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Grundstückskauf getätigt

Neuer Regiobus-Betriebshof entsteht in Gehrden

Die Regiobus Hannover GmbH hat im Gewerbegebiet Gehrden-Ost ein Grundstück erworben und wird dort einen neuen Betriebshof bauen.

Ein Bus mit der Aufschrift regiobus stehend aus Front-/Seitenansicht, im Hintergrund eine Grünflache mit See.
© Üstra

Regiobus

Die Regiobus ist auf der Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen neuen Betriebshof fündig geworden. Am 30. Juli ist der Kauf des Areals, das sich im Gewerbegebiet Gehrden-Ost zwischen der Ronnenberger Straße und der Verlängerung Lange Feldstraße befindet, perfekt gemacht worden. Die Regiobus hat die Fläche von einer Privatperson erworben und ist dabei von der Stadt Gehrden und der HRG (Hannover Region Grundstücksgesellschaft) unterstützt worden.

Alle Anforderungen erfüllt

"Das Grundstück erfüllt alle unsere Anforderungen", unterstreicht Regiobus-Geschäftsführerin Elke van Zadel. "Mit rund 35.000 Quadratmetern, der guten Anbindung an das Straßennetz und der Erreichbarkeit mit dem Öffentlichen Personennahverkehr bietet es beste Voraussetzungen für den Betriebshofneubau." Dies gilt auch grundsätzlich für die Lage des Grundstücks. Der Standort nahe der Einsatzorte vieler Regiobus-Linien und die Nähe zur Landeshauptstadt bilden die Rahmenbedingungen für eine bessere Wirtschaftlichkeit. Leerkilometer – dies meint den Einsatz von Bussen, bevor überhaupt Passagiere mitfahren – können durch die Lage des Betriebshofes reduziert werden. Hinzu kommt, dass eine relativ kurze Entfernung von „Heimathafen“ und Einsatzort auch die Einführung von Elektromobilität bedingt, da die Reichweiten begrenzt sind.

Neue Impulse für Gehrdens Infrastruktur

"Ich bin sehr stolz darauf, Regiobus von den Vorzügen eines Standortes im Stadtgebiet überzeugt haben zu können", so Cord Mittendorf, Bürgermeister der Stadt Gehrden. "Gehrdens Infrastruktur wird durch die Ansiedlung neue Impulse erhalten und beide Seiten werden hiervon profitieren."

Planungssicherheit für Mitarbeiter

"Wir sind in Gehrden mit offenen Armen empfangen und von allen Ansprechpartnern perfekt unterstützt worden", betont Regiobus-Geschäftsführerin Regina Oelfke. "Auch das Signal der Stadt, das Bebauungsplanverfahren forcieren zu wollen, ist natürlich sehr erfreulich. Wir hoffen, so schnell wie möglich mit dem Bau beginnen zu können. Für uns gibt es jetzt die nötige Klarheit, weitere Schritte anzugehen. Gerade für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die dieses Thema ja mit riesigem Interesse verfolgen, konkretisiert sich jetzt Vieles. Vor allem bietet es Planungssicherheit für die Zukunft", so Oelfke.

Bedeutung des Bauvorhabens

Der Neubau wird nötig, um den Anforderungen an ein modernes Betriebsgelände mit neuer Technologie und dazugehöriger Infrastruktur gerecht zu werden. Gleichzeitig verbessert sich die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens Regiobus durch die Lage (Stichwort: Leerkilometer) und die Zusammenlegung zweier Standorte. Auch die betrieblichen und organisatorischen Abläufe sollen im Zuge des Neubaus effizienter gestaltet werden. Die Realisierung des Vorhabens bedeutet für die Regiobus eine Investition in die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens. Von Bedeutung ist dabei auch, dass die Stadt Gehrden das Thema Digitalisierung intensiv vorantreibt. Dies könnte gerade im Zusammenhang mit dem Projekt "Autonomes Fahren" von Bedeutung sein. „Hier möchte sich die Regiobus als Vorreiter für neue, wegweisende Technologien positionieren“, erklärt van Zadel. Das sieht auch Ulf-Birger Franz, Verkehrsdezernent der Region Hannover, so: "Mit dem neuen Standort in Gehrden stellt sich die Regiobus sehr gut für die Zukunft auf. Die Region Hannover wird das Unternehmen dabei unterstützen, einen der modernsten Betriebshöfe in Deutschland zu errichten. Wir möchten damit auch neue Antriebssysteme wie Elektromobilität und Brennstoffzellentechnik ermöglichen."

