„Kooperative Klassenteams“: Mehr Unterstützung in Hannovers Klassenzimmern

Modellprojekt

„Kooperative Klassenteams“: Mehr Unterstützung in Hannovers Klassenzimmern

Wie können Grundschüler*innen im Unterricht besser unterstützt und Lehrkräfte entlastet werden? Die Landeshauptstadt Hannover testet mit „Kooperativen Klassenteams“ ein innovatives Konzept an Ganztagsgrundschulen. Zusätzliche pädagogische Fachkräfte arbeiten eng mit Lehrkräften zusammen, um individuelle Förderung zu ermöglichen und die Arbeitsbelastung zu reduzieren.

Schulunterricht

Kooperative Klassenteams

Die sogenannten Klassenteampartner*innen helfen im Schulalltag beispielsweise bei Gruppenarbeiten, unterstützen einzelne Kinder beim Lernen, begleiten Ausflüge oder vermitteln bei Konflikten. So entsteht mehr Zeit für individuelle Förderung und für die Bedürfnisse der Schüler*innen.

„Kinder lernen unterschiedlich schnell und bringen ganz verschiedene Voraussetzungen mit. Kooperative Klassenteams ermöglichen es, jedes Kind noch besser im Blick zu behalten und gezielt zu unterstützen, wo es nötig ist“, sagt Kultur- und Bildungsdezernentin Eva Bender. „Damit stärken wir Bildungsgerechtigkeit und verbessern gleichzeitig die Lernbedingungen im Klassenzimmer.“

Die Klassenteampartner*innen kommen aus dem Ganztagsbereich der jeweiligen Schulen. Dadurch rücken der Unterricht am Vormittag und die Ganztagsangebote am Nachmittag enger zusammen. Gleichzeitig kann das Modell dazu beitragen, den Arbeitsplatz Schule für pädagogisches Fachpersonal attraktiver zu machen.

Modellprojekt an fünf Ganztagsgrundschulen

Seit dem Schuljahr 2025/26 wird das Projekt an fünf Ganztagsgrundschulen erprobt: an der Fichteschule, der Grundschule Fuhsestraße, der Grundschule Marienwerder, der Grundschule Mühlenberg und der Grundschule Am Stöckener Bach.

„Für uns ist das eine große Unterstützung im Schulalltag“, sagt Hille Wittenberg, Schulleiterin der Grundschule Am Stöckener Bach. „Wenn Lehrkraft und Klassenteampartner*in gemeinsam arbeiten, entsteht mehr Raum für individuelle Förderung – und auch für die kleinen Gespräche mit Kindern, die im Unterricht oft zu kurz kommen.“

Ziel des Projekts ist eine enge Zusammenarbeit im Klassenteam, bei der unterschiedliche pädagogische Perspektiven zusammenkommen.

„Wir erleben jeden Tag, wie wichtig Zeit und Aufmerksamkeit für Kinder sind. Manchmal reicht schon eine kurze Erklärung, eine Ermutigung oder ein Gespräch, damit ein Kind wieder Anschluss findet“, sagt Isabelle Löhmer von der Stiftung HELP e.V. Diese Stiftung gehört zu den Kooperationspartnerinnen, die an den Schulen den Ganztag mitgestalten und pädagogisches Fachpersonal bereitstellen.

Konzept dauerhaft an Schulen etablieren

Die Erfahrungen aus der Pilotphase sollen genutzt werden, um ein einheitliches Aufgaben- und Qualifikationsprofil für kooperative Klassenteams zu entwickeln. Perspektivisch soll das Konzept dauerhaft an Schulen etabliert werden.

Das Modellprojekt wird im Schuljahr 2025/2026 aus städtischen Mitteln finanziert, die gezielt Schulen in Stadtteilen mit besonderen sozialen Herausforderungen unterstützen. Die Verwaltung prüft zudem weitere Finanzierungsmöglichkeiten, etwa über Förderprogramme von Bund und Land.

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