Bezahlbarer Wohnraum

WohnBauInitiative

Fachliche und finanzielle Unterstützung durch die Region Hannover bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum

Die WohnBauInitiative der Region Hannover

Wie in vielen anderen Verdichtungsräumen herrscht auch in der Region Hannover unter anderem auf Grund der positiven Einwohnerentwicklung ein Mangel an Wohnraum. Dies ist eine Folge klein- und großräumiger Wanderungsgewinne aus dem Umland der Region, dem weiteren Bundesgebiet und aus anderen Staaten. Diese Entwicklung trifft gleichzeitig auf eine Vielfalt der Wohnungsbedarfe aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen (demografischer Wandel, Zunahme Ein-Personen-Haushalte, veränderte Lebensstile etc.). Besonders angespannt ist hierbei der Markt für preiswerten Wohnraum, auf den insbesondere Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen angewiesen sind. Verschärft wird diese Situation durch die in den letzten Jahren und Jahrzehnten geringen Investitionen in den geförderten Wohnungsbau.

Vor diesem Hintergrund hat die Region Hannover im Mai 2016 die WohnBauInitiative ins Leben gerufen. Zielsetzung ist, in enger Kooperation mit den regionsangehörigen Städten und Gemeinden sowie weiteren relevanten Akteurinnen und Akteuren im Bereich des Wohnungsbaus und der Wohnbaulandentwicklung zeitgemäßen und bezahlbaren Wohnraum insbesondere im Mietwohnungsbau zu schaffen. Damit soll dauerhaft auch die Attraktivität und Wettbewerbsfähigkeit der Region erhalten werden.

Bausteine der WohnBauInitiative

Die Leitlinien des Wohnraumversorgungskonzepts fassen die Ausrichtung der regionalen Wohnbaustrategie zusammen: So sollen Wohnungsbau- und Siedlungsentwicklung konzentriert und qualitätsvoll verdichtet werden. Es soll preiswerter Wohnraum geschaffen werden, wobei die soziale und städtebauliche Mischung erhalten und gestärkt werden muss. Der regionale Ansatz ist dabei, die Wohnraumversorgung als gemeinschaftliche Aufgabe mit den regionsangehörigen Städten und Gemeinden wahrzunehmen und kooperativ daran zu arbeiten, den Wohnungsbau voran zu bringen. Die WohnBauInitiative hat sich in den letzten Jahren stetig weiterentwickelt.
Seit Ende 2020 werden nachfolgende Schwerpunktthemen bearbeitet:

