Zur Einschätzung der Machbarkeit einer umfassenden Wiedernutzbarmachung des ehemaligen Raffineriegeländes Deurag Nerag in Misburg sind die ersten technischen Erkundungen auf dem Gelände weitgehend abgeschlossen. Lediglich lokale Fundamenträumungen sind noch erforderlich.
Auf vier sogenannten Pilottestfeldern, die auf Basis einer aktualisierten Kriegsschadenrecherche ausgewählt wurden, fanden in den vergangenen Monaten auf jeweils 30 mal 30 Meter großen Flächen Kampfmittelräumungen und Bodenuntersuchungen statt. Ziel war es, fundierte Erkenntnisse über die örtlichen Untergrundstrukturen sowie die Menge und Beschaffenheit möglicher Kampfmittel im Boden zu gewinnen. Sämtliche Arbeiten wurden von den jeweils zuständigen Fachstellen sowie externen Fachgutachterbüros überwacht und begleitet.
Zur Vorbereitung der Untersuchungen waren Anfang des Jahres Freischneidearbeiten für die Testfelder sowie die zusätzlich benötigten Arbeits- und Lagerflächen erforderlich. Seit Projektbeginn besteht hierfür eine enge Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde und externen Fachbüros. Eine ökologische Baubegleitung überwachte fortlaufend die Umsetzung der erforderlichen Auflagen und Maßnahmen vor Ort.
Die Testfeldräumungen fanden von März bis Juli statt. Bis auf einige Bombensplitter wurden keine Kampfmittel gefunden. Im Zuge der Untersuchungen wurden auf allen Pilottestfeldern zahlreiche für das ehemalige Raffineriegelände typische Untergrundstrukturen entdeckt, darunter massive Fundamente, Rohrleitungen, Bahngleise und Schächte.
Um weitere Erkenntnisse über später möglicherweise erforderliche Fundamenträumungen zu erhalten, sollen noch einige massive Fundamente in einem der Testfelder geräumt werden. Weitere Arbeiten auf dem Gelände sind aktuell nicht geplant.
Die gewonnenen Erkenntnisse werden nun fachgutachterlich ausgewertet und der gemeinsamen Projektgruppe der Landeshauptstadt Hannover und Deurag Nerag/ExxonMobil sowie den zuständigen Behörden vorgelegt. Die Ergebnisse fließen anschließend in die weiteren Prüfschritte ein.
Die Landeshauptstadt Hannover und ExxonMobil untersuchen in einem zunächst bis Ende 2028 angesetzten gemeinsamen Projekt die Machbarkeit einer Sanierung des Deurag-Nerag-Geländes in Misburg, um es für eine spätere Nutzung entwickeln zu können.
In der ersten Projektphase geht es insbesondere darum, ein Sanierungskonzept für das rund 90 Hektar große Areal zu erarbeiten, dessen Untergrund durch Kampfmittel und Schadstoffe belastet ist. Dazu gehört auch, bestehende Erkenntnislücken für eine gemeinsame Machbarkeitsstudie zur Entwicklung des Geländes zu schließen.
Im Rahmen des städtebaulichen Masterplanprozesses zu einer möglichen Entwicklung des Geländes fand am 22. Juni unter dem Titel „Zukunftswerkstatt“ die erste Öffentlichkeitsveranstaltung im Bürgerhaus Misburg statt.