Stadt legt Waldzustandsbericht 2025 vor - Hannover.de

Waldzustandsanalyse

Stadt legt Waldzustandsbericht 2025 vor

Der Wald ist für viele Hannoveraner*innen mehr als ein Naturraum – er ist Rückzugsort, Klimaschützer und Teil der städtischen Identität. Der Ende Januar vorgelegte Waldzustandsbericht 2025 zeigt: Hannovers Stadtwald steht weiterhin unter dem Einfluss von Hitze und Trockenheit, weist aber auch Anzeichen von Anpassung und Erholung auf.

Die Landeshauptstadt Hannover hat den Zustand der Stadtwälder untersucht. 

Die Landeshauptstadt Hannover beobachtet den Zustand ihres Stadtwaldes seit Jahren aufmerksam. Der aktuelle Waldzustandsbericht 2025 zeichnet ein differenziertes Bild: Die Folgen des Klimawandels sind deutlich sichtbar, zugleich gibt es bei einzelnen Baumarten positive Entwicklungen.

Witterung setzt Bäumen weiter zu

Das vergangene Jahr war erneut deutlich zu warm und – anders als die beiden Vorjahre – zu trocken. Zwar profitierten die Waldbäume noch von den niederschlagsreichen Wintern 2023 und 2024, die langanhaltende Frühjahrstrockenheit von Februar bis Juni wirkte sich jedoch spürbar auf ihre Vitalität aus.

Die mittlere Kronenverlichtung, ein zentraler Indikator für den Gesundheitszustand der Bäume, stieg über alle Baumarten und Altersklassen hinweg leicht um 0,7 Prozentpunkte auf 37,7 Prozent. Auch der Anteil stark geschädigter Bäume nahm geringfügig zu und liegt nun bei 7,9 Prozent.

Hainbuche prägt das Gesamtbild

Ausschlaggebend für diese Entwicklung ist vor allem der Zustand einzelner Laubbaumarten, insbesondere der Hainbuche. Eine außergewöhnlich starke Fruchtbildung führte dazu, dass viele dieser Bäume weniger Blattmasse ausgebildet haben. Dieses natürliche Phänomen lässt die Kronen sichtbar lichter erscheinen und beeinflusst die Gesamtbewertung des Waldzustands.

Erholung bei der Buche – vorsichtige Entwarnung

Erfreuliche Entwicklungen zeigen sich dagegen bei der Buche. Trotz weiterhin hoher Schäden in älteren Beständen hat sich ihr Zustand verbessert: Die untersuchten Buchen trugen im Durchschnitt rund sechs Prozent mehr Laub als im Vorjahr. Der Anteil stark geschädigter Bäume ging deutlich von 16,9 auf 10,2 Prozent zurück.

Diese Entwicklung verdeutlicht, dass sich einzelne Baumarten bei günstigeren Wasserverhältnissen zumindest teilweise erholen können – auch wenn die Belastung insgesamt hoch bleibt.

Alter Stadtwald besonders unter Druck

Ein entscheidender Faktor für den Zustand des Stadtwaldes ist seine Altersstruktur. Rund 96 Prozent der untersuchten Waldbäume sind älter als 60 Jahre. Alte Buchen und Eichen prägen das Bild des hannoverschen Stadtwaldes, sind jedoch weniger anpassungsfähig gegenüber Hitze, Trockenheit und weiteren Stressfaktoren.

Diese Besonderheit erklärt, warum der Stadtwald insgesamt stärker unter Klimastress steht als viele Wälder im Umland.

Langfristige Pflege statt kurzfristiger Eingriffe

Seit 2021 führt der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün eine eigene Waldzustandserhebung durch, um den Gesundheitszustand des Stadtwaldes systematisch zu erfassen. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für gezielte Maßnahmen zur Klimaanpassung.

Dazu zählen unter anderem:

  • die Förderung klimaangepasster, heimischer Baumarten,
  • die gezielte Unterstützung der Naturverjüngung,
  • der Rückbau überflüssiger Wege in der Eilenriede.

Allein dort sollen rund drei Kilometer Waldwege entsiegelt werden, um den Boden zu entlasten und das Wachstum der Gehölze zu fördern. Ergänzend arbeitet die Stadt an einem Wassermanagementkonzept, das Regenwasser stärker im Wald hält und gezielt in die Eilenriede einleitet.

Stadt setzt auf Geduld und Fachwissen

„Wir werden das Klima nicht auf lokaler Ebene verändern können“, sagt Justin Kirchhoff, Leiter des Fachbereichs Umwelt und Stadtgrün. „Aber wir können und werden alles tun, um unseren Stadtwald widerstandsfähiger zu machen – mit Geduld, Fachwissen und langfristigem Engagement.“

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