Im Zentrum steht das abendliche Open-Air-Kino auf dem Opernplatz, kuratiert vom Kommunalen Kino im Künstlerhaus. Ob Tanzfilm, Musical, Kultklassiker oder Stummfilmkonzert – bei der diesjährigen Filmauswahl geht es ums Mitsingen, Mitfühlen und Mitbewegen. Vor großer LED-Leinwand und auf der mitgebrachten Picknickdecke, dem Campingstuhl oder Klapphocker wird das Publikum Teil einer entspannten, gemeinschaftlichen Atmosphäre mitten in der City. Ganz unter dem Motto: „Bring your seat & meet!“
Der Sommer im Kulturdreieck 2026 startet mit einem besonderen Highlight: Gemeinsam mit der HAZ präsentiert das Festival am 27. August (Donnerstag) um 19 Uhr auf dem Opernplatz erstmalig das interaktive Format „Musste Singen! Live“ – ein Abend, entwickelt von HAZ-Redakteur Volker Wiedersheim, bei dem das Publikum selbst zur Hauptattraktion wird. Es bringt den Stadtraum zum Klingen, begleitet von einer Band aus Studierenden der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover. Sie hat gemeinsam mit Volker Wiedersheim eine Playlist voller bekannter Songs kuratiert – von Popklassikern bis zu aktuellen Hits –, die viele sofort mitsingen können und die live von der Band neu interpretiert werden.
Musik ist auch das zentrale Element des Kinos, das das Koki in diesem Jahr auf der großen LED-Leinwand zelebriert. In der Stummfilmzeit wurden Filme live musikalisch begleitet, Kultfilme haben Songs populär und monumentale Soundtracks Filme unsterblich gemacht. Am 27. August eröffnet das KoKi im Rahmen des Sommers im Kulturdreieck mit dem 80er-Jahre Kult-Tanz-Film DIRTY DANCING (1987) – mitsingen und mittanzen sind ausdrücklich erwünscht.
Zwei Stummfilmkonzerte zeigen ein filmisches Spektrum von 100 Jahren. Der feministisch-bonbonbunte Debütfilm DAS MELANCHOLISCHE MÄDCHEN (2019) wird am 28. August (Freitag) von elektronischen DJ-Sets begleitet. Die Stummfilmkomödie AUSGERECHNET WOLKENKRATZER (1923) wird am 29. August (Sonnabend) von Richard Siedhoff live am Klavier begleitet vertont.
Drei weitere Kultfilme sind auf dem Opernplatz zu sehen: Der romantische Krimi BODYGUARD von 1992 mit Whitney Houston am 31. August (Montag), das Horror-Comedy-Kult-Spektakel THE ROCKY HORROR PICTURE SHOW von 1975 am 1. September (Dienstag) und der Disco-Streifen SATURDAY NIGHT FEVER von 1977 am 2. September (Mittwoch) mit John Travolta auf dem Tanzparkett. Anschließend geht das Open Air Kino vom Kommunalen Kino im Kulturhof weiter.
Vor dem Open-Air-Kino präsentiert mit dem VORSPANN die VereinteKultur im Rahmen des Festivals auch 2026 an vier Abenden ein abwechslungsreiches Programm: Jeweils eine Stunde vor Filmbeginn stehen Künstler*innen und Kollektive der Freien Szene Hannovers im Mittelpunkt – mit Performances, Musik, Tanz und spartenübergreifenden Formaten.
Der VORSPANN versteht sich als offene Einladung an alle Besucher*innen und Passant*innen, Kultur im öffentlichen Raum zu erleben. Dabei werden künstlerische Perspektiven sichtbar, die das kulturelle Leben Hannovers mitprägen und bereichern – von etablierten Akteur*innen bis hin zu neuen Stimmen der Freien Szene. So entsteht mitten in der Stadt ein offener Ort für Begegnung, Austausch und kulturelle Teilhabe.
Musikalisch verbindet am 28. August (Freitag) um 15 Uhr die Reihe HörMal! – Denkmal und Musik in Niedersachsen das Festival mit dem Stadtraum: Pianistin Marina Baranova verwandelt am Outdoor-Piano auf dem Opernplatz Alltagsgeräusche in eine poetische Klanglandschaft – eine klangliche Hommage an Hannover. Dabei trifft sie auf die Tänzerinnen des Duos LIVALUCIA. Klavier und Bewegung reagieren unmittelbar aufeinander und formen gemeinsam eine Performance, die ganz ohne Worte auskommt und dennoch eine Geschichte erzählt.
