch vom Kreuz Seelhorst aus kann auf die Strecke eingefahren werden. Wer von der Hildesheimer Straße aus in Richtung Kreuz Seelhorst fahren möchte, kann die Auffahrt jedoch nutzen.
Umleitungen sind in beide Richtungen ausgeschildert. Sie führen Fahrerinnen und Fahrer vom Landwehrkreisel über die B3 nach Pattensen, weiter über die B 443 nach Laatzen und dann über die B6/Messeschnellweg bis zum Seelhorster Kreuz - und umgekehrt.
Die Landesbehörde wird die Maßnahme schnellstmöglich durchführen und bittet um Verständnis für die Einschränkungen.
Zum Jahresanfang 2027 sollen die ersten Brückenhälften der Leinebrücke und auch der Leineflutmuldenbrücke fertig sein und den Südschnellwegverkehr aufnehmen. Die Landesbehörde trifft umfassende Maßnahmen, beide Bestandsbrücken bis zu diesem Zeitpunkt unter Verkehr zu halten. Dazu müssen sie jedoch verkehrssicher sein.
Die Brückenprüfung an der Leinebrücke ist erforderlich, um ihre Verkehrssicherheit zu beurteilen. Die Landesbehörde überwacht sie hierfür besonders engmaschig durch Brückenprüfingenieure. Zusätzlich wird sie durch ein Monitoringsystem in Echtzeit überwacht. Sensoren erfassen Veränderungen in den Brückenbauteilen.
Um die Tragfähigkeit beider Brücken zu sichern, hatte die Landesbehörde 2017 und 2018 rund zehn Zentimeter dicke Stahlseile anbringen lassen. Sie sind stark gespannt und unterstützen die Bauwerke. Zusätzlich gilt für LKW seit November 2021 ein Mindestabstand von 80 Metern zueinander und die Geschwindigkeit ist auf aktuell 50 Stundenkilometer reduziert. Das soll die Brücken entlasten.
Auch die Bewegung schwerer Baustellenfahrzeuge ist mittlerweile eingeschränkt. Sie dürfen die Baustraße auf der Leinebrücke nicht mehr nutzen. Stattdessen fädeln sie sich in den fließenden Verkehr ein und verringern so die Last, die gleichzeitig auf die Brücke wirkt.
Die Arbeit an den Ersatzneubauten der beiden Gewässerbrücken begann im Sommer 2025. Die Brücke über die Leineflutmulde wird 240 Meter lang, die Brücke über die Leine 105 Meter. Die Leineflutmuldenbrücke wird damit 50 Meter länger, die Leinebrücke 15 Meter länger als die bestehenden Brücken.
Wenn die ersten Brückenhälften fertig gestellt sind, gehen sie unter Verkehr. Die Bestandsbrücken sind dann verkehrsfrei und werden zurückgebaut. Nach Abschluss des Rückbaus werden die zweiten Brückenhälften der neuen Brücken gebaut. Die Arbeit an den Ersatzneubauten dauert voraussichtlich bis 2030.
(Veröffentlicht am 26. Juni 2026)