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Leibniz Universität

Auszeichnung für Prof. Danzmann

Der Direktor des Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik ist in die "Hall of Fame der deutschen Forschung" des Manager Magazins berufen worden.

Kopf eines Mannes © Quelle: Niedersächsisches Ministerium für Wissenschaft und Kultur

Prof. Dr. Karsten Danzmann, Direktor der Abteilung Laserinterferometrie und Gravitationswellen-Astronomie am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut) in Hannover und Direktor am Institut für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover

Prof. Karsten Danzmann, Direktor am Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut; AEI) in Hannover und Direktor des Instituts für Gravitationsphysik der Leibniz Universität Hannover, wurde in die „Hall of Fame der deutschen Forschung“ des Manager Magazins berufen. Gewürdigt werden damit seine lebenslangen, herausragenden Beiträge zur Weiterentwicklung der Forschung. Die Auszeichnung wurde am Dienstag, 29. Oktober, in Berlin verliehen.

Grundlagenforschung als Garant für wirtschaftliche Entwicklung

"Ich freue mich sehr über diese Anerkennung. Sie zeigt, dass die Grundlagenforschung ein unverzichtbarer Garant für unsere wirtschaftliche Entwicklung ist", sagt Danzmann. „Manchmal bin ich selbst überrascht, wie schnell unsere Grundlagenforschung ihren Weg in die Anwendung gefunden hat.“ Mit seiner Berufung in die Hall of Fame der deutschen Forschung würdigt das Manager Magazin Danzmanns herausragende Beiträge zur Weiterentwicklung der Forschung und damit den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zukunftsfähiger gemacht zu haben.

Technologieschmiede GEO600

Danzmann ist einer der Leiter der GEO-Kollaboration. Dieses Team von Forschenden der Leibniz Universität Hannover, der Max-Planck-Gesellschaft und von Forschungseinrichtungen aus Großbritannien betreibt seit Mitte der 1990er Jahre den Gravitationswellen-Detektor GEO600 südlich von Hannover. GEO600 ist ein Entwicklungszentrum für neuartige Technologien in der internationalen Gravitationswellenforschung.

Menschen mit Schutzbrillen mit technischen Großgeräten. © B. Knispel/AEI

Besuch im Herz des Gravitationswellendetektors beim Tag der offenen Tür am 11. Juli 2015.

Viele Schlüsseltechnologien und entscheidende Innovationen im optischen Messprinzip, die heute in allen großen Gravitationswellen-Detektoren (LIGO, Virgo, KAGRA) zum Einsatz kommen, wurden bei GEO600 entwickelt und getestet.

Mit LISA Gravitationswellen im Weltall aufspüren

Danzmann leitet außerdem das Konsortium der Weltraummission LISA (Laser Interferometer Space Antenna). LISA ist ein Gravitationswellen-Detektor, der 2034 als Mission der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA ins All starten soll. Drei Satelliten spannen dann ein gleichseitiges Dreieck aus Laserstrahlen mit 2,5 Millionen Kilometer Länge auf und werden niederfrequente Gravitationswellen messen, die auf der Erde nicht nachweisbar sind. Dass die notwendige Technologie für LISA funktioniert, hat Danzmann in einem internationalen Team mit der überaus erfolgreichen Satellitenmission LISA Pathfinder (2015-2017) gezeigt.

Bereits jetzt mit LISA-Technologie die Erde beobachten

LISA-Technologie wird schon heute zur Erdbeobachtung an Bord der GRACE-Follow-On-Satelliten eingesetzt. In künftigen geodätischen Satelliten-Missionen wird sie die Messgenauigkeit weiter verbessern und wichtige Klimadaten liefern. GRACE-Follow-On ist ein Satelliten-Tandem, das Indikatoren des Klimawandels durch Veränderungen im Erdschwerefeld beobachtet, indem es hochpräzise den Abstand zwischen den zwei Satelliten misst. Die LISA-Laser-Technik misst Änderungen dieses Abstands etwa 200-mal präziser als die etablierte Mikrowellen-Technik. Sie ist damit ein Erfolgsmodell für zukünftige Verbesserungen der Messgenauigkeit, welche die Grundlage verlässlicher Klimadaten sind.

Hall of Fame der deutschen Forschung

Das manager magazin rief die Hall of Fame der deutschen Forschung im Jahr 2009 ins Leben. In die Hall of Fame werden Forschende berufen, deren „Lebensleistung einen herausragenden Beitrag zur Weiterentwicklung der Forschung geleistet und somit auch den Wirtschaftsstandort Deutschland im internationalen Wettbewerb zukunftsfähiger gemacht hat“.

(Veröffentlicht: 30. Oktober 2018)