Der bundesweite Hitzeaktionstag am 11. Juni 2026 rückt auch die Bedürfnisse obdachloser Menschen bei hohen sommerlichen Temperaturen in den Fokus. Die Landeshauptstadt Hannover hat sich frühzeitig auf diese Situation eingestellt und gibt den Betroffenen in Zusammenarbeit mit anderen sozialen Trägern und ehrenamtlichen Organisationen gezielte Hilfestellungen: Knapp 30 soziale Einrichtungen haben Bedarf für Trinkwasser im Gesamtvolumen von knapp 20.000 Euro über den städtischen Interventionsfond angemeldet sowie für die Anschaffung von Hygieneartikeln, Sonnenschutz und Sommerschlafsäcken in Höhe von etwa 12.000 Euro.
„Obdachlose Menschen haben bei den hohen Temperaturen eine besondere Schutzbedürftigkeit“, betont Sozialdezernentin Sylvia Bruns. „Aus den Erfahrungen der letzten Jahre werden in diesem Jahr die Anzahl der Wasserflaschen für die Trinkwasserversorgung noch einmal erhöht. Wir hoffen, möglichst viele Menschen zu erreichen. Das funktioniert nur in der bewährten Zusammenarbeit mit den sozialen Trägern und den vielen Ehrenamtlichen.“
Die Marktkirche Hannover bietet an Hitzetagen, ab 30 Grad Celsius Trinkwasser für obdachlose Menschen an. Das gibt es dort den gewohnten Öffnungszeiten, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 17 Uhr und sonntags von 9.30 bis 18 Uhr. Das Diakonische Werk Hannover unterstützt die Aktion in der Marktkirche, die gleichzeitig als „kühler Ort“ fungiert und den Menschen Schutz vor Sonne und Hitze bietet.
Insgesamt 22 Trinkwasserbrunnen der Stadt Hannover bilden die Basis der Wasserversorgung für Bedürftige. Im Rahmen des „Homeless Care Projekts“ verteilen die Mitarbeitenden des Tibet-Zentrums mit Lastenfahrrädern in den Monaten Juli und August 2026 täglich das Trinkwasser, zusätzlich zu den regelmäßigen wöchentlichen Touren. So sollen noch mehr Menschen erreicht und versorgt werden, auch diejenigen, die keine Tagesaufenthalte nutzen. Auch der Tagesaufenthalt in der Dornierstraße dient als zusätzliche Anlaufstelle – Trinkwasser wird hier ebenfalls angeboten. Alle Maßnahmen der Sommerhilfe werden mit Spenden sowie mit Mitteln aus dem städtischen Interventionsfonds und dem städtischen Programm zur Klimaanpassung finanziert.
Mit dem Flyer „Tipps bei großer Hitze" informieren Straßensozialarbeiter*innen und Ehrenamtliche aktiv über die Versorgung mit Trinkwasser. Dabei wird auch auf die Möglichkeit hingewiesen, Wasser in öffentlichen Sanitäranlagen zu nutzen. Der Flyer enthält darüber hinaus eine Übersicht der städtischen Trinkwasserbrunnen und medizinische Informationen zum Verhalten bei Hitze der Caritas-Straßenambulanz. Ein weiteres Hilfsangebot hat die Stadt mit der ÜSTRA vereinbart. Obdachlose Menschen dürfen bei Außentemperaturen von mehr als 30 Grad die Tunnelstationen zur kurzfristigen Abkühlung nutzen. Die ÜSTRA behält sich vor, in stark frequentierten Stationen zur Gewährleistung der Sicherheit auf eine nahegelegene alternative Station zu verweisen.
Ein Angebot ohne städtische Beteiligung, das die Landeshauptstadt jedoch ausdrücklich unterstützt, sind die „Social Kioske“ von Hannover 96. Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten können die Social Kioske nutzen. Dort gibt es Wasser kostenlos, das ohne Voranmeldung abgeholt werden kann. Die Stadt weist in ihren Netzwerken auf dieses Angebot hin.
Zudem arbeitet die Stadt in Zusammenarbeit mit der Region Hannover an der Ausweisung von kühlen Orten. Diese Karte ist unter auf der Seite oder über den Link abgerufen werden: www.hannover.de/hitze
Eine Übersicht der Trinkwasserbrunnen in Hannover ist ebenfalls unten zu finden oder über folgenden Link: www.hannover.de/LHH-Trinkwasserbrunnen-in-Hannover
Der Flyer „Tipps bei großer Hitze“ wird demnächst unter diesem Download Link verfügbar sein und im Netzwerk der Obdachlosenhilfe verteilt: www.Hannover.de/LHH-Sommerhilfe