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Bürgerstadt in Mittelalter und früher Neuzeit

1301 Die Stadt beginnt, ihre Neubürger in einem Pergamentbuch zu registrieren; ergänzend notiert der Schreiber seit 1303 auch die in Hannover geltenden Statuten (Gesetze);bis 1918 bleibt die Unterscheidung zwischen Bürger und Einwohner bestehen.

1322 Otto der Ältere, Herzog zu Braunschweig und Lüneburg, verkauft die Münze und den Wechsel zu Hannover an die Ritterschaft und die Stadt. Die Stadt darf nunmehr Bier in Tonnen verkaufen.

1333 Erste Erwähnung der Eilenriede, heute der größte Stadtwald Europas.

1340 Erste Erwähnung des Leintors; zusammen mit dem Aegidientor und dem Steintor besitzt die Stadt jetzt drei bewachte Tore in der Stadtmauer.

1349 Mit dem Neubau der Marktkirche, errichtet im Stil der Backsteingotik, beginnen die Bürger den Bau ihrer dritten Kirche neben der Kreuzkirche (1333) und der Aegidienkirche (1347) innerhalb weniger Jahrzehnte.

Um 1350 Handel und Handwerk bestimmen das Wirtschaftsleben in der Stadt; sie zählt etwa 4000 Einwohner.

1357 Die Stadt baut den Beginenturm als Teil der Stadtbefestigung gegenüber der Burg Lauenrode.

1371 Großes Privileg: Die Herzöge Wenzel und Albrecht von Sachsen-Wittenberg anerkennen das uneingeschränkte Eigentum Hannovers am Stadtwald; die herzogliche Burg Lauenrode übereignen sie den Bürgern, die sie als Symbol fremder Gewalt zerstören.

1373 Die Stadt beginnt mit dem Ausbau der Landwehr: Pferdeturm (1373), Döhrener Turm (1382) und Lister Turm (1387), noch heute sichtbare Markierungspunkte im Stadtbild, entstehen.

1392 Die Landesherren machen den Ständen, den Prälaten und der Ritterschaft, die sich nun in einer ständischen Gewalt organisieren, Zugeständnisse an Rechten und Freiheiten.

1426 Hannover schließt mit 14 Städten zwischen Elbe und Weser einen Pakt zum Schutz des Handels und zur Abwehr gemeinsamer Gegner.

1438 Die Stadt kommt in den Alleinbesitz des Münzrechts. Das Kleeblatt erscheint als Zeichen auf den Geldstücken; später findet man es auf dem Stadtwappen.

1440 Konrad von Sarstedt, Kirchenherr der Marktkirche, stiftet seine Bücher der Stadt und legt damit den Grundstock der Stadtbibliothek.

1448 Nach Unruhen in der Stadt einigen sich die Bürger, dass der Rat der Altstadt nunmehr aus vier Kaufleuten, je einem Knochenhauer, Bäcker, Schuhmacher, Schmied und vier Vertretern der sog. Meinheit, der nicht zunftgebundenen Bürger, besteht. Daneben wirken die 32 Geschworenen unter der Leitung von vier Älterleuten mit.

1455 Der Marktflügel des Rathauses mit zwei typischen Treppengiebeln der norddeutschen Backstein-Gotik fertiggestellt.

1490 Herzog Heinrich der Ältere, der Landesherr, überfällt "seine Stadt", um sie zu erobern. Bereits 1486 hatte er den Döhrener Turm niederbrennen lassen. Jahrhunderte später entsteht die Sage von "Hannovers Spartanern", worin die heldenhafte Rettung der Stadt erzählt wird.

1526 Der aus dem heutigen Stadtteil Stöcken stammende Brauknecht Cord Broyhan erfindet ein helles Bier, das zu einem Exportschlager der Stadt wird. Seit 1450 dürfen nur noch die Eigentümer der Stammgrundstücke in der Altstadt Bier brauen. Die Brauberechtigten 317 Grundstücksinhaber (um 1640 festgelegt) bilden die Brauergilde.

1533 Reformation: Der altgläubige (katholische) Rat muss nach Hildesheim fliehen. Der neue evangelische Rat kommt durch einen revolutionären Akt an die Macht. Die Bevölkerung der Altstadt bleibt bis ins 19. Jahrhundert exklusiv evangelisch.

1573 Erlass einer neuen Schützenordnung. Ein neues Schützenhaus entsteht am Klagesmarkt.

Um 1600 Beerdigung finden kaum noch auf den Kirchhöfen, sondern meistens außerhalb der Stadt auf dem Nikolaifriedhof statt.

1625 Im Dreißigjährigen Krieg besetzen dänische Truppen (Protestanten) die Stadt, während Tilly (für die Katholiken) die Belagerung vorbereitet. Die hinter den Stadtmauern geschützten Menschen werden vom Krieg verschont; Tilly zieht ohne Erfolg ab und die Stadt bleibt bis zum Ende des Krieges unversehrt.

1626 Ein Drittel der Bewohner fallen der Pest, die seit Ende 1625 wütet, zum Opfer.

Zum Weiterlesen:

Hannover Chronik von den Anfängen bis zur Gegenwart: Zahlen, Daten, Fakten. Hg. Klaus Mlynek u. Waldemar R. Röhrbein. Hannover 1991.Geschichte der Stadt Hannover (2 Bde.). Hg. Klaus Mlynek / Waldemar R. Röhrbein. Hannover 1992 / 1994.