Norddeutschlands größtes Bodenkunstwerk auf Hannovers Raschplatz eingeweiht
Bunt statt Grau
Art Underground: Erste Phase auf dem Raschplatz eingeweiht
Auf dem Raschplatz wurde der erste Teil von Norddeutschlands größtem eingeweiht.
Auf dem Raschplatz ist am 26. Juni in Anwesenheit von Oberbürgermeister Belit Onay und Sozialdezernentin Sylvia Bruns die erste Phase des Kunstprojekts „Art Underground“ eingeweiht worden. Das Bodenkunstwerk, das auch die Skulptur „CRASH PIPE“ (2026) von Florentina Holzinger integriert, wird bis Anfang Oktober auf rund 4.000 Quadratmetern fertiggestellt.
Feierten die Eröffnung (v. l. n. r.): Jascha Müller, Sozialdezernentin Sylvia Bruns, Oberbürgermeister Belit Onay und Performer*innen vom Feuerwerk der Turnkunst sowie (ganz rechts) Denis Dendy aka dendyden.
Die künstlerische Umsetzung von „Art Underground“ wird vom hannoverschen Street-Art-Künstler Jascha Müller kuratiert und liegt in den Händen mehrerer internationaler Graffiti- und Street-Art-Künstler*innen: DELTA aus den Niederlanden mit geometrischer, architektonischer Bildsprache, dendyden, gebürtig aus Russland und heute in Berlin lebend, mit 3D-Illusionen und perspektivischen Effekten sowie IOTA aus Belgien mit organischen Formen und dynamischen Linien.
DELTA und dendyden haben ihre Arbeiten bereits auf die Fläche gebracht. IOTA wird ab dem 7. Juli ihren Teil des Kunstwerks gestalten. Ergänzt wird das Bodenkunstwerk anschließend durch Arbeiten der hannoverschen Street-Art-Szene, die sich im Rahmen eines „Open Calls“ beteiligen kann.
Die 3D-Illusionen von dendyden lassen sich von gekennzeichneten Blickpunkten an den Haupttreppen zum Platz sowie etwa vor dem Gebäude der Merkur Spielbanken besonders gut erleben. Informationen zum Bodenkunstwerk finden sich zudem auf Beschilderungen und Bannern rund um den Raschplatz.
Gemeinsam gestaltet
Eine Besonderheit des Projekts ist die Beteiligung von Menschen, die den Platz regelmäßig nutzen und zum Teil von Wohnungslosigkeit betroffen sind. In Kooperation mit der Straßensozialarbeit Sucht der Landeshauptstadt Hannover, dem Konsumraum Stellwerk und dem Kontaktladen Mecki haben sie die Künstler*innen seit dem 15. Juni unterstützt.
Täglich meldeten sich bis zu 40 Menschen, um bei den vorbereitenden Arbeiten mitzuhelfen. Die Nachfrage war so groß, dass in Schichten gearbeitet wurde. Die Teilnehmenden unterstützten von montags bis donnerstags unter anderem bei der Reinigung des Platzes, der Grundierung sowie beim Farbauftrag mit Farbrollen. Freitags und an den Wochenenden arbeiteten die Künstler*innen an ihren eigenen Motiven weiter.
Weitere Umsetzung bis Anfang Oktober
Die erste Umsetzungsphase des Kunstwerks dauerte rund zwei Wochen. Sie wird fortgesetzt, sobald die Künstlerin IOTA aus Belgien anreisen kann. Nach aktuellem Stand wird sie vom 7. Juli bis voraussichtlich Mitte Juli vor Ort arbeiten.
Das Bodenkunstwerk von oben, im Hintergrund die "CRASH PIPE (2026)".
Die zweite Umsetzungsphase soll nach Ausschreibung und Vergabe des „Open Calls“ an die hannoversche Street-Art-Szene voraussichtlich im September erfolgen. Mit einer Fertigstellung von „Art Underground“ wird Anfang Oktober gerechnet.
Der gesamte Entstehungsprozess war bewusst flexibel angelegt und abhängig von Faktoren wie Wetter und Trocknungszeiten. Gleichzeitig konnten die Künstler*innen ihre Entwürfe anhand der Eindrücke vor Ort weiterentwickeln. So fiel das Werk von dendyden deutlich farbintensiver aus als ursprünglich geplant – als bewusster Kontrast zum zuvor dominierenden Grau des Raschplatzes.
Kunst als Bewegungsraum
Für die Umsetzung wurden dickflüssige, umweltverträgliche Farben verwendet, die nicht in das Grundwasser eindringen. Die Fläche ist nicht nur als Kunstwerk gedacht, sondern bewusst als nutzbarer Bewegungsraum angelegt. Skaten, Rollen und körperliche Aktivität sind Teil des künstlerischen Konzepts.
Förderung
Das Kunstprojekt „Art Underground“ mit den geplanten Auffrischungen in den Jahren 2027 und 2028 sowie der Ankauf und Umzug der „CRASH PIPE“ (2026) werden von der Sparkasse Hannover als Hauptsponsorin und Anliegerin am Raschplatz sowie von der Ricarda und Udo Niedergerke Stiftung und den Merkur Spielbanken gefördert.