Von der Stadt beauftragte Gutachter haben bei einer routinemäßigen Überprüfung in einem nicht öffentlich zugänglichen Raum eine leichte Überschreitung des Richtwerts von 800 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Raumluft festgestellt. Eine dauerhafte Überschreitung dieses Wertes wird vom Umweltbundesamt als potenziell gesundheitsgefährdend eingestuft. Der vom Land Niedersachsen festgelegte Interventionswert von 3.000 Nanogramm PCB pro Kubikmeter Raumluft wurde zu keinem Zeitpunkt erreicht.
Die Stadt nimmt die aktuellen Erkenntnisse zum Anlass, vorsorglich weitere Teile des Gebäudes untersuchen zu lassen – darunter die Veranstaltungssäle, die Stadtteilbibliothek sowie die im Haus untergebrachte Gastronomie. Zwar geht die Stadt nicht davon aus, dass dort erhöhte PCB-Werte vorliegen, möchte jedoch auf Nummer sicher gehen. Nach Einschätzung von Expert*innen stammt die Belastung aus PCB-haltigen Materialien in den Fassaden des Stadtteilzentrums. Im Unterschied zum Bürgeramt verfügen Säle, Bibliothek und Gastronomiebereich über geringere Fassadenanteile, ein größeres Luftvolumen und mechanische Lüftungsanlagen, was eine Belastung weniger wahrscheinlich macht.
Ziel der in der kommenden Woche beginnenden Messungen ist es, die unbedenkliche Nutzung der öffentlichen Bereiche gutachterlich abzusichern.
Für die betroffenen Räume entwickeln das städtische Gebäudemanagement und der betriebliche Gesundheitsschutz Maßnahmen, um die PCB-Werte dauerhaft zu senken.
PCB (polychlorierte Biphenyle) sind Industriechemikalien, die früher unter anderem in Baumaterialien eingesetzt wurden. Herstellung und Verwendung sind in Deutschland seit 1989 verboten, da PCB als krebserregend gelten.