Zur Vorgeschichte

Der neue Betriebshof soll die beiden Regiobus-Standorte in Wunstorf und in Eldagsen ersetzen. Aus jetzt 5 Betriebshöfen (außer den genannten noch Burgdorf, Mellendorf und Neustadt) sollen 4 werden. Die aktuellen Betriebshöfe derRegiobus sind insgesamt „in die Jahre gekommen“. Der Standort in Eldagsen (Springe) wurde 1979 eröffnet. Das Gelände in Wunstorf ist in seiner Grundstruktur über 100 Jahre alt.
Nach dem Brand auf dem Betriebsgelände in Eldagsen Ende 2014 wurde zunächst die Entscheidung getroffen (2016), an gleicher Stelle neu zu bauen. Anfang 2018 wurde einerseits die finanzielle Förderung durch das Land auf Eis gelegt. Andererseits hatten sich zwischenzeitlich die Aspekte in Bezug auf die Nutzung neuer Antriebsarten wie Elektromobilität in den Vordergrund geschoben – nicht zuletzt angesichts der immer intensiver geführten Debatte um umweltverträglicheren Nahverkehr. Die Randlage Eldagsens in der Region ist für den Betrieb von E-Bussen mit begrenzter Reichweite eher ungeeignet.

Nächste Schritte

Nach dem jetzt erfolgten Kauf des Grundstückes, das zurzeit noch landwirtschaftlich genutzt wird, wird das sogenannte Bebauungsplanverfahren (B-Plan) in Gang gesetzt, um die rechtlichen Voraussetzungen vor einem Baubeginn zu schaffen. Hier werden u. a. die üblichen Maßnahmen, wie archäologische Sondierung, Aspekte des Naturschutzes, Erschließung von Straßen und Kanalisation, durchgeführt, um abschließend ein bebaubares Grundstück zu erhalten. Zeitliche Prognosen zum Baubeginn bzw. zur Inbetriebnahme des neuen Regiobus-Standortes sind daher schwierig zu treffen. Bei guten Bedingungen und störungsfreiem Ablauf könnte der Bau ab 2021 beginnen und die Eröffnung des Betriebshofes 2023 erfolgen.

Ausblick in die Zukunft

Der neue Betriebshof soll rund 250 Mitarbeiter und ca. 140 Fahrzeuge aufnehmen können. Als der zentrale Regiobus-Standort für E-Mobilität muss der Betriebshof über eine ausreichende Infra- bzw. Ladestruktur verfügen. Ein 24-h-Betrieb muss ebenfalls sichergestellt sein. Etwa ein Drittel der ca. 120 Regiobus-Linien wird von hier starten, um den südwestlichen Bereich der Region zu versorgen, z. B. die Städte Barsinghausen, Ronnenberg, Pattensen, Springe, Hemmingen, Seelze und natürlich Gehrden selbst. Auch zwei der direkten Linien in Richtung Landeshauptstadt werden voraussichtlich von hier eingesetzt.

Attraktivität der Regiobus als Arbeitgeber gestiegen

"Mit einem neuen, modernen Betriebshof steigt gleichzeitig die Attraktivität der Regiobus als Arbeitgeber. Ebenfalls ein wichtiger in die Zukunft gerichteter Aspekt bei zu erwartendem Arbeits- und Fachkräftemangel. Auszubildende werden wir hier unter besten Bedingungen betreuen können“, freut sich Oelfke. „Wir wünschen uns über den Bau des Betriebshofes hinaus eine intensive Partnerschaft mit der Stadt Gehrden", ergänzt van Zadel.

(Veröffentlicht: 30. Juli 2 019)