Im Jahre 2022 lag die Lebenserwartung bei Geburt in Deutschland knapp zwei Jahre unter dem westeuropäischen Durchschnitt, mit deutlichen geschlechterspezifischen Unterschieden. So zeigen Frauen erst ab einem Alter von 75 Jahren eine erhöhte Sterblichkeit, Männer vor allem zwischen 55 und 74 Jahren. Mögliche Ursachen werden in den Ernährungsgewohnheiten, dem Alkoholkonsum und mangelnder Bewegung vermutet. Auch achten viele Deutsche privat zu wenig auf ihre Gesundheit und verlassen sich zu sehr auf das System. Ein Gesundheitssystem, für das Deutschland, gemessen an der Wirtschaftsleistung, den höchsten Anteil innerhalb der EU-Staaten ausgibt. Während dieses System sehr gut darin ist, schwer- und schwerstkranken Menschen zu helfen, verhindert es kaum, dass Menschen überhaupt krank werden. Vor allem mehr Prävention, Früherkennung, Aufklärung und Bildung könnten nach Aussagen von Experten die Lebenserwartung der Deutschen erheblich steigern.
In wessen Verantwortlichkeit liegt die Aussicht auf ein langes und gesundes Leben? Welche Rolle spielen die Krankenkassen? Und wie können Prävention und Früherkennung mehr Relevanz innerhalb des deutschen Gesundheitssystems bekommen? Antworten auf diese Fragen suchen Experten beim Herrenhäuser Forum mit dem Titel "Warum sterben die Deutschen früher? Lebenserwartung im westeuropäischen Vergleich" am 3. September im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen.
Podiumsdiskussion
Dr. Christina Berndt, Leitende Redakteurin Ressort Wissen Süddeutsche Zeitung, Wissenschaftsjournalistin, Autorin
Dr. Silke Heinemann, Abteilungsleiterin Prävention, Krankheitsbekämpfung, Öffentliche Gesundheit
Prof. Dr. med. Hajo Zeeb, Abteilungsleitung Prävention und Evaluation, Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie, Bremen
Moderation
Axel Rahmlow, DLF Kultur
Die Veranstaltung kann am Veranstaltungstag auf www.volkswagenstiftung.de im Livestream verfolgt werden.