Stadt spricht mit Anwohnenden über die Drägerwiese - Hannover.de
Nutzungskonflikte
Stadt spricht mit Anwohnenden über die Drägerwiese
Die Landeshauptstadt Hannover will die Situation an der Drägerwiese in Linden mit mehr Beleuchtung, Sozialarbeit, Ordnungsdienst-Kontrollen und mehr Übersicht durch Rückschnitte von Büschen verbessern. Das stellte sie in einer Veranstaltung für Anwohnende vor. Die Drägerwiese ist ein Aufenthaltsort suchtkranker Menschen.
Bei der Verstaltung für Anwohnende des Bereichs Drägerwiese informierten und diskutierten mit den Gästen (v. l.) Pressesprecher Felix Weiper, Sozialdezernentin Sylvia Bruns, Oberbürgermeister Belit Onay und Ordungsdezernent Dr. Axel von der Ohe.
Die Landeshauptstadt Hannover hat in einer Veranstaltung im Stadtteil Linden-Süd mit Anwohnenden über die Situation an der sogenannten „Drägerwiese“ gesprochen. Seit Jahren ist diese ein Aufenthaltsort für suchtkranke Menschen. Gleichzeitig kommt es im Umfeld immer wieder zu Nutzungskonflikten, die den Alltag der Anwohner*innen beeinflussen. Die Maßnahmen zur Verbesserung der Situation werden nun intensiviert. Woraus diese bestehen, hat Oberbürgermeister Belit Onay gemeinsam mit Ordnungsdezernent Dr. Axel von der Ohe und Sozialdezernentin Sylvia Bruns im GiG-Saal im Rathaus Linden vorgestellt und mit den Anwohner*innen diskutiert.
Sicherheitsgefühl stärken und friedliches Miteinander fördern
Oberbürgermeister Belit Onay betonte: „Die Landeshauptstadt hat die Entwicklung der offenen Drogenszene in Linden-Süd im Blick und nimmt die Beschwerden der Anwohner*innen sehr ernst. Der gestrige Austausch war offen, kritisch und konstruktiv. Uns ist wichtig, dass die Anwohnenden sich gehört fühlen und ihre Beschwerden adressieren können. Gleichzeitig müssen wir einen stadtteilorientieren Ansatz verfolgen, da sich auf der Drägerwiese vor allem Menschen aufhalten, die in Linden leben. Unsere Maßnahmen verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz. Ich bin mir sicher, dass sie das Sicherheitsgefühl im öffentlichen Raum stärken und ein friedliches Miteinander fördern - nach dem Grundsatz, dass Drogenkonsum und Drogenhandel im öffentlichen Raum nicht toleriert werden.“
Die Drägerwiese am Ihmeufer im Winter.
Rückschnitt von Büschen, Beleuchtung und Sozialarbeit
Um dies sicherzustellen, wurden bereits Ordnungsmaßnahmen wie der Rückschnitt der Büsche rund um die Drägerwiese umgesetzt, so dass eine bessere Einsehbarkeit gegeben ist. Eine zusätzliche Beleuchtung am Weg um die Drägerwiese mit vier Geh- und Radwegleuchten in einer Höhe von vier Metern sowie zusätzlich zwei rundum abstrahlende Leuchten im Bereich der Wiese sind in Planung. Damit soll der Bereich vom Parkplatz bis zum Walter-Wülfing-Ufer an der Ihme ausgeleuchtet werden. Die Umsetzung soll im Juni 2026 abgeschlossen sein.
Ergänzend ist ein niedrigschwelliges soziales Angebot für Personen geplant, die sich dort treffen und aufhalten. Zwei Fachkräfte sollen montags, mittwochs und freitags jeweils von 12 bis 15 Uhr vor Ort sein, um zu beraten und weiterführende Hilfen, beispielsweise im medizinischen, therapeutischen oder wohnungssichernden Bereich, zu vermitteln. Darüber hinaus sollen sie bei Konflikten moderieren, um ein friedliches Miteinander im Stadtteil zu fördern.
Substitutionsbehandlung in nahegelegener Praxis
Eine wichtige Rolle spielte auf der Veranstaltung auch die nahe gelegene Substitutionspraxis. Dazu sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns: „Die Substitutionsbehandlung ist ein zentraler Baustein der Drogenhilfe und unterstützt viele Menschen dabei, eine Tagesstruktur zurückzuerlangen. Dem Praxisteam und uns ist jedoch bewusst, dass solche Angebote Auswirkungen auf das Umfeld haben können. Deshalb stehen wir in engem, konstruktivem Austausch, um gemeinsam diesen Herausforderungen zu begegnen. Neben der Reduzierung der gesundheitlichen Risiken soll ein regelmäßiges soziales Angebot an der Drägerwiese dazu beitragen, Nutzungskonflikte zu minimieren. Voraussetzung dafür sind eine enge Begleitung der Szene mit klaren Regeln, zielgruppengerechte Angebote sowie eine Abstimmung mit den Anwohner*innen und der Polizei. Wir werden die Maßnahme fortlaufend evaluieren, unter anderem durch einen aktiven Austausch mit den Anwohnenden. Rückmeldungen sind ausdrücklich willkommen“, sagte Sozialdezernentin Sylvia Bruns.
Ordnungsdienst kontrolliert mehrfach täglich
Dr. Axel von der Ohe, Erster Stadtrat und Ordnungsdezernent erläuterte: „Für die Suchtkranken im Bereich der Drägerwiese braucht es wirksame Unterstützungsangebote, zugleich ist der öffentliche Raum kein rechtsfreier Raum. Er muss für alle nutzbar sein – insbesondere für die Menschen, die hier wohnen und kleine Kinder, die das Areal auf dem Weg zur Schule nutzen oder in ihrer Freizeit in der Nähe ihrer Wohnung draußen spielen wollen. Lärmbelästigungen, die Vermüllung des Platzes, Drogenkonsum und -handel werden nicht toleriert. Deshalb setzt die Stadt ihre niedrigschwelligen Kontrollen mit der Polizei fort und bestreift den Bereich mit dem eigenen Ordnungsdienst mehrfach täglich.“