In Kooperation mit dem Kunstverein
Spanien 2014, Teresa Solar Abboud, 41 Minuten, FSK keine Angabe, englische Originalversion
In ALL THE THINGS THAT ARE NOT THERE (2014) entfaltet Teresa Solar Abboud eine filmische Reise, die gleichermaßen geographische wie wahrnehmungsbezogene Grenzen durchquert. Auf den Spuren des amerikanischen Ingenieurs und Pioniers der Hochgeschwindigkeitsfotografie Harold Edgerton verwandelt die Künstlerin eine Fahrt von der Ost- zur Westküste der USA in eine Meditation über Sehen, Technologie und das Unsichtbare.
Geleitet von der Stimme einer jungen Frau, die ihre Passage durch wechselnde Landschaften erzählt, bewegt sich dieser mittellange Film im Rhythmus des Reisens – zwischen dokumentarischer Präzision und traumhafter Schwebe. Er oszilliert zwischen der Klarheit von Edgertons wissenschaftlichem Blick und der Mehrdeutigkeit menschlicher Erfahrung. Solar Abboud greift Edgertons leuchtende Experimente auf – jene Bilder, die einst Kugeln im Flug oder fallende Wassertropfen einfingen – und stellt sie als poetische Gegenpole zu einer Erzählung über das Unfassbare und Nicht-Sichtbare gegenüber.
So wird die Reise zu einer Anatomie des Sehens, zu einer Reflexion darüber, wie Bilder, Werkzeuge und Geschichten unsere Wahrnehmung der Welt formen. Durch die Verflechtung von Stimme, Bewegung und Licht offenbart Solar Abboud das Paradox technologischer Sichtbarkeit – je mehr sie enthüllt, desto mehr bleibt verborgen. ALL THE THINGS THAT ARE NOT THERE ist zugleich Hommage und Abkehr, ein Werk, das jene Zwischenräume ausleuchtet, in denen Klarheit in Unsicherheit übergeht und Abwesenheit zur eindrücklichsten Form von Präsenz wird.