Dadurch kann überprüft werden, ob Wasser an Stellen austritt, an denen das nicht vorgesehen ist. Dieses Vorgehen unterstützt die Instandhaltung eines sicheren Fernwärmenetzes in Hannover.
Der eingesetzte Farbstoff Natriumfluorescein ist biologisch abbaubar und gesundheitlich unbedenklich. Er ermöglicht es, selbst kleine Mengen austretenden Fernwärmewassers eindeutig nachzuweisen und damit das weit verzweigte Fernwärmenetzes zu kontrollieren.
Die Zugabe des Farbstoffs ins Fernwärmewasser startete am Dienstag, 14. Juli 2026. In den nachfolgenden Tagen breitet sich die grellgrüne Färbung im gesamten Fernwärmenetz Hannovers aus, das derzeit rund ein Viertel des Stadtgebiets abdeckt.
„Eine erfolgreiche Wärmewende braucht nicht nur neue Leitungen, sondern auch ein zuverlässiges, bestehendes Netz. Mit der Färbung können wir das Fernwärmenetz noch gezielter überwachen und damit die Betriebssicherheit erhöhen“, sagt Jan Trense, Technischer Geschäftsführer der enercity Netzgesellschaft.
Durch die Kontrolle des Fernwärmenetzes kann es während dieser Zeit in wenigen Einzelfällen vorkommen, dass grünliches Warmwasser aus dem Wasserhahn austritt. Das ist dann der Fall, wenn Wasser aus dem Fernwärmekreislauf in das erwärmte Wasser eingetragen wird. Die Grünfärbung weist dann auf mögliche Undichtigkeit des Wärmetauschers in der Fernwärmeübergabestation hin. Bürgerinnen und Bürger können die Leckageortung durch ihre Rückmeldungen unterstützen und die Störungsannahme Fernwärme unter Telefon 0511/430-3211 erreichen.
Der Farbstoff ist ungiftig und durch das Gesundheitsamt zugelassen. Die Wasserqualität wird generell nicht beeinträchtigt, aber zum Trinken oder Zubereiten von Speisen sollte das Wasser trotzdem nicht verwendet werden. Das Trinkwasser bleibt nicht dauerhaft gefärbt.
Mit dem Einsatz des Farbstoffs Natriumfluorescein (Fachsprache: Uranin) hat enercity netz bereits gute Erfahrungen bei der Überprüfung des Fernwärmenetzes in den vergangenen Jahren gemacht. Die Maßnahme ist ein wichtiger Baustein, um Wasserverluste im System weiter zu reduzieren. Jede vermiedene Menge erhöht die Effizienz, Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit der Fernwärmeversorgung.
Die aktuelle Maßnahme ist ein Baustein in einem umfassenden System zur Überwachung und Qualitätssicherung des Fernwärmenetzes. Neben der digitalen Überwachung wichtiger Anlagensetzt enercity netz auf systematische Prüfverfahren.
Dazu zählen regelmäßige Begehungen, gezielte Prüfungen sowie zeitlich begrenzte Aktionen mit eingefärbtem Fernwärmewasser. Auch Thermografie-Verfahren unterstützen die Netzanalyse: Bereits seit 2015 setzt enercity netz auf Erkundungsflüge, um das Fernwärmenetz im Stadtgebiet zu prüfen. Dabei werden mithilfe von Infrarotkameras Temperaturunterschiede an der Oberfläche erkannt, die Hinweise auf Auffälligkeiten im Leitungsbereich geben können.
Für gezielte Untersuchungen einzelner Trassen testet enercity netz derzeit auch den Einsatz von Drohnen mit Wärmebildkameras. Sie ermöglichen eine flexible und präzise Erkundung schwer zugänglicher Bereiche und können ebenfalls Temperaturauffälligkeiten entlang von Leitungsverläufen erfassen.
(Veröffentlicht am 15. Juli 2026)