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Bürgerrechtsakten

Bürger im Rechtssinn konnte im Mittelalter und der frühen Neuzeit nur sein, wer das Bürgerrecht besaß.

Voraussetzungen für seinen Erwerb waren eine „ehrliche“ Geburt, ferner Grund- und Hausbesitz sowie, falls nicht ererbt, die Entrichtung des Bürgergeldes sowie der sich daran anschließende Bürgereid. Seit der revidierten Städteordnung 1858 und dem Ortsstatut von 1887 war grundsätzlich jeder Einwohner zum Erwerb des Bürgerrechts berechtigt, einige Personengruppen gar verpflichtet. Wegen des relativ hohen Bürgergeldes verzichteten viele Einwohner auf das Bürgerrecht und damit bis 1918 auf ihr Kommunalwahlrecht. Noch 1912 besaßen nur 11.348 von 318.000 Einwohnern Hannovers das Bürgerrecht. Erst durch das preußische Gemeindewahlgesetz vom 24. Januar 1919 wurde das für die Nationalversammlung gültige allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht auch auf die Gemeindewahlen übertragen. (Quelle: Stadtlexikon Hannover)

Derzeit stehen im Stadtarchiv Hannover rund 20.000 Bürgerrechtsakten (Buchstaben A bis P) von Einwohnern Hannovers und der ehemals eigenständigen Stadt Linden aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert für die Benutzung zur Verfügung.