Stromausfälle oder kurzfristige Versorgungsengpässe können alle treffen. Für ältere Menschen kann dies jedoch besonders herausfordernd sein. Daher startet der Kommunale Seniorenservice der Landeshauptstadt Hannover das Projekt „Vorsorgekiste für Senior*innen“ in Kooperation mit dem Einzelhandel. Die Kiste enthält haltbare, sofort verzehrbare Lebensmittel. Ein Einzelhändler im Stadtteil Wettbergen ist bereits dabei, dort ist die Kiste zum Preis von 37 Euro erhältlich. Weitere Kooperationen mit Supermärkten sollen folgen.
„Vorsorge ist Fürsorge, das war unser Leitprinzip bei diesem Projekt. Durch die bereits fertig zusammengestellte Kiste bieten wir älteren Menschen die Möglichkeit, sich niedrigschwellig auf eventuelle Krisensituationen vorzubereiten und das mit nahrhaften Lebensmitteln. Ziel ist es, weitere Lebensmittelhändler stadtweit für das Projekt zu gewinnen, so dass alle Senior*innen in Hannover davon profitieren können”, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns zum Start.
Die nach ernährungsphysiologischen Aspekten gepackte Vorsorgekiste soll ausschließlich als Notfallreserve dienen. Die enthaltenen Lebensmittel sind auch ohne vorheriges Erhitzen verzehrbar. Bei der Zusammenstellung der Vorsorgekiste wurde auf sättigende und pflanzliche, eiweißreiche Produkte geachtet. Die Lebensmittel sind alle mindestens ein Jahr haltbar, können gut in der Wohnung oder dem Haus gelagert werden und stehen im Notfall zur Verfügung. Darüber hinaus werden weitere hilfreiche Tipps für krisenhafte Situationen und deren Vorbeugung in einem Informationsflyer mitgeliefert.
Der Lebensmittelhändler deklariert die Koste, die Käufer*innen müssen diese selbst entrichten. Die Kiste ist für Bürger*innen aller Altersgruppen erhältlich. In Planung ist auch die Möglichkeit eines kostenpflichtigen Lieferservices.
Der Impuls für das Projekt kam durch den Stromausfall in Teilen Berlins zu Beginn des Jahres 2026 und den langen Winter 2026, der durch viel Schnee erhebliche Beschwerlichkeiten beim Einkaufen für ältere Menschen nach sich zog. Diverse Rückmeldungen von Senior*innen beim kommunalen Seniorenservice gaben dann den Ausschlag zum Start des Projektes. Sie äußerten Ängste und Unsicherheiten im Hinblick auf Krisensituationen und die eigene Versorgungssituation. Ein ähnliches Vorsorgeprojekt in Wathlingen und Flothwedel stand zudem Pate.
Der Kommunale Seniorenservice ist eine zentrale Anlaufstelle im Fachbereich Senioren der Landeshauptstadt Hannover für Menschen ab 60 Jahren, Angehörige und Interessierte. Er bietet kostenfreie Informationen und Beratung zu Themen wie beispielsweise Wohnen im Alter, Pflege, Vorsorge und Freizeitgestaltung an. Zusätzlich fördert er ehrenamtliches Engagement, organisiert Veranstaltungen und bietet Unterstützung im Alltag.