Carl von Ossietzky war einer der bedeutendsten Publizisten der Weimarer Republik und ein unerschütterlicher Mahner für den Frieden. Als Herausgeber der „Weltbühne“ deckte er mit intellektueller Schärfe und moralischer Integrität die geheime Aufrüstung der Reichswehr auf, was ihn ins Visier der Nationalsozialisten rückte. Trotz der drohenden Gefahr entzog er sich dem Exil nicht, indem er das Land verließ, sondern blieb, um als Stimme der Vernunft gegen den aufkommenden Terror anzukämpfen.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde er unmittelbar nach dem Reichstagsbrand verhaftet. Sein Leidensweg führte ihn durch verschiedene Konzentrationslager, wo er schwer misshandelt wurde. Die Verleihung des Friedensnobelpreises im Jahr 1936 erregte weltweites Aufsehen, konnte ihn jedoch nicht aus der Haft befreien. Gezeichnet von den Haftbedingungen und der erlittenen Gewalt, verstarb Carl von Ossietzky 1938 – ein tragischer Verlust für die deutsche Demokratie und den Geist der Freiheit.
Dies ist die achte Veranstaltung der neuen Reihe: Literaturforum – Demokratie stärken – aus der Geschichte lernen für die Zukunft
Ein Literaturbürgerdialogforum, in dem zeitgenössische Literatur des 20. Jahrhunderts aus Biographien, Romanen, Essays, Lyrik, Veröffentlichungen von Historikern etc. aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus vorgestellt wird.
Menschen stehen im Fokus, die die damalige Zeit als Bürgerinnen im Reich, als Verfolgte, als Mitläuferinnen, als Emigrantinnen, als Widerständlerinnen oder als Täter*innen erlebt haben.
Was können wir aus Literatur und Geschichte für die heutige Zeit für Lehren ziehen, was stärkt die Demokratie und uns in unruhigen Zeiten? Hierzu tauschen wir uns zur Literatur aus.
Veranstaltungsort: Alle Veranstaltungen finden im Ada-und-Theodor-Lessing-Raum, 2. OG, statt (an jedem dritten Samstag im Monat).
„Ich bin kein Märtyrer. Ich habe mich nicht nach dem Zuchthaus gesehnt. Wenn ich mich entschieden habe, den Weg zu gehen, den ich gegangen bin, so geschah es, weil ich es für meine staatsbürgerliche Pflicht hielt, auf meinem Posten zu verharren.“ — Carl von Ossietzky