Grundschule Beuthener Straße: Planung für Interimsstandort steht

Planungen

Grundschule Beuthener Straße: Planung für Interimsstandort steht

Nach dem Brand der Grundschule Beuthener Straße Ende November 2025 hat die Landeshauptstadt Hannover die Planungen für den Interimsstandort an der Erythropelstraße vorgestellt. Mit der erfolgreich abgeschlossenen Vergabe der Modulanlage ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: Ab dem Schuljahr 2027/28 soll die Schulgemeinschaft wieder vollständig im Stadtbezirk Döhren-Wülfel unterrichtet werden.

Die Landeshauptstadt Hannover hat die Weichen für die Zukunft der Grundschule Beuthener Straße gestellt. Nach dem verheerenden Brand am 29. November 2025 stellt die Verwaltung die Planungen für den Interimsstandort an der Erythropelstraße vor. Gleichzeitig konnte das Vergabeverfahren für die Errichtung der Modulanlage erfolgreich abgeschlossen werden.

„Der Brand der Grundschule Beuthener Straße war für die Schülerinnen und Schüler, ihre Familien und das Kollegium ein schwerer Einschnitt. Umso wichtiger ist es, dass wir heute eine konkrete und verlässliche Perspektive aufzeigen können“, sagt Oberbürgermeister Belit Onay. „Mit dem Interimsstandort sorgen wir dafür, dass die Kinder wieder gemeinsam in ihrem Stadtteil lernen können. Gleichzeitig schaffen wir die Grundlage für eine umfassend modernisierte und zukunftsfähige Grundschule.“

Übergangslösungen sichern den Schulbetrieb

Der Brand zerstörte die zentrale Aula sowie angrenzende Sanitärbereiche und Flure vollständig. Die Schäden waren so erheblich, dass ein regulärer Schulbetrieb am bisherigen Standort für mehrere Jahre ausgeschlossen werden musste.

Unmittelbar nach dem Brand konnten für die betroffenen Schülerinnen und Schüler Übergangslösungen geschaffen werden. Die Schule wurde an der Käthe-Paulus-Schule aufgenommen. Diese Lösung wird auch im Schuljahr 2026/27 fortgeführt. Aufgrund steigender Schülerzahlen an der Käthe-Paulus-Schule wird der erste Jahrgang vorübergehend an der Grundschule am Kronsberg unterrichtet. Ein Bustransfer stellt die Erreichbarkeit beider Standorte sicher.

„Unser wichtigstes Ziel war und ist es, für die Kinder und ihre Familien auch in dieser herausfordernden Situation ein verlässliches und stabiles Bildungsangebot sicherzustellen“, betont Bildungsdezernentin Eva Bender. „Dank des außergewöhnlichen Engagements und der engen Zusammenarbeit aller Beteiligten konnten wir unmittelbar nach dem Brand tragfähige Übergangslösungen organisieren. Mit dem Interimsstandort schaffen wir nun die Voraussetzung dafür, dass die gesamte Schulgemeinschaft wieder an einem Standort im Stadtbezirk zusammenkommen kann.“

Interimsstandort an der Erythropelstraße

Für die Dauer der Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten zieht die Schule an den Interimsstandort Erythropelstraße. Das Grundstück liegt nur rund zehn Gehminuten vom bisherigen Schulstandort entfernt.

Geplant ist eine dreigeschossige Modulanlage für eine vierzügige Ganztagsgrundschule. Die Investitionskosten belaufen sich auf rund 25 Millionen Euro. Vorgesehen sind Unterrichtsbereiche für alle Jahrgänge, Differenzierungs- und Freizeitflächen, eine Mensa, Fachunterrichtsräume, eine Schülerbibliothek sowie Verwaltungsbereiche.

Aus Platzgründen können in der Übergangslösung weder eine Aula noch eine eigene Sporthalle realisiert werden. Der Sportunterricht findet daher weiterhin teilweise am bisherigen Standort sowie in umliegenden Sporthallen statt.

