Sammlungszentrum & Stadtarchiv am neuen Standort eröffnet

Zentrales Depot & Archiv

Sammlungszentrum & Stadtarchiv am neuen Standort eröffnet

Die Landeshauptstadt Hannover hat am Freitag, 5. Juni, offiziell das Sammlungszentrum und das Stadtarchiv am neuen Standort eröffnet. Im Sammlungszentrum (Vahrenwalder Straße 321) sind neben dem städtischen Kunst- und Kulturgut auch Werkstätten, Büros und öffentliche Bereiche untergebracht. 

Das Sammlungszentrum ist das zentrale Depot und Archiv der Landeshauptstadt Hannover.

Oberbürgermeister Belit Onay betonte im Rahmen der Feierstunde die Bedeutung der Einrichtung: „Wir eröffnen mit dem Sammlungszentrum eines der größten und modernsten seiner Art in Europa. Dieses Haus ist das Gedächtnis der Stadt und Fundament für die Bewahrung ihrer Kulturgüter. Ein solcher Ort ist notwendig, um Vielfalt und Entwicklung dieser Stadt dauerhaft sichtbar zu machen und ihr kulturelles Erbe zu pflegen und zu erhalten. Gleichzeitig ist es mit dem neueröffneten Stadtarchiv im Haus auch eine Anlaufstelle, an der die Hannoveraner*innen sich mit der Geschichte ihrer Stadt beschäftigen können und so ein lebendiger Vermittlungsort. Ich danke allen Beteiligten, die in den vergangenen Monaten mit einem Kraftakt die Umzüge gemeistert haben."

Im Sammlungszentrum in der Vahrenwalder Straße 321 sind neben dem städtischen Kunst- und Kulturgut auch Werkstätten, Büros und öffentliche Bereiche untergebracht. Auf rund 21.000 Quadratmetern beherbergt es das öffentlich zugängliche Stadtarchiv sowie Depotflächen für die Museen für Kulturgeschichte, das Sprengel Museum Hannover, den städtischen Kunstbesitz, die Stadtbibliothek und das Gebäudemanagement. Die Fläche verteilt sich auf 18.500 Quadratmeter Depot-und Magazinräume sowie 2.500 Quadratmeter Büros und öffentliche Bereiche.

Bildungs- und Kulturdezernentin Eva Bender: „Dieses Haus ist mehr als Architektur und Technik. Es ist das Ergebnis eines langen Weges – und vor allem das Ergebnis gemeinsamer Arbeit. Dafür danke ich allen beteiligten Kolleg*innen herzlich. Dieses Sammlungszentrum ist deshalb auch ein Symbol: für Vertrauen, für kollegiales Miteinander und für die Fähigkeit, gemeinsam über Grenzen hinweg etwas Dauerhaftes zu schaffen Wir bewahren hier nicht nur Objekte, Dokumente und Bücher. Wir schaffen die Grundlage dafür, dass Geschichte verstanden, erzählt und eingeordnet werden kann. Damit stärken wir nicht nur unser kulturelles Gedächtnis, sondern auch das Fundament unserer offenen und demokratischen Gesellschaft.“

 

v.l.n.r.: Dr. Carsten Stühring (Direktor Stadtarchiv), Anne Gemeinhardt (Direktorin der Museen für Kulturgeschichte), Dr. Reinhard Spieler (Direktor Sprengel Museum).

Das Sammlungszentrum beherbergt aktuell rund 18 Regalkilometer mit Schriftgut und Büchern aus Stadtarchiv, Gebäudemanagement und Stadtbibliothek sowie mehrere Hunderttausend Objekte der Museen für Kulturgeschichte, des Sprengel Museums Hannover und des städtischen Kunstbesitzes.

Neueröffnung des Stadtarchivs

Das Stadtarchiv hat nach dem Umzug aus dem alten Standort in der Südstadt nun moderne Räumlichkeiten mit Magazinen, Werkstatt- und Seminarbereichen. Insgesamt stehen mehr als 20 Regalkilometer zur Verfügung, davon belegt sind derzeit 10 Regalkilometer. Archiviert sind Akten, Urkunden, Amtsbücher, Karten und Pläne, Plakate, Fotos sowie Audio- und Videoaufnahmen. Außerdem ist die Archivierung digitaler Unterlagen im DIMAG (Digitales Magazin des Landes Niedersachsen) im Aufbau.

