„Alles, was ein Dichter heute tun kann, ist: warnen.“ Diese Worte des 1918 im Ersten Weltkrieg mit gerade 25 Jahren gefallenen Dichters Wilfred Owen setzte Benjamin Britten als Leitwort über die Partitur seines monumentalen War Requiems.
Das Werk entstand 1961/62 als Auftragskomposition zur Einweihung des Neubaus der Kathedrale von Coventry, deren gotischer Vorgängerbau im November 1940 der Kriegsbombardierung durch deutsche Angriffe zum Opfer gefallen war. Es verbindet den Text der lateinischen Totenmesse mit englischsprachigen Gedichten von Wilfred Owen. Diese oratorienähnliche Anlage spiegelt sich auch in der Besetzung wider: Die unterschiedlichen Elemente sind auf ein Solisten-Trio (Sopran, Tenor, Bariton), Knaben-(Kinder-)Chor, gemischten Chor, Sinfonieorchester und Kammerorchester verteilt.
In der Marktkirche wirkt dieses musikalische Anti-Kriegs-Bekenntnis besonders: Auch das zentrale Gotteshaus Hannovers hat schwere Zerstörung im zweiten Weltkrieg hinter sich, einige Spuren sind im Rahmen des Wiederaufbaus der 1950er Jahre bewusst sichtbar belassen worden.
Bachchor Hannover
Der Bachchor Hannover hat rund 100 aktive Mitglieder und ist als Konzertchor mit jährlich drei Orchesterkonzerten und einem a-cappella-Konzert fest im Hannoverschen Kulturleben verankert. Von 1986 bis 2024 wurde der Chor von Jörg Straube geleitet, seitdem ist Christian Rohrbach neuer Chorleiter.
Programm
Benjamin Britten
War Requiem, op. 66
Interpreten
Nadja Stefanoff, Sopran
Ed Lyon, Tenor
Henryk Böhm, Bariton
Bachchor Hannover
Kinder- & Jugendchor der Marktkirche
Osnabrücker Symphonieorchester
Christian Rohrbach, Leitung