Planungsphase 1 + 2: Drei Entwicklungsperspektiven und Zukunftswerkstatt

Deurag-Nerag-Areal

Planungsphase 1 + 2: Drei Entwicklungsperspektiven und Zukunftswerkstatt

Die Zukunftswerkstatt am 22. Juni 2026 bildete den Auftakt des mehrstufigen Beteiligungsprozesses im städtebaulichen Masterplanungsprozess für das ehemalige Raffineriegelände der Deurag-Nerag GmbH in Hannover-Misburg (Projekt „DeunerViertel“). Diskutiert wurden unter anderem drei szenarische Entwicklungsperspektiven für das Gelände mit unterschiedlichen Schwerpunktsetzungen.

Gespräche an einer Station im Rahmen der Zukunftswerkstatt.

Mit der Zukunftswerkstatt hat die Stadt Hannover am 22. Juni 2026 zur ersten Öffentlichkeitsveranstaltung im städtebaulichen Masterplanungsprozess für das ehemalige Deurag-Nerag-Areal eingeladen – als Auftakt eines mehrstufigen Beteiligungsprozesses. Circa 100 Personen aus der breiten Öffentlichkeit, der Politik und der Verwaltung sind gemeinsam mit dem Planungsteam um das Büro KCAP im Bürgerhaus Misburg zusammengekommen und haben verschiedene Zukunftsthemen und mögliche Entwicklungsperspektiven für das Gelände diskutiert. Die Moderation der Veranstaltung hat Prof. Klaus Overmeyer vom Büro Urban Catalyst übernommen.

Ablauf und Inhalte der Zukunftswerkstatt

Einleitung:

  • Eröffnung durch Bezirksbürgermeister Klaus Tegeder und Oberbürgermeister Belit Onay.
  • Einführung in den Anlass der Veranstaltung durch Stadtbaurat Thomas Vielhaber und Wirtschafts- und Umweltdezernentin Anja Ritschel.
  • Talkrunde mit Thorsten Warnecke (Fachbereich Planen und Stadtentwicklung), Laura Hecker (Fachbereich Wirtschaft) und Ute Schneider (KCAP) zu Chancen, Erfolgskriterien, Herausforderungen und Herangehensweise einer städtebaulichen Masterplanung für das Areal.

Hauptteil:

  • Dialoge an Stationen …
    • zum Gesamtprojekt „DeunerViertel“.
    • zum städtebaulichen Masterplanungsprozess.
    • zu relevanten Zukunftsthemen.
    • zu den drei Entwicklungsperspektiven für das Deurag-Nerag-Areal.

Die Teilnehmenden waren eingeladen, mit den Ansprechpartner*innen des Planungsteams sowie der Stadtverwaltung ins Gespräch zu kommen und Potenziale, Herausforderungen, Fragestellungen rund um mögliche Entwicklungsrichtungen des Areals zu diskutieren. Die Entwicklungsperspektiven werden im Folgenden noch einmal erläutert und zur Einsicht sowie zum Download bereitgestellt.

Abschluss:

  • Blitzlichtartige Zusammenfassung des Abends und Ausblick auf den weiteren Prozess.

Die Rückmeldungen der Teilnehmenden werden gesichtet, fachlich geprüft und fließen nach Möglichkeit in die weitere Ausarbeitung der städtebaulichen Masterplanung ein.
 

Dokumentation der Zukunftswerkstatt

Die vollständige Dokumentation der Zukunftswerkstatt inklusive der von den Teilnehmenden eingebrachten Rückmeldungen kann hier eingesehen und heruntergeladen werden:

Die Entwicklungsperspektiven

In der ersten Planungsphase (Analysephase) wurde das Deurag-Nerag-Areal aus diversen thematischen Blickwinkeln und in verschiedenen Maßstäben – Stadtteil, Stadt, Region - betrachtet. Ziel dabei war und ist es, die Potenziale des Deurag-Nerag-Areals umfassend zu verstehen und die künftige Rolle des Areals definieren zu können. Aus der Analyse haben sich besonders zukunftsrelevante Themenfelder ergeben, die im Fokus der städtebaulichen Masterplanung stehen sollen. Dazu gehören: Identität, Wohnen, Gewerbe, Landschaft, Wasser, Forschung, Verkehr.

