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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

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eCall startet in Niedersachsen

Umsetzung des Notrufsystems eCall in der Regionsleitstelle Hannover

Niedersachsens Verkehrs- und Digitalisierungsminister Dr. Bernd Althusmann hat sich heute zusammen mit Hannovers Oberbürgermeister Stefan Schostok und Regionsdezernentin für öffentliche Sicherheit und Gesundheit Cora Hermenau in der Regionsleitstelle Hannover von der Betriebsbereitschaft des automatischen Notrufsystems eCall überzeugt, das ab April 2018 EU-weit für alle neu zugelassenen Pkw verpflichtend ist.

Fotomontage der Regionsleitstelle der Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

Regionsleitstelle Hannover.

Der europaweit funktionierende Notruf eCall nutzt Mobilfunk und Satellitenortung, um nach einem Unfall aus dem betroffenen PKW heraus über die Rufnummer 112 einen Notruf an die nächstgelegenen Rettungsleitstelle abzusetzen.

Zusätzlich zu einer Sprachverbindung, überträgt das eCall-System einen Datensatz mit relevanten Informationen zum Unfallort, zur Art der Auslösung und zum Fahrzeugtyp. So kann umgehend die Entsendung von Rettungskräften an die angegeben Position erfolgen. Das System wird automatisch durch im PKW verbaute Sensoren aktiviert, kann aber auch manuell über einen Notrufknopf ausgelöst werden. Ab April 2018 muss die Technologie in allen neuen PKW-Modellen in der EU eingebaut sein.

Das Land Niedersachsen hatte sich 2015 erfolgreich für die Umsetzung des EU-weiten Notrufsystems eCall beworben und die Umsetzung in 11 EU-Ländern in Abstimmung mit der Bundesregierung und den deutschen Bundesländern koordiniert. Die Kosten des Projekts lagen bei 30 Millionen Euro, die zur Hälfte aus EU-Fördermitteln finanziert wurden.

Bei seinem Besuch in der Regionsleitstelle Hannover betonte Minister Althusmann: "Durch das Notrufsystem eCall können nach Schätzungen jährlich bis zu 2.500 Verkehrsopfer innerhalb der EU vermieden werden, da die Rettungskräfte schneller am Unfallort eintreffen. Damit wird eCall als digitale Innovation für mehr Verkehrssicherheit auch auf Niedersachsens Straßen sorgen. Ich bin besonders stolz darauf, dass Niedersachsen bei der Umsetzung dieser Zukunftstechnologie federführend war und gleich eine ganze Reihe niedersächsischer Unternehmen der Fahrzeugkommunikation an der Entwicklung beteiligt sind. Dass die Technologie für Lkw, Busse, Gefahrguttransportern und Motorräder weiterentwickelt wurde, belegt Niedersachsens Kompetenz als weltweit führendes Land im Bereich Fahrzeugbau und Entwicklung innovativer Mobilitätslösungen."

Ziele der EU-Kommission durch die flächendeckende Einführung von eCall:

  • schnellere medizinische Versorgung der Unfallopfer: Die Reaktionszeit nach Verkehrsunfällen kann um bis zu 50 Prozent (ländliche Gebiete) bzw. um bis zu 40 Prozent (Stadtgebiet) verringert werden
  • Verringerung der Zahl der Verkehrstoten europaweit um jährlich etwa 2500
  • Verringerung der Schwere von Unfallfolgen um bis zu 15 Prozent
  • Verbesserung der Effizienz von Rettungsdiensten

Umsetzung in der Regionsleitstelle

Durch in dem Serverraum des Einsatzleitrechners verbaute sogenannte "Datus Decoder" werden eingehende eCall-Notrufe an allen Einsatzleitplätzen signalisiert und können von den Disponenten im Einsatzleitsystem entgegengenommen werden. Durch Übernahme der Einsatzdaten aus dem eingehenden Notruf werden die übermittelten Daten in der Einsatzannahmemaske visualisiert und die Unfallstelle auf der Karte des Einsatzleitrechners mit Angabe der Fahrtrichtung dargestellt.

Diese Daten werden übertragen:

Wird ein eCall automatisch oder manuell ausgelöst, erfolgt die Übermittlung der nachfolgenden Daten einmalig und nur im Zusammenhang mit dem unmittelbar zuvor ereigneten Unfall an die Rettungsleitstelle:

Bei einem eCall-System gemäß gesetzlicher Vorschrift ist die Erzeugung eines Bewegungsprofils nicht möglich, denn die dort verwendete SIM-Karte bucht sich erst dann in das Mobilfunknetz ein, wenn das Auto einen auslösungsrelevanten Unfall hatte und "wählt" die einheitliche Notrufnummer 112.