Kukla Kesherović, Slowenien/Nordmazedonien 2025, 98 Minuten, Slowenisch/Mazedonisch/Albanisch/BKS mit deutschen Untertiteln „BKS“ ist die offizielle Bezeichnung für Bosnisch, Kroatisch, Serbisch und aller ihrer nationalen und regionalen Varietäten. Im Film werden die Bosnische und die Serbische Varietät gesprochen.
Drei junge Frauen in der trostlosen Plattenbausiedlung einer slowenischen Stadt. Perspektivlosigkeit, autoritäre oder gar keine Familienstrukturen prägen ihren Alltag. In einer beengenden Welt aus Gewalt, Patriarchat und Alkohol versuchen Jasna, Sina und Mihrije sich zu dritt im wörtlichen Sinne durchzuboxen oder zumindest geschickt an den alltäglichen Problemen vorbeizuschrammen. Insbesondere Mihrije, die aus einer albanisch-kosovarischen Familie stammt, droht im Spagat zwischen starren patriarchalen Regeln und gesellschaftlicher Orientierungslosigkeit zu zerreißen. Da lernen die drei Freundinnen die faszinierende Transfrau Fantasy kennen. Mit Fantasy eröffnet sich ihnen nicht nur eine gänzlich neue Lebenswelt, sondern auch ein völlig unvertrautes Frauenbild. Kurzentschlossen begibt Mihrije sich mit Fantasy auf eine längere Reise in Fantasys Welt …
Regisseurin Kukla zeichnet das Porträt nicht nur von drei jungen Frauen im Spannungsfeld zwischen traditionellen Geschlechterrollen und Selbstbehauptung. Sie zeigt auch ein Bild einer Region Europas, die von ethnischer Vielfalt und nationaler Identität im Kontext ihrer ungeheuer komplexen Geschichte und zahlloser stereotyper Zuschreibungen geprägt ist. Kuklas faszinierender Film im Stile des „Magischen Realismus“ wurde beim Slowenischen Filmfestival in Portorož mit fünf Auszeichnungen geehrt.