Schwerpunktthemen der Wohnbauinitiative ab Ende 2020

  • Flächenaktivierungsstrategien: Die Region Hannover baut derzeit strategische Partnerschaften mit Projektentwicklern und Flächeneigentümern sowie einen Flächenpool auf, insbesondere für "Tauschflächen", zum Beispiel was landwirtschaftliche Flächen angeht, die für Wohnungsbau verwendet werden. Ferner ist beabsichtigt, über ein Ökopooling den Städten und Gemeinden bei Eingriffen in Natur und Landschaft auch entsprechende Flächen für Ausgleich- und Ersatzmaßnahmen bereitzustellen. Damit wird die Aktivierung von Wohnbauflächen in den Kommunen unterstützt.
  • Bestandsaktivierung: Neben der Inanspruchnahme neuer Flächen für die Wohnbauentwicklung, sollten – ebenfalls unter dem Gesichtspunkt des sparsamen Umgangs mit Grund und Boden – auch Potenziale des Bestandes genutzt werden. Dies kann erfolgen durch vertikale Nachverdichtung, durch die Umnutzung beispielsweise von Misch- und Gewerbegebieten, durch die Unterstützung des Generationswechsels in Bestandsgebieten oder die Erstellung von Sanierungsfahrplänen u. ä.
  • Leitlinien Wohnungsbau und Best-Practices: Ziel ist, nachhaltige Qualitätsstandards mit dem Fokus auf den Mehrfamilienhausbau mit einer bedarfsgerechten und hohen Wohnumfeldqualitäten im Quartier zu entwickeln und als Handreichung zur Verfügung zu stellen. In einem ersten Schritt werden hierfür gute Beispiele aus der Region Hannover zusammengestellt und veröffentlicht werden.
  • Wohnungsmarktmonitoring: Um die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt in der Region Hannover gesamtregional und räumlich differenziert abzubilden, wird eine laufende Beobachtung und Analyse wohnungsmarkrelevanter Themenfelder aufgebaut. Hierfür wer-den unter Berücksichtigung der Ziele des Regionalen Wohnraumversorgungskonzepts unterschiedliche Indikatoren zusammengeführt, ausgewertet und graphisch aufbereitet. Das erarbeitete Wohnbauflächenkataster, in welchem aktuelle und geplante Bauflächen erfasst sind, wird als Bestandteil des Wohnungsmarktmonitorings fortgeschrieben. Ebenso wird ein Konzept zur Erfassung der sozialen Wohnraumversorgung entwickelt und in das Analyseinstrument integriert. Als Informations- und Steuerungsinstrument ist das Wohnungsmarktmonitoring Voraussetzung für das frühzeitige Erkennen von Wohnungsmarktdynamiken und eine regelmäßige Überprüfung und Neuausrichtung wohnungspolitischer Zielsetzungen. Dazu dient es auch der Entwicklung und Umsetzung abgestimmter Planungsstrategien für eine bedarfsgerechte Wohnraumversorgung.
  • Wohnraumförderung: Die Region Hannover fördert die Schaffung preiswerten und sozialgebundenen Mietwohnraums und den Erwerb von Belegungsrechten im Wohnungsbestand, um eine angemessene Wohnraumversorgung von Haushalten mit geringem Einkommen in der Region Hannover zu unterstützen. Im Rahmen des Wohnraumförderprogramms werden der Neu-/Aus-/Umbau sowie die Erweiterung und Modernisierung von Mietwohnraum gefördert. Mit der Richtlinie für den Belegrechtserwerb  im Wohnungsbestand trägt die Region Hannover den Bedarfen einkommensschwacher und sozial benachteiligter Haushalte mit besonderen Zugangsschwierigkeiten Rechnung. Für diese Zielgruppe werden für einen bestimmten Zeitraum Belegungsrechte an Bestandswohnungen erworben. Das Förderangebot richtet sich an private Eigentümerinnen und Eigentümer und wird durch gezielte Maßnahmen zur Absicherung von Vermieterrisiken ergänzt.
  • WohnBauPrämie: Die Städte und Gemeinden haben durch den großen Bedarf an neuen Wohnungen erhebliche finanzielle Herausforderungen. Diese liegen zum Beispiel in einem deutlich erhöhten Aufwand an Planungs- und Personalkosten, aber auch an den Kosten für die Entwicklung von städtebaulichen Maßnahmen für verdichtete Bereiche oder an der Ertüchtigung bestehender Strukturen, um diese an neue Gebiete anzufügen. Damit hieraus keine Hemmnisse für die Schaffung neuen Wohnraums entstehen, erhalten die Städte und Gemeinden auf Antrag eine finanzielle Unterstützung der Region Hannover. Diese Förderung erhalten die Städte und Gemeinden in der Region Hannover für die verschiedenen Wohnungstypen in Ein- und Zweifamilienhäusern oder Mehrfamilienhäusern sowie zusätzlich für jede neue sozial geförderte Wohnung mit einer Belegungsbindung von mindestens 20 Jahren. Jährlich werden hierfür seit 2019 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.
  • Information, Kommunikation, Kooperation: Der bereits bestehende intensive Kontakt zwischen der Region Hannover und den Städten und Gemeinden ("Flächendialog") wird ausgebaut und der Schulterschluss mit Akteuren der Wohnungswirtschaft gesucht, um Möglichkeiten der kurzfristigen Aktivierung von Wohnbauflächen und dort entstehender Bauformen sowie strategischen Partnerschaften auszuloten. Hierzu dienten u. a. bereits die Veranstaltung "Wohnraum für alle! Gemeinsam für mehr Wohnungsbau" am 24.02.2020 sowie die darauf aufbauenden, gleichlautenden teilregionalen Foren, welche Ende 2020 mit der Kommunalpolitik durchgeführt wurden. Die sehr erfolgreichen teil-regionalen Foren werden in 2021 ebenso wie der der interkommunale Erfahrungsaustausch mit den Fachleuten der Verwaltung der regionsangehörigen Kommunen fortgeführt.

 

Kontakt

 

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