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Die schöne Seite des Moores

Hannoversche Moorgeest

Helstorfer Moor

Liegt im nördlichen Kerngebiet des Projektes und umfasst eine Fläche von ca. 3,2 km²

Das Helstorfer Moor ist das nördliche Kerngebiet des Projektes und hat eine Fläche von etwas über 3,2 km² . Es entstand vor etwa 4000 Jahren. Die untersten Schichten des Helstorfer Moores werden aus seggenreichem Birken-Bruchwaldtorf gebildet und sind meist 20-40 cm stark. Nur am westlichen Rand steht der Niedermoortorf bis an die Oberfläche an. Ansonsten folgt eine durchschnittlich 60 cm dicke Auflage von Torfen aus Torfmoos, Seggen und Blumenbinse, die auf eine starke Vernässung des Gebietes zu dieser Zeit schließen lässt. Die darauf aufliegenden eigentlichen Hochmoortorfe sind stark zersetzter Schwarztorf und schwach zersetzter Weißtorf. Die Mächtigkeit des Schwarztorfes ist mit unter einem Meter gering. Weißtorf kommt in größeren Mächtigkeiten sowohl im Südteil als auch im Zentrum des Nordteils vor, ist jedoch mit 3,4 m in der Mitte des Helstorfer Moores am stärksten.

Etwa in der Mitte des Helstorfer Moores verläuft eine Wasserscheide. Die Entwässerung des Nordteiles erfolgt über kleine Gräben nach Nordosten in die Ochsenbeeke, die direkt am Moorrand verläuft. Die Ausbautiefe beträgt 2 m, hat jedoch auf die weiter innen liegenden Flächen mit alten Torfstichen erstaunlich geringe Auswirkungen. Der Moorwasserspiegel reicht dort noch immer direkt bis an die Oberfläche.

Für den Übergangsbereich von Hoch- zu Niedermoor ist die Entwässerungswirkung jedoch fatal gewesen. Im Zuge des Gewässerausbaus wurde fast auf der gesamten Ostseite des Helstorfer Moores das Feuchtgrünland so trocken, dass es in Acker umgebrochen werden konnte. Besonders bedauerlich ist der Verlust eines Gebietes im Nordosten, das vor dem Ausbau der Ochsenbeeke als Birkhuhn-Balzplatz bekannt war. Auch dieser ehemals sumpfige Bereich wird inzwischen überwiegend ackerbaulich genutzt. Die Ochsenbeeke mündet in den Jürsenbach, der nach den Vorgaben des Fließgewässerschutzsystems des Landes Niedersachsen als typischer Geestbach renaturiert werden soll. Im Projektgebiet gilt er als mäßig belastet.

Der Nordwesten des Helstorfer Moores ist Teil eines Truppenübungsplatzes, der jedoch nicht flächendeckend in Anspruch genommen wird. Hier wurden auch weniger moortypische Arten festgestellt. Auf den waldfreien, kurzrasigen Übungsplätzen finden Heuschrecken einen idealen Lebensraum.
Auch Eidechsen und Schlangen fallen auf dem eher offenen Gelände auf, wurden allerdings nicht systematisch erfasst.

Die auf dem Truppenübungsplatz angelegten Gräben wurden bis zum Sommer 2002 nur noch sporadisch oder gar nicht mehr unterhalten.

Das südliche Helstorfer Moor wird am östlichen Rand vom Negenborner Moorgraben und am westlichen Rand vom Graben vor dem Moore begrenzt. Wie man an den Namen bereits unschwer erkennen kann, wurden diese Gräben zum Zweck der Moorentwässerung angelegt. Ihre Effizienz hängt vom Unterhaltungszustand ab und der wiederum von den Ansprüchen der Anlieger. Häufige Räumung und eine damit verbundene stetige Vertiefung der Randgräben bedingt auch einen größeren Wasserabfluss aus noch vorhandenen Moorgräben, selbst wenn diese seit Jahren nicht mehr freigehalten werden.

Das Helstorfer Moor zeichnet sich trotz jahrzehntelanger Entwässerungen noch immer durch eine große Vielfalt an typischen Pflanzen aus. Der Einfluss der Kultivierung ist jedoch ebenfalls an den hier eingewanderten Arten feststellbar

Das Helstorfer Moor ist wegen der Vorkommen von Weichwurz (Hammarbya paludosa) und einiger anderer Orchideenarten (Dactylorhiza majalis, Platanthera bifolia) von besonderem Interesse. Von den Wiedervernässungsmaßnahmen wird unter anderem eine Ausbreitung dieser Arten erwartet. Die alten wasserführenden oder in Verlandung begriffenen Torfstiche beherbergen den selten gewordenen Kleinen Wasserschlauch (Utricularia minor) und das Braune Schnablried (Rhynchospora fusca), beides Zeigerarten für verschiedene Biotoptypen innerhalb des Kerngebietes, deren nachhaltiger Schutz mit dem Projekt „Hannoversche Moorgeest“ gewährleistet werden soll.

In vielen Gewässern haben sich Torfmoose angesiedelt und zeigen damit erneutes Hochmoorwachstum. Die verlandenden Torfstiche bilden Bulten- und Schlenken-Komplexe, die alle typischen Pflanzen eines lebenden Hochmoores aufweisen. Insbesondere das vollständige Spektrum der Bulttorfmoose ist hervorzuheben.

Die Erfassung der Vogelwelt erfolgte überwiegend von den Moorrändern aus durch Verhören, um die Ansiedlungsversuche des Kranichs und die Bruten anderer störempfindlicher Arten nicht zu gefährden. Die Liste der hier festgestellten Arten ist deshalb wahrscheinlich nicht vollständig.