Eva Schloss und Anne Frank waren weit mehr als nur Zeitzeuginnen – sie waren Spielkameradinnen in Amsterdam, bevor der Terror des Nationalsozialismus ihre Kindheit jäh beendete. Während Anne Frank durch ihr weltweit bekanntes Tagebuch zur Ikone des Holocaust wurde, überlebte Eva Schloss die Schrecken von Auschwitz-Birkenau.
Beide Mädchen stammten aus jüdischen Familien, die vor den Nationalsozialisten aus Deutschland und Österreich in die vermeintliche Sicherheit der Niederlande geflohen waren. Ihr Schicksal blieb auch nach dem Krieg untrennbar miteinander verbunden: Evas Mutter heiratete Annes Vater, Otto Frank, der als einziger seiner Familie zurückkehrte. Eva Schloss widmete ihr späteres Leben der Aufgabe, die Geschichte ihrer Familie und die von Anne Frank lebendig zu halten, um gegen das Vergessen und für Toleranz zu kämpfen. Ihr Weg ist ein Zeugnis von unvorstellbarem Leid, aber auch von der Kraft des Weiterlebens und der Versöhnung.
Dies ist die fünfte Veranstaltung der neuen Reihe: Literaturforum – Demokratie stärken – aus der Geschichte lernen für die Zukunft
Ein Literaturbürgerdialogforum, in dem zeitgenössische Literatur des 20. Jahrhunderts aus Biographien, Romanen, Essays, Lyrik, Veröffentlichungen von Historikern etc. aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus vorgestellt wird.
Menschen stehen im Fokus, die die damalige Zeit als Bürgerinnen im Reich, als Verfolgte, als Mitläuferinnen, als Emigrantinnen, als Widerständlerinnen oder als Täter*innen erlebt haben.
Was können wir aus Literatur und Geschichte für die heutige Zeit für Lehren ziehen, was stärkt die Demokratie und uns in unruhigen Zeiten? Hierzu tauschen wir uns zur Literatur aus.
Veranstaltungsort: Alle Veranstaltungen finden im Ada-und-Theodor-Lessing-Raum, 2. OG, statt (an jedem dritten Samstag im Monat).
„Wir können die Vergangenheit nicht ändern, aber wir können aus ihr lernen, um sicherzustellen, dass die Zukunft für alle Menschen besser wird.“ — Eva Schloss