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Menschenmenge vor Feuerwerk © Ernst Rohr GmbH (Quelle)

Feuerwerksshow am Abend.

Glossar

Warum und wie Hannover Silvester und Neujahr feiert

Feuerwerk, Sekt und Krapfen: Wie feiert Hannover den Jahreswechsel? Welche Aktionen und Bräuche gibt es? Wann ist frei und was ist sonst noch wichtig zu wissen?

Der 31. Dezember ist der letzte Tag des Jahres im gregorianischen Kalender. Der Tag wird auch kurz "Silvester" genannt, denn nach dem Heiligenkalender ist es der Gedenktag des Papstes Silvester I. In manchen Gegenden Deutschlands wird der 31. Dezember auch "Altjahrstag" genannt, als Gegenstück zum Neujahrstag, dem 1. Januar. Gefeiert wird in der Silvesternacht der Jahreswechsel, man verabschiedet also das alte und begrüßt das neue Jahr. Das Jahresendfest hat Tradition und soll bereits vor über 2000 Jahren von den alten Römern gefeiert worden sein. Auch die alten Germanen veranstalteten zum Jahresende aufwendige Feuer-Feste, bei denen sie mit Lärm und Feuer versuchten, böse Geister zu vertreiben.

Silvester und Neujahr: Frei oder nicht?

Der 31. Dezember ist kein gesetzlicher Feiertag in Deutschland. Viele Geschäfte schließen an diesem Tag jedoch bereits zur Mittagszeit und öffentliche Verkehrsmittel fahren nach dem Samstagsfahrplan. Der 1. Januar, Neujahr, ist bundesweit ein arbeitsfreier Tag. Im Gegensatz zu vielen anderen Feiertagen in Deutschland hat er keinen christlichen Hintergrund, sondern ist ein weltlicher Feiertag. Die meisten Menschen nutzen ihn, um sich von der Silvesterfeier zu erholen, aufzuräumen – und schlicht entspannt im neuen Jahr anzukommen.

Übrigens: Nicht in allen Ländern beginnt das Jahr am 1. Januar. So feiert man etwa in China erst später im Januar oder sogar Februar den Beginn eines neuen Jahres. Das chinesische Silvester fällt dabei jedes Jahr auf einen anderen Tag.

Silvester-Traditionen

Feuerwerk, knallende Korken, "Frohes Neues!" überall: Es gibt viele Traditionen zum Jahreswechsel, die allerorts in Deutschland begangen werden. So wünscht man sich etwa in den Tagen vor dem Jahreswechsel einen "guten Rutsch". In der Silvesternacht wird der Countdown bis Mitternacht gemeinsam runtergezählt: Zehn, neun, acht ... und dann um Punkt Zwölf klirren die Sektgläser, man stößt auf das neue Jahr an, zündet Böller oder bestaunt das Feuerwerk der Nachbarn. In vielen Kirchen gibt es Mitternachtsgottesdienste (sogenannte Metten). Im Fernsehen läuft zu Silvester der Kult-Sketch "Dinner for One". Und der Bundeskanzler oder die Bundeskanzlerin hält traditionell zum Start ins neue Jahr eine Neujahrsansprache. 

Bräuche zu Silvester und Neujahr in Hannover

Aber Hannover hat auch mehrere eigene "Bräuche" rund um Silvester und Neujahr zu bieten: vom Silvesterlauf bis zum Maschseekarpfen.

Sportlicher Jahresabschluss: Silvesterlauf

Traditionell versammeln sich jedes Jahr am 31. Dezember Hobby- und Profisportler am Maschsee zum traditionellen Silvesterlauf. Gestartet wird am Nordufer, im Anschluss gibt es Glühwein und Krapfen. Auch in anderen Stadtteilen und im Umland bieten Silvesterläufe die Gelegenheit, das alte Jahr sportlich zu verabschieden.

Party all Night long

Ob Clubs, Restaurants, Konzertlocations oder Theaterhäuser – überall wird in der Nacht vom 31. Dezember auf den 1. Januar gefeiert. Viele Silvesterpartys sind schon mehrere Wochen im Voraus ausverkauft. Beliebt sind auch Allround-Pakete mit einem Silvestermenü vorweg.

Es empfiehlt sich, am Silvesterabend die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen oder zu Fuß zu gehen. Bei Bussen und Stadtbahnen sind die veränderten Fahrtzeiten zu beachten. Teilweise fahren Verkehrsunternehmen am Silvestertag nach dem Samstagsfahrplan. Die Üstra richtet normalerweise einen erweiterten Nachtsternverkehr für die Silvesternacht ein.

Feuerwerk

Ursprünglich machten die alten Germanen an Silvester so viel Lärm wie möglich, um Dämonen und böse Geister zu verscheuchen. Daraus ist die heutige Tradition entstanden, zum Jahreswechsel zu knallen. Heutzutage denkt kaum jemand bei den prächtigen Feuerwerken, die in der Silvesternacht den Himmel erhellen, noch an die Abwehr von Dämonen. Es ist schlicht eine farbenfrohe, freudvolle Begrüßung des neuen Jahres.  

Da es an Silvester immer wieder zu gefährlichen Situationen beim Umgang mit Feuerwerkskörpern kommt, hat die Stadt Hannover im Jahr 2018 erstmals ein Böllerverbot in Teilen der Innenstadt in Hannover durchgesetzt. Zum Jahreswechsel durfte am Kröpcke, auf dem Steintor-, Rasch- und Opernplatz, vor dem Hauptbahnhof, am Platz der Weltausstellung sowie in der Georg- und Bahnhofstraße von 20 bis 3 Uhr nicht geknallt werden.

Silvester-Schmaus: Krapfen, Karpfen und Co.

Krapfen / Berliner zu Silvester

Eine typische Silvestersüßigkeit sind die Krapfen, auch Berliner genannt. Das frittierte Siedegebäck aus süßem Hefeteig wird klassischerweise mit Marmelade gefüllt, manchmal auch mit Eierlikör oder Nougat. Und als beliebter Gag zum Jahreswechsel auch mal mit scharfem Senf. Die Bäckereien in Hannover füllen auf Wunsch einen oder zwei von mehreren bestellten Berlinern mit Senf. Wer soviel Pech hat, das scharfe Gebäck zu erwischen, hat dafür angeblich im neuen Jahr besonders viel Glück.

Maschseekarpfen zu Silvester

Jahrzehntelang gehörte ein Fischstand am Maschseeufer zum gewohnten Bild der Vorweihnachtszeit. Nach dem Abfischen des Stadtsees im Spätherbst verkaufte der Maschseepächter vor dem Weihnachtsfest seinen Fisch. Silbern glitzernde Zander, bläulich gestreifte Barsche, räuberische Hechte, vor allem aber natürlich Weihnachts- und Silvesterkarpfen. Die Tradition musste in den vergangenen Jahren teilweise ausfallen, weil hungrige Kormorane den Fischern zuvorgekommen waren.

Neujahrskonzerte

Viele Orchester begrüßen das neue Jahr mit besonderen Konzerten. Traditionell bieten sich am Neujahrstag und an den darauffolgenden Tagen mehrere Gelegenheiten für klassischen Musikgenuss; in Hannover gibt es am 1. Januar etwa stets ein großes Neujahrskonzert des Niedersächsischen Staatsorchesters sowie das Neujahrskonzert à la Valentin in der Kestnergesellschaft mit dem Neuen Ensemble, Rollmops und Aspirin.