Termine & Themen

Eröffnung der HANNAH ARENDT TAGE 2026

Prof. Dr. Roger Berkowitz spricht und diskutiert am 22. September in der Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover über „Die Kraft der Freundschaft in einer zerbrochenen Welt“. 

Prof. Dr. Roger Berkowitz

Kann uns das Denken gegen das Böse wappnen, ohne uns zu sagen, was gut ist? Hannah Arendt stellt diese Frage nicht, um zu behaupten, dass das Denken moralische Gewissheit verschafft. Das kann es nicht. Das Denken selbst bringt keine Doktrin hervor, kein politisches Programm, kein verlässliches Wissen über Recht und Unrecht. Das Denken ist gerade deshalb gefährlich, weil es überlieferte Regeln und Gewissheiten auflöst. Und so gibt Arendt zu bedenken, ob wir uns gegen das Böse wappnen, wenn wir das Hinterfragen zur Gewohnheit machen.

Arendts Aufruf „innezuhalten und nachzudenken“ ist die Einladung, in einem stillen Dialog – dem Gespräch mit uns selbst – zu denken, uns selbst gegenüber verantwortlich zu sein. Durch Freundschaft wird das Denken für Arendt weltlich: Im Gespräch mit einem Gegenüber erfahre ich, wie die Welt einem anderen Menschen erscheint. In der Freundschaft prüfen wir unsere Meinungen, ertragen Meinungsverschiedenheiten und halten die Möglichkeit einer gemeinsamen Welt offen.

Grußwort

  • Belit Onay, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Hannover

Poetry Slam

  • Diden, Schülerin der IGS Roderbruch, Jahrgang 13

Vortrag

  • „stop and think“: Die Kraft der Freundschaft in einer zerbrochenen Welt: Prof. Dr. Roger Berkowitz
    Prof. Dr. Roger Berkowitz ist Professor für Politikwissenschaft und Menschenrechte am Bard College sowie Gründer und wissenschaftlicher Leiter des Hannah-Arendt-Zentrums für Politik und Geisteswissenschaften, Annandale-on-Hudson, New York, USA. Er moderiert den Podcast „Reading Hannah Arendt“ und verfasst den wöchentlichen Newsletter „Amor Mundi“, in dem er sich mit politischem Denken und aktuellen Themen befasst. Er ist Preisträger des vom Verein Hannah-Arendt-Preis für politisches Denken e. V. verliehenen Hannah-Arendt-Preises für politisches Denken (2019). In diesem Jahr erscheint sein Buch „A World We Share: Hannah Arendt and the Power of Friendship in a Broken World“
    (Yale University Press, 2026).

Podiumsdiskussion

  • Moderation: Friedrich Weißbach
    Friedrich Weißbach hat Philosophie und Musikwissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin, der Sapienza Università di Roma sowie der Université Lumière Lyon 2 studiert. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Humboldt-Universität zu Berlin und promoviert im Rahmen des Berliner Graduiertenkollegs „Normativität, Kritik, Wandel“. Als freier Journalist schreibt er u. a. für die FAZ, Zeit Online, den Deutschlandfunk und das Philosophie Magazin. Publikation: „Recht und Gemeinschaft. Zu Hannah Arendts Kritik der Menschenrechte“ (Lukas Verlag, 2025).

Termine

22.09.2026 ab 18:00 Uhr

Ort

Ada-und-Theodor-Lessing-Volkshochschule Hannover
Burgstraße 14
30159 Hannover

Dies ist eine Veranstaltung mit freiem Eintritt

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Nach oben