Unsere Gesellschaft lockt mit einem Versprechen: Hier bist du Mensch, hier darfst du’s sein – als autonomes Individuum. Jede:r Einzelne ist zur Entfaltung von Persönlichkeit und Talenten eingeladen, zur Verwirklichung der Möglichkeiten, die in ihr und ihm angelegt sind. Diesem Versprechen steht ein Druck entgegen, den immer mehr Menschen empfinden: Um als Persönlichkeit respektiert zu werden, gilt es, Standards zu beachten, unausgesprochene und ungeschriebene, dafür umso wirksamere Vorgaben der Gesellschaft. Wer nicht bereit oder in der Lage ist, sich dem leisen Zwang zu Anpassung und Konformität zu fügen, gerät leicht unter die Außenseiter:innen. Und die, scheint es, genießen heute weniger Akzeptanz als zu anderen Zeiten. Andersdenkende, anders Aussehnende oder Lebende, gar ohne Obdach durch die Städte streifende Menschen: Wer erst das Stigma des Außenseiters trägt, ist raus und findet schwer zurück.
Wer wird von uns als Außenseiter wahrgenommen? Wie kommt es, dass Eigensinn und Abweichung, einst als "Querdenken" positiv besetzt, oft zum Ausschluss führen? Welchen Anteil haben ökonomische, mediale, politische Entwicklungen – und Versuche, unter der Flagge des Nonkonformismus die Demokratie zu unterwandern? Lässt sich in unserer Gegenwart das Versprechen auf ein Leben nach der eigenen Façon sinnvoll einlösen? Antworten auf diese Fragen suchen Experten beim Herrenhäuser Gespräch mit dem Titel "… und raus bist du? Über unseren Umgang mit Außenseitern" am 6. Oktober im Tagungszentrum Schloss Herrenhausen.
Podiumsdiskussion
Prof em. Dr. Ralf Konersmann, Ehem. Direktor, Philosophisches Seminar, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Philosoph, Publizist und Autor von "Außenseiter. Ein Essay"
Dr. Pia Lamberty, Sozialpsychologin und Sachbuchautorin (live zugeschaltet)
Prof. Dr. Magdalena Nowicka, Leiterin Abteilung Integration, Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung DeZIM
Moderation
Dr. Ulrich Kühn, NDR Kultur
Die Veranstaltung kann am Veranstaltungstag auf www.volkswagenstiftung.de im Livestream verfolgt werden.