In der zweiten Planungsphase im Anschluss an die Analyse haben das Planungsteam um das Büro KCAP und die Stadtverwaltung drei Entwicklungsperspektiven erarbeitet – basierend auf einem „Mischpult“-Prinzip. Dieses „Mischpult“-Prinzip funktioniert so, dass unter den zuvor herausgearbeiteten Zukunftsthemen vier Leitnutzungen identifiziert wurden, die als „Regler“ in unterschiedlichen Intensitäten in die Entwicklungsperspektiven einfließen: Wohnen, Gewerbe, Landschaft, Forschung. Die Entwicklungsperspektiven haben somit verschiedene Schwerpunkte: eine städtisch-orientierte, eine hafenorientierte und eine forschungsorientierte Perspektive. Die Perspektiven sind dabei nicht als Endbilder zu verstehen, sondern dienen dazu, mögliche Entwicklungsrichtungen des Deurag-Nerag-Areals vergleichend zu betrachten, zu diskutieren und Fragen aufzuwerfen. Alle Perspektiven basieren auf einem „räumlichen Grundgerüst“, das wichtige Verbindungen und Räume markiert, die im kommenden Prozess weiter ausformuliert werden. Dazu gehören beispielsweise räumliche Verbindungen.

Entwicklungsperspektive 1: Städtisch-orientierte Perspektive

  • Schwerpunkt: Entwicklung eines lebendigen urbanen, nutzungsgemischten Quartiers im Norden.
  • Wohnnutzung im Fokus.
  • Großer Mehrwert durch besondere Lage am Stichkanal.
  • Quartier im Norden und Hafen mit umliegendem Gewerbe im Süden: Gegenseitige Ergänzung, Schaffung neuer Möglichkeiten für Wohnen, Arbeiten und Freizeit.
  • Lösungen zur Minimierung der Belastungen durch Hafen und Gewerbe.
  • Wichtig: Gute ÖPNV-Anbindung, Integration wohnortnaher und ökologisch wertvoller Grün- und Freiräume.

Entwicklungsperspektive 2: Hafenorientierte Perspektive

  • Südareal: Entwicklung als Standort für Gewerbe und Produktion.
  • Stärkung des trimodalen Gewerbestandortes (Wasser, Schiene, Straße).
  • Nordareal: Kompaktere Entwicklung, immer noch Wohnen / Mischnutzung.
  • Breiter Frei- und Grünraum am Stichkanal, um einen großzügigen Grünraum und einen zusätzlichen Abstand zum Hafen- und Gewerbebetrieb auf dem Südgelände zu schaffen.
  • Wichtig: Landschaftliche Vernetzung mit Freizeit- und Naherholungs- sowie ökologischer Funktion.

Entwicklungsperspektive 3: Forschungsorientierte Perspektive

  • Entwicklung eines Forschungs- und Innovationsstandortes.
  • Verzahnung mit dem Landschaftsraum sowie Wohn- und Gewerbenutzungen über fließende Übergänge.
  • Forschungsbereiche wie z.B.: Bodensanierung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltige Produktion.
  • Synergien mit bestehenden Wissenschafts- und Forschungseinrichtungen, ansässigen und neuen Gewerbebetrieben.
  • Wichtig: Landschaftsraum
  • Gedanke einer flexiblen Entwicklung mit ständiger Orientierung an aktuellen Rahmenbedingungen.
     

Wie geht es weiter?

In der dritten Planungsphase werden aus den drei Entwicklungsperspektiven auf Grundlage der Rückmeldungen aus der Zukunftswerkstatt sowie der fachlichen Bewertung städtebauliche Konzepte erarbeitet, in denen die Besonderheiten und Potenziale weiter ausgelotet werden. Nachdem mit den Entwicklungsperspektiven nicht nur Chancen, sondern auch mögliche Konflikte sichtbar gemacht wurden, wird es in der nächsten Phase darum gehen, intensiv in Lösungsfindungen einzusteigen, um das große Potenzial des Deurag-Nerag-Areals für die Stadtentwicklung heben zu können.
Auch in der dritten Phase wird es eine Öffentlichkeitsveranstaltung geben – die Ankündigung wird wieder über die üblichen Kanäle (Presse, Aushang, Internet) erfolgen. Ergänzt wird die Öffentlichkeitsveranstaltung in dieser Phase durch eine Onlinebeteiligung.
 

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