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MHH

Neue Technik zur Gefäßreparatur

Neues Verfahren zur Reparatur kranker Herzgefäße: Kardiologen der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) haben Patienten erstmals Stents eingesetzt, die sich selbst auflösen.

Dabei handelt es sich um Implantate auf der Basis von Milchsäure, die zunächst ein Medikament freisetzen und sich anschließend innerhalb von zwei Jahren auflösen. "Das neue Verfahren hat den Vorteil, dass kein Metall als Fremdkörper zurückbleibt", sagt Professor Dr. Johann Bauersachs, Direktor der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.

Bisher kamen Stents aus Metall zum Einsatz

Bisher war es laut MHH üblich, Patienten mit verengten Herzkranzgefäßen Stents (Gefäßstützen) aus Metall einzusetzen. Diese geben zwar auch ein Medikament ab, bleiben aber im Körper und stellen somit ein Risiko für Gerinnselbildungen dar.

Vorteile für junge Erkrankte

Die meisten der Patienten mit koronare Herzkrankheit (KHK) sind zwischen 50 und 80 Jahre alt. Es gibt aber auch wesentlich jüngere Erkrankte. "Gerade für sie wäre es ein großes Plus, kein Metall dauerhaft im Körper zurückzubehalten", sagt Privatdozent Dr. Julian Widder, Geschäftsführender Oberarzt und Leiter des Herzkatheterlabors der MHH-Klinik für Kardiologie und Angiologie.

Gefäßfunktion teilweise wiederherstellen

Durch die Therapie mit den sich selbstauflösenden Implantaten ist es möglich, die natürliche Gefäßfunktion teilweise wiederherzustellen. "Nachdem sich der Stent aufgelöst hat, kann sich das Gefäß bewegen, anspannen und pulsieren. Das ist bei einem steifen Metall-Stent nicht möglich", sagt Bauersachs.

Geringes Risiko einer Thrombosebildung

Erste klinische Studien mit den neuen Gefäßstützen haben ergeben, dass das Risiko einer Thrombosebildung in den ersten Jahren nach dem Implantieren gering ist. "Es besteht die berechtigte Hoffnung, dass sich dieses Ergebnis auch in Langzeitstudien bestätigt", sagt Bauersachs.

Koronare Herzkrankheit gehört zu häufigsten Todesursachen

Die koronare Herzkrankheit (KHK) gehört zu den häufigsten Todesursachen im Erwachsenenalter. Dabei führen verengte oder verschlossene Herzkranzgefäße zu einer Mangeldurchblutung des Herzmuskels und häufig zu einem Herzinfarkt.