Besucher*innen können künftig den öffentlichen Bereich dienstags und donnerstags von 9 bis 16 Uhr sowie mittwochs von 9 bis 13 Uhr nutzen, zusätzlich werden Veranstaltungen angeboten. Zudem hat das Stadtarchiv erstmalig die Möglichkeit, im Sammlungszentrum in einem eigenen Ausstellungsraum eine mit Mitteln des Kulturentwicklungsplans finanzierte Dauerausstellung zu zeigen. In der Ausstellung werden anhand ausgewählter Archivalien zehn hannoversche Biografien aus neun Jahrhunderten präsentiert. Die vorgestellten Quellen (zum Beispiel eine mittelalterliche Urkunde oder ein modernes Tagebuch) spiegeln die Bandbreite der Überlieferung wider, verweisen aber auch auf größere Entwicklungen in der Geschichte Hannovers und seines Stadtarchivs. Text und Gestaltung sollen einen niedrigschwelligen Zugang für alle Generationen bieten und damit an die Absicht des Stadtarchivs anknüpfen, zukünftig archivpädagogische Angebote weiter auszubauen.

Städtisches Kulturgut im Sammlungszentrum

Die Museen für Kulturgeschichte konnten ihre umfangreichen Sammlungen im neuen Gebäude auf sieben Regalkilometern unterbringen. Insgesamt sind es 280.000 Objekte sowie 2,5 Millionen Bildträger in digitaler und analoger Form im Bildarchiv. Die Bestände können vor Ort fachgerecht behandelt und so dauerhaft für den Ausstellungsbetrieb erhalten und auch für Recherchezwecke vorbereitet und zur Verfügung gestellt werden.

Das Sprengel Museum Hannover ist mit 1.000 zum Teil sehr großen Objekten des 20. und 21. Jahrhunderts im Sammlungszentrum vertreten.

Auch der städtische Kunstbesitz ist vollständig in das Sammlungszentrum gezogen und wird regelmäßig Bildungsveranstaltungen, zum Beispiel für Schulklassen, vor Ort anbieten.

Die Stadtbibliothek Hannover bewahrt im Sammlungszentrum wertvolle historische Bestände, unter anderem die Ratsbibliothek mit Wiegendrucken aus dem 15. Jahrhundert sowie die historischen Bibliotheken der Aegidien- und Kreuzkirche. Insgesamt sind rund drei Regalkilometer mit Büchern in einem 460 Quadratmeter großen Raum belegt.

Als sechste Institution der Stadt ist das Gebäudemanagement mit seinem Archiv eingezogen und lagert Pläne und Akten städtischer Liegenschaften auf fast fünf Regalkilometern und mehr als 1.300 Quadratmetern Archivräumen inklusive 87 Zeichenschränken. Auch hier können Interessierte Auskünfte erhalten.

Fakten kompakt zum Bau und zum Umzug

Das Sammlungszentrum wurde von der bauwo GmbH errichtet und am 19. Dezember 2023 an die Stadt übergeben. Es erfüllt hohe bauliche und technische Anforderungen. Die Decken besitzen eine Tragkraft von bis zu 1,2 Tonnen je Quadratmeter. Auch die klimatischen Bedingungen für die Lagerung des kostbaren Kulturgutes sind aus konservatorischen Gründen herausfordernd. Temperatur und Luftfeuchtigkeit sind in jedem Raum einzeln steuerbar, zudem gibt es mehrere Quarantänebereiche, die eine Einschleppung von Kleintieren wie Papierfischchen verhindern sollen. Die Mietvertragslaufzeit liegt bei 20 Jahren plus Option auf zwei Mal fünf Jahre.

  • Bauherrin: bauwo Grundstücksgesellschaft mbH, Hannover
  • Generalunternehmung: BREMER Hamburg GmbH, Hamburg
  • Umzugslogistik: Franz Schloms Nachfolger
  • Möbelspedition GmbH, Hannover
  • Umzugskoordination: Daniela Focke
  • Baubeginn: Frühjahr 2022
  • Fertigstellung: Ende 2023
  • Fläche: 20.600 Quadratmeter (Mietfläche)
  • Gebäudelänge: etwa 160 Meter
  • Heizung über Fernwärme
  • Gebaut im KfW 50-Standard
  • Maximale Raumhöhe: 5,50 Meter
  • Mietzeit: 20 Jahre plus Option auf 2 x 5 Jahre
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