Immer wieder haben autoritäre Regime versucht, Kultur und Kunst unter Kontrolle bringen, um sie für ihre Zwecke nutzbar zu machen – ob durch Zensur, den Zugriff auf Medien und Bildungssystem oder durch Förderung eines Kunstschaffens, das der eigenen Ideologie als Stütze dient. Auch heute zeigen sich solche Tendenzen in unterschiedlicher Ausprägung: In Russland und China setzt staatlich gelenkte Kulturpolitik auf Narrative von überlegener nationaler Größe. In Teilen Europas werden Debatten um Erinnerungskultur und Identität bewusst politisch instrumentalisiert. Selbst in Deutschland, wiewohl weit entfernt davon, Kultur unter Staatskuratel zu stellen, können Kulturinstitutionen unter Druck geraten. Etwa dann, wenn die Kürzung von Fördergeldern durch die politische Großwetterlage beeinflusst zu sein scheint. Oder wenn Künstler, die sich politisch äußern – oder genau das nicht tun möchten – in Rechtfertigungszwänge geraten.
Welche Strategien autoritärer Einflussnahme auf Kunst und Kultur lassen sich weltweit beobachten? Wo und wie wird Kunst in bedenklicher Weise politisiert? Und wie gelingt es Künstlerinnen und Künstlern sowie den sie tragenden Institutionen, Autonomie zu bewahren? Antworten auf diese Fragen suchen Experten beim Herrenhäuser Gespräch mit dem Titel "Kultur unter Kontrolle? Wie autoritäre Systeme die Kunst instrumentalisieren" am 10. März im Xplanatorium des Schlosses Herrenhausen.
Programm
Podiumsdiskussion
Prof. Dr. Friedrich Geiger, Musikwissenschaftler, Hochschule für Musik und Theater München
Dr. Félix Krawatzek, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien
Dr. Katja Lembke, Direktorin, Niedersächsisches Landesmuseum Hannover
Prof. Dr. Dr. h.c. Dr. h.c. Angelika Nußberger M.A., Universität zu Köln, Rechtswissenschaftliche Fakultät, Akademie für europäischen Menschenrechtsschutz
Moderation
Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur
Livestream
Die Veranstaltung kann am Veranstaltungstag auf www.volkswagenstiftung.de im Livestream verfolgt werden.
NDR Kultur zeichnet das Herrenhäuser Gespräch auf und sendet es zeitversetzt im "Sonntagsstudio" am 12. April um 20:05 Uhr.