In der Auftaktveranstaltung des Zukunftsdiskursprojekts „Diskriminierung in der Gesundheitsversorgung – Expertisen und Erfahrungen entlang von Rassismus, Behinderung und Geschlecht“ der Medizinischen Hochschule Hannover am 11. März werden verschiedene Formen von Diskriminierung, deren Zusammenspiel im Gesundheitssystem und historische Entwicklungen vorgestellt, sowie aktuelle Forschungsergebnisse diskutiert.
Karen Nolte (Prof.in am Institut für Geschichte und Ethik der Medizin, Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg):
„Von Schädelgrößen, Affekten und Eigenthümlichkeiten. Medizin und Geschlecht im 19. Jahrhundert“
Der Vortrag zeigt anhand ausgewählter Beispiele, wie sich im 19. Jahrhundert gesellschaftliche Vorstellungen von Geschlecht wandelten, wie geschlechtsspezifische Eigenschaften biologisiert wurden und welche Rolle die Medizin in diesem Prozess spielte.
Muna AnNisa Aikins (Postdoc am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung & Each One Teach One e.V. (EOTO)):
„Communities-basierte Evidenz zu Diskriminierung und Rassismus im Gesundheitswesen“
Im Fokus stehen communities-basierte Forschungsergebnisse, die Erfahrungen marginalisierter Communities mit Diskriminierung und Rassismus im Gesundheitswesen sichtbar machen, sowie die Bedeutung struktureller und intersektionaler Diskriminierung für Zugänge, Behandlungsqualität und gesundheitliche Auswirkungen. Zudem wird diskutiert, wie communities-basierte Ansätze etablierte Forschung und Praxis machtkritisch hinterfragen und Impulse für eine gerechtere Gesundheitsversorgung geben können.
Swantje Köbsell (Prof.in a.D. für Disability Studies, Alice Salomon Hochschule Berlin, Mitgründerin der Beratungsstelle Selbstbestimmt Leben e.V. und der Assistenzgenossenschaft Bremen):
„Barrieren in der Gesundheitsversorgung behinderter Menschen“
Der Vortrag thematisiert physische Barrieren und „Barrieren in den Köpfen“ im Gesundheitswesen, die dazu führen, dass behinderte Menschen häufig nicht die gleiche Versorgungsqualität erhalten wie die Durchschnittsbevölkerung. Vor dem Hintergrund der UN-Behindertenrechtskonvention werden ableistische Strukturen, ihre Folgen und mögliche Wege zur Veränderung diskutiert.
Die Veranstaltung findet online statt. Eine Anmeldung ist nicht notwendig. Interessenten können via MS-Teams an der Veranstaltung teilnehmen