Janine Teßmer und Rocco Curti vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege führen ab 13.45 Uhr über den denkmalgeschützten Opernplatz. Anmeldungen für die Führungen sind ab sofort unter der Adresse nld-veranstaltungen@nld.niedersachsen.de erforderlich, die Platzzahl ist begrenzt. Treffpunkt ist das Outdoor-Piano auf dem Opernplatz.
Ein besonderer Fokus liegt am 29. August (Sonnabend) auf der freien Musikszene: In der Reihe „Der Handel tanzt mit!“ erweitert das Format hell:wach handelt – initiiert vom Landesverband Freie Klassik Niedersachsen e.V. und Musikland Niedersachsen – die klassischen Spielorte um ungewöhnliche Bühnen. Von morgens bis in die Abendstunden finden Konzerte unter anderem im Foyer des Motel One Hannover-Oper, in der GALERIA Hannover, in Kreipes CoffeeTime, im Teeladen P&T sowie auf dem Opernplatz statt und holen die freie klassische Musikszene direkt in den urbanen Alltag. Offiziell eröffnet wird hell:wach beim „Offenen Foyer“ der Staatsoper am Sonnabendvormittag mit Konzerten, einem Talk-Format und Mitsingangeboten für Eltern und ihre Kinder.
Am 30. August (Sonntag) starten Staatsoper, Staatsballett und das Schauspiel Hannover mit einem großen Theater- und Hoffest in die neue Spielzeit. Sie kommen hinaus auf den Opernplatz und in den Kulturhof und bitten hinein ins Opern- und ins Schauspielhaus, in den Ballhof und in die Cumberlandsche. Shows, Führungen, Gespräche, Tanz und reichlich Musik machen neugierig auf das Programm der neuen Spielzeit und geben Einblick in das, was dahintersteckt. Ensemblemitglieder, der Chor der Staatsoper, das Staatsballett, das Niedersächsische Staatsorchester Hannover und alle Gewerke der Staatstheater zeigen, was sie können. Das Eröffnungsfest beginnt um 11 Uhr mit einem Frühstück auf dem Opernplatz. Ab 20 Uhr klingt der Tag aus: Im Opernhaus mit dem Eröffnungskonzert und anschließender Night-Show vom GOP Varieté Theater, bei der Opening Party „That’s Amore“ des Schauspiels in der Cumberlandschen – und bei der Live-Übertragung des Eröffnungskonzerts auf der Kinoleinwand auf dem Opernplatz.
Auch der Tanz erobert den Stadtraum: „Choreo to go“ ist ein experimentelles Tanzprojekt für den öffentlichen Raum, initiiert von Tanzpunkt Hannover: Sechs Choreograf*innen aus verschiedenen Tanzstilen haben gemeinsam einen „Score“, eine Art Partitur für eine Choreografie, entwickelt. Diese wird am 2. September (Mittwoch) von einer Gruppe von lokalen Tänzer*innen aus Urban Dance, zeitgenössischem Tanz und Ballett aufgeführt, ohne Proben und ohne Bühne, mitten in Hannovers Innenstadt. So erleben Publikum und Passant*innen, wie sich die Choreografie im Moment entfaltet – in den Körpern, im Miteinander und im Stadtraum. Als krönender Abschluss des Festivals wird damit zum ersten Mal die Kreation eines Bewegungs-Scores gezeigt, der anschließend als Open-Source-Werkzeug auch an andere Orte Deutschlands weitergetragen werden soll.
Der Sommer im Kulturdreieck verfolgt das Ziel, Kunst und Kultur stärker in den öffentlichen Raum zu tragen und die Institutionen des Areals enger mit der freien Szene, der Stadtgesellschaft und der lokalen Wirtschaft zu vernetzen. Plätze, Straßen und Ladengeschäfte werden zu erweiterten Bühnen, die das Kulturdreieck als zusammenhängenden kulturellen Raum erlebbar machen und die Aufenthaltsqualität in der Innenstadt stärken.
Für das leibliche Wohl sorgen während der Veranstaltungszeiträume auf dem Opernplatz vomfeinsten Catering & Service (am 30. August) sowie die Gondel, bekannt aus dem GOP Varieté Theater (ab 27. August).
Das detaillierte Programm gibt es online ab Anfang August auf www.hannover.de/kulturdreieck.