„Das Gebäudemanagement hat hier wieder einmal hervorragende Arbeit geleistet. Innerhalb weniger Monate wurde eine Planung erstellt, die kurzfristig greift. Mit der nun vergebenen Modulanlage schaffen wir in sehr kurzer Zeit einen vollwertigen Schulstandort für eine vierzügige Ganztagsgrundschule“, erklärt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Die 3D-Modulbauweise ermöglicht es, große Teile des Gebäudes bereits im Werk vorzufertigen und die Bauzeit vor Ort erheblich zu verkürzen.“

Auf der vorbereiteten Bodenplatte werden die Module innerhalb weniger Wochen montiert und zu einem vollständigen Schulgebäude zusammengefügt. Bereits nach dieser Bauphase steht ein weitgehend fertiger Rohbau mit Fenstern, Türen und Dachkonstruktion. Die anschließenden Ausbauarbeiten erfolgen konventionell vor Ort.

Stammstandort wird umfassend modernisiert

Parallel zur Interimslösung laufen die Planungen für die umfassende Sanierung und Erweiterung der denkmalgeschützten Grundschule Beuthener Straße mit höchster Priorität. Aufgrund des bereits vor dem Brand bestehenden Sanierungsbedarfs wird die notwendige Gesamtsanierung vorgezogen.

Geplant ist eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung des Standorts. Dazu gehören die dauerhafte Auslegung auf eine vierzügige Grundschule, zusätzliche Unterrichts- und Differenzierungsräume, eine verbesserte Ganztagsinfrastruktur, Barrierefreiheit sowie zusätzliche Sportkapazitäten. Darüber hinaus werden Aula, Mensa und zentrale Schulbereiche vollständig neu organisiert.

Die Rückkehr an den modernisierten Stammstandort ist nach aktuellem Planungsstand für das Schuljahr 2031/32 vorgesehen.

Projekt mit hoher Priorität

Die Maßnahme wird innerhalb der Stadtverwaltung mit höchster Priorität umgesetzt. Innerhalb weniger Monate nach dem Brand konnten die Finanzierung gesichert, die politischen Beschlüsse vorbereitet und das Vergabeverfahren erfolgreich abgeschlossen werden. Bereits seit dem Frühjahr laufen vorbereitende Arbeiten auf dem Grundstück an der Erythropelstraße, insbesondere zur Herrichtung des Baugrunds.

In den kommenden Wochen soll der Bauantrag eingereicht werden. Noch im Herbst beginnen die vorbereitenden Hochbaumaßnahmen, die Modulmontage ist ab Ende Oktober 2026 vorgesehen.

„Dieses Projekt genießt höchste Priorität“, betont Oberbürgermeister Belit Onay. „Wir investieren nicht nur in eine schnelle Lösung für die betroffenen Kinder, sondern in die langfristige Zukunft des Schulstandorts und des gesamten Stadtbezirks.“

Auch über die Nutzung durch die Grundschule Beuthener Straße hinaus wird die Modulanlage einen langfristigen Beitrag zur Schulentwicklung leisten. Nach dem Auszug der Schule soll sie künftig weiteren Schulen während Sanierungsmaßnahmen als Ausweichquartier dienen.

„Damit schaffen wir eine Infrastruktur, die weit über dieses einzelne Projekt hinauswirkt“, sagt Stadtbaurat Thomas Vielhaber. „Die Modulanlage wird auch künftige Schulbau- und Sanierungsprojekte unterstützen und trägt so zur Beschleunigung wichtiger Investitionen in die Bildungslandschaft Hannovers bei.“

Zeitplan

  • Bauantrag: Juli 2026
  • Beginn der Bauarbeiten (Baustelleneinrichtung, Medien, Baugrund): September 2026
  • Modulmontage: ab Ende Oktober 2026
  • Richtfest: Dezember 2026
  • Fassaden- und Innenausbau: ab Dezember 2026
  • Schlussabnahme und Übergabe: Anfang August 2027
  • Schulbeginn am Interimsstandort: 18. August 2027
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