Bis September erfolgt vor allem noch die Einrichtung des Gebäudes und die Fertigstellung der Außenanlagen. Die Kosten für den Bau belaufen sich auf rund 8,9 Millionen Euro. Die Bauzeit betrug knapp drei Jahre
„Dieses Gebäude wird die Sicherheit nicht nur in Misburg, sondern in unserer gesamten Stadt stärken“, sagte Oberbürgermeister Belit Onay in einer kleinen Feierstunde und führte weiter aus: „Unsere ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen leisten tagtäglich hervorragende Arbeit, um Leben zu schützen und Gefahren zu bannen. Es ist wichtig, dass wir sie dabei mit moderner Einsatzinfrastruktur unterstützen. Nach mehr als 50 Jahren war es an der Zeit für einen Neubau.“
Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Dezernent für Finanzen, Ordnung und Feuerwehr, unterstrich: „Mit der Investition von 8,9 Millionen Euro setzen wir hier ein deutliches Zeichen dafür, dass uns die Sicherheit der Einwohner*innen ebenso wichtig ist wie die Unterstützung unserer Ehrenamtlichen – auch in Zeiten einer nicht einfachen Haushaltslage. Dieses Gebäude wird weit mehr sein als nur ein Ort für Übungsdienste und Einsätze – es wird ein Ort der Gemeinschaft sein.“
Der quaderförmige Feuerwehrneubau – rund 52 Meter lang, 21 Meter breit und 8 Meter hoch – besteht aus einer hohen eingeschossigen Fahrzeughalle, an die sich L-förmig ein zweigeschossiger Massivbau anschließt. Die Halle erhielt eine Glasfassade und bietet neun Einstellplätze. Die Fassade aus Verblendmauerwerk umgibt das gesamte Gebäude.
Im Westen ist das Erdgeschoss, dem Straßenverlauf folgend, keilförmig eingerückt, sodass das Obergeschoss teilweise auskragt. Straßenseitig (im Süden) befindet sich vor der Halle die Aufstellfläche für die Fahrzeuge. Rückseitig (Norden) liegt der Alarmparkplatz: zur ausschließlichen Nutzung durch die Einsatzkräfte der Feuerwehr. Eine beschrankte Ausfahrt führt auf die verkehrsberuhigte Straße Am alten Friedhof.
Westlich der Halle befinden sich Lagerraum, Werkstatt und Technik, nördlich an die Halle schließen sich im Erdgeschoss die Umkleideräume mit Sanitärräumen an. Der Haupteingang zum Feuerwehrhaus befindet sich auf der Nordseite. Über das Foyer sind die Büroräume sowie die Fahrzeughalle im Erdgeschoss erreichbar, eine Treppe und ein Aufzug führen von dort aus ins Obergeschoss. Dort befinden sich unter anderem der große Schulungsraum, eine Teeküche und Sanitärräume sowie der Bereitschaftsraum und der Raum der Jugendfeuerwehr.
Alle Bereiche im Gebäude und an den Übergängen zum Außenbereich sind schwellenlos erreichbar. Eine Aufzuganlage erschließt beide Geschosse barrierefrei. Eine behindertengerechte Toilette befindet sich im Obergeschoss. Es gibt einen barrierefreien Stellplatz auf der Fläche des Alarmparkplatzes.
Der Neubau wurde in Anlehnung an den Passivhausstandard errichtet. Alle Dächer erhielten eine extensive Dachbegrünung. Die Attika der Halle bildet einen baulichen Sichtschutz, sodass die technischen Dachaufbauten aus Perspektive von Passant*innen nicht sichtbar sind. Auf Teilen des Daches wurde eine Photovoltaikanlage zur Stromversorgung der Feuerwache installiert. Für eine gute Akustik sorgen raumakustisch wirksame Decken. Der Schulungsraum und der Raum der Jugendfeuerwehr erhielten zusätzlich Wandabsorber für bessere Hörsamkeit.
Die beiden Stichstraßen Am Sünderkamp und Am Seelberg werden weiterhin als Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer vorgehalten und bilden gleichzeitig den Vorplatz vor dem Eingangsbereich. Der Baumbestand wurde so weit wie möglich erhalten. Zwischen Gebäude und Parkplatz wird im Herbst ein sogenannter Klimabaum gepflanzt. Neben Rasenflächen wird das Grundstück mit heimischen Pflanzen begrünt. Zwei Stellplätze des Alarmparkplatzes sind mit einem Ladepunkt für Elektrofahrzeuge ausgestattet. Die Ladeinfrastruktur ist bereits für weitere Ladestationen ausgelegt. Zudem gibt es 20 Fahrradstellplätze.
Das vorherige Gebäude aus dem Jahr 1961 war zu klein geworden und in die Jahre gekommen, so dass eine wirtschaftliche und zukunftsfähige Nutzung nicht mehr möglich war. Derzeit ist die Ortsfeuerwehr Misburg in einem Interimsgebäude nur wenige hundert Meter vom eigentlichen Standort untergebracht, um auch in der Bauphase jederzeit einsatzbereit zu sein. Das Bauvorhaben wurde durch den Fachbereich Gebäudemanagement der Landeshauptstadt Hannover geplant und durchgeführt, ohne Einschaltung externer Architekt*innen.
- Projekt: Neues Feuerwehrhaus in Misburg
- Adresse: Am Seelberg 20, 30629 Hannover-Misburg-Anderten
- Bauherrin: Landeshauptstadt Hannover (LHH), Fachbereich Gebäudemanagement
- Architektur und Projektsteuerung: LHH, Fachbereich Gebäudemanagement
- Freiraumplanung und Projektsteuerung: LHH, Fachbereich Umwelt und Stadtgrün
- Start Abbrucharbeiten: Oktober 2022
- Beginn Neubau: August 2023
- Fertigstellung: Juni 2026
- Betriebsaufnahme: voraussichtlich September 2026
- Fläche: rund 1.378 Quadratmeter (Nettoraumfläche)
- Kosten: circa 8,9 Millionen Euro