Hannah Arendt zählt zu den einflussreichsten politischen Denkerinnen des 20. Jahrhunderts. Als jüdische Intellektuelle floh sie 1933 vor den Nationalsozialisten und fand später in den USA eine neue Heimat, von wo aus sie das politische Geschehen ihrer Zeit kritisch analysierte.
Ihre Werke, darunter „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft“, begründeten ihren Ruf als scharfsinnige Beobachterin komplexer Machtstrukturen. Doch es war ihre Berichterstattung über den Eichmann-Prozess in Jerusalem, die eine beispiellose Kontroverse auslöste. Mit ihrem Begriff der „Banalität des Bösen“ provozierte sie heftige Debatten, die sie zeitlebens als eine polarisierende Figur zwischen akademischer Bewunderung und öffentlicher Anfeindung verankerten.
An diesem Nachmittag gehen wir der Frage nach, warum ihr Denken auch heute noch so intensiv diskutiert wird und welche Bedeutung ihr Vermächtnis für unser Verständnis von Freiheit und Verantwortung hat.
Dies ist die neunte Veranstaltung der neuen Reihe:
Literaturforum – Demokratie stärken – aus der Geschichte lernen für die Zukunft
Ein Literaturbürgerdialogforum, in dem zeitgenössische Literatur des 20. Jahrhunderts aus Biographien, Romanen, Essays, Lyrik, Veröffentlichungen von Historikern etc. aus der Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus vorgestellt wird.
Menschen stehen im Fokus, die die damalige Zeit als Bürgerinnen im Reich, als Verfolgte, als Mitläuferinnen, als Emigrantinnen, als Widerständlerinnen oder als Täter*innen erlebt haben.
Was können wir aus Literatur und Geschichte für die heutige Zeit für Lehren ziehen, was stärkt die Demokratie und uns in unruhigen Zeiten? Hierzu tauschen wir uns zur Literatur aus.
Veranstaltungsort: Alle Veranstaltungen finden im Ada-und-Theodor-Lessing-Raum, 2. OG, statt (an jedem dritten Samstag im Monat).
„Es gibt keine gefährlichen Gedanken, das Denken an sich ist gefährlich..“ - Hannah Arendt