Infrastrukturfragen berühren oft sehr konkrete Alltagserfahrungen: die Suche nach einem bezahlbaren Proberaum, die Planung von Konzerten, die Zugänglichkeit von Räumen oder die Verlässlichkeit von Förderstrukturen. Im Workshop Infrastruktur am 18.11.2025 wurde jedoch deutlich, dass diese Einzelaspekte Teil eines größeren Zusammenhangs sind.
Musikalische Infrastruktur entsteht dort, wo bauliche, organisatorische und soziale Faktoren zusammenspielen. Räume sind nicht nur Orte, sondern Möglichkeitsräume. Sie entscheiden darüber, wer Zugang hat, wer sich angesprochen fühlt und welche Formen von Musik entstehen können. Gleichzeitig sind sie eingebettet in Verwaltungslogiken, Nachbarschaften und Stadtentwicklungsprozesse.
Der Austausch im Workshop machte sichtbar, wie wichtig langfristige Perspektiven, transparente Strukturen und neue Formen der Öffnung sind. Infrastruktur wird so zu einer gemeinsamen Aufgabe – getragen von Verwaltung, Szene und Stadtgesellschaft.
Infrastruktur ist die Grundlage jedes musikalischen Schaffens. In der Musikstrategie wird sie bewusst ganzheitlich verstanden. Dazu gehören:
- Musikinstitutionen und Bildungsorte
- Spielstätten der freien Szene
- Proben- und Begegnungsräume
- Dritte Orte wie Bibliotheken oder Kirchen
- Förderstrukturen, Netzwerke und digitale Tools
Musikalische Infrastruktur ist damit ein gemeinschaftlicher Auftrag. Zentrale Entwicklungsziele sind:
- ausreichende, planbare und zugängliche Proben- und Veranstaltungsräume
- transparente digitale Zugänge zu räumlicher Infrastruktur
- Öffnung von Institutionen als flexible, einladende Orte
- Schaffung von Räumen für Austausch zwischen unterschiedlichen Szenen