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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

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Notfallseelsorge

Neues Leitungsteam Notfallseelsorge Hannover

Mit Eintritt in den Ruhestand beendet Pastoralreferent Matthias Gottschlich seine langjährige Tätigkeit als Koordinator der Notfallseelsorge Hannover. Gottschlich war seit 21 Jahren als Koordinator tätig und 1999 maßgeblich an der Gründung der Notfallseelsorge Hannover beteiligt. Seine Nachfolge im Leitungsteam neben Pastor Matthias Stalmann übernimmt Pastoralreferentin Manuela Kutschke. Der Personalwechsel im Leitungsteam der hannoverschen Notfallseelsorge wurde am Donnerstag, 06.02.2020, im Rahmen einer Veranstaltung in der Feuer- und Rettungswache 1 offiziell gewürdigt.

Menschen, die lächeln © Feuerwehr Hannover

Mitglieder aus dem Team der Notfallseelsorge Hannover, Vertreter*innen des Fachbereich Feuerwehr, der Landeshauptstadt und Vertreter der Kirchen begleiteten die Veranstaltung in der Feuer- und Rettungswache 1. Unter anderem waren dies: Feuerwehrdezernentin Rita Maria Rzyski, Regionaldechant Dr. Christian Wirz, der zuständige Fachreferent aus dem bischöflichen Generalvikariat Gregor Schneider Blanc, Koordinator Notfallseelsorge Matthias Stalmann sowie der Leiter der Feuerwehr Dieter Rohrberg. In der Mitte (mit Funktionsweste Notfallseelsorge) Manuela Kutschke und Matthias Gottschlich

Die Notfallseelsorge Hannover ist rund um die Uhr einsatzbereit und wird im Bereich der Landeshauptstadt Hannover auf Anforderung von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei tätig. Die Notfallseelsorge Hannover ist eine gemeinsame Einrichtung der Feuerwehr Hannover, der evangelischen und der katholischen Kirche.

Neben Pastor Matthias Stalmann, der seit Februar 2018 diese Leitungsfunktion für die evangelische Kirche wahrnimmt, erfolgte im Rahmen der heutigen Veranstaltung in der Feuer- und Rettungswache 1 die Einführung von Pastoralreferentin Manuela Kutschke. Kutschke ist Schulseelsorgerin in Hildesheim und nimmt nun die Aufgaben im Leitungsteam der hannoverschen Notfallseelsorge für die katholische Kirche wahr.

Nach 21 Jahren in der Leitungsfunktion als Koordinator Notfallseelsorge, Gottschlich war 1999 maßgeblich an der Gründung der Notfallseelsorge Hannover beteiligt, scheidet der Pastoralreferent mit Eintritt in den Ruhestand aus seinem Amt aus. Feuerwehrdezernentin Rita Maria Rzyski verabschiedete Matthias Gottschlich in der Feuer- und Rettungswache 1 und führte Manuela Kutschke als Koordinatorin der Notfallseelsorge Hannover ein.

Feuerwehrdezernentin Rzyski betonte in diesem Zusammenhang die Wichtigkeit der notfallseelsorgerischen Betreuung an der Einsatzstelle aber auch für Feuerwehrkräfte im Dienstbetrieb und hob die die professionelle Arbeit der Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger hervor. „Ohne diese engagierten Frauen und Männer wären harte Einschnitte in das Leben eines jeden Menschen im Notfall noch weitaus schwerer zu meistern, so Rzyski. Sie begrüßt es sehr, dass beide Kirchen in Hannover diesen wichtigen Dienst versehen – für die Menschen in unserer Stadt.

„Es gibt Verletzungen, die man nicht auf den ersten Blick sieht, Wunden an der Seele, die oft lange nachwirken“, sagt Propst Dr. Christian Wirz, Regionaldechant der katholischen Kirche in der Region Hannover: „Unfall, Feuer, Verlust von Menschen – das sind traumatische Ereignisse, für die Betroffenen, für Angehörige, für Augenzeugen, auch für die Feuerwehrkräfte. Umso bedeutender ist es, dass die Frauen und Männer der Notfallseelsorge ihnen mit Beistand und Zuspruch zur Seite stehen."

Informationen zur Notfallseelsorge in der Landeshauptstadt Hannover

Leitung:

Pastor Matthias Stalmann und

Pastoralreferentin Manuela Kutschke

Organisation:

Die Notfallseelsorge Hannover ist 365 Tage im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit und wird tätig auf Anforderung von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei im Bereich der Landeshauptstadt Hannover. Aktuell sind 17 Notfallseelsorger*innen jeweils zu zweit in einem Rufbereitschaftsdienst tätig. Die Anforderung und Alarmierung erfolgt über die Regionsleitstelle Hannover. Die Notfallseelsorge Hannover ist eine gemeinsame Einrichtung der Feuerwehr Hannover, der evangelischen und der katholischen Kirche. Die Notfallseelsorge wird durch zwei hauptamtliche Koordinatoren geleitet.

Aufgaben:

Notfallseelsorge ist überkonfessionelle „Erste Hilfe für die Seele" in Notfällen, Krisensituationen und bei Katastrophen. Seit 1999 engagieren sich in diesem Bereich evangelische und katholische Seelsorgerinnen und Seelsorger in der Stadt Hannover, integriert in den Fachbereich Feuerwehr der Landeshauptstadt Hannover. Die Arbeit der Notfallseelsorge geschieht im Wesentlichen durch Beziehung und Kommunikation, seelsorgerliches Gespräch und Präsenz. Notfallseelsorger helfen mit, das Unfassbare des Geschehenen auszuhalten, sie versuchen zu stabilisieren, geben Informationen, aktivieren soziale Bindungen, stärken eigene Ressourcen der Betroffenen und bieten erste organisatorische Hilfen an. Auf Wunsch der Betroffenen werden auch Brücken gebaut zu psychosozialen Einrichtungen bzw. Beratungsstellen.

Konkrete Anlässe für den Einsatz der Notfallseelsorge vor Ort sind in der Regel:

  • Betreuung nach plötzlichen Todesfällen
  • Betreuung nach Suizid und Suizidandrohung
  • Betreuung beim Überbringen einer Todesbenachrichtigung
  • Betreuung von Betroffenen nach Unfällen und Bränden.

 Einsatzzahlen:

Noch nie zuvor hat die Notfallseelsorge so viele Einsätze bearbeitet, wie im Jahr 2018. Hier waren die hannoverschen Notfallseelsorger 211 mal im Einsatz. Dieser Trend hat sich im Jahr 2019 nicht fortgesetzt, hier war die Notfallseelsorge Hannover 171 mal im Einsatz. Damit haben sich die Einsatzzahlen gegenüber den Anfangsjahren immer noch nahezu verdreifacht.

Historie:

Anfang 1998 suchte der damalige Propst Funke auf einer katholischen Kirchenkonferenz einen Seelsorger als Ansprechpartner der Feuerwehr Hannover für besondere Notfälle. Matthias Gottschlich erklärte sich bereit, diese Herausforderung anzugehen.

In der Orientierungsphase, in der Herr Gottschlich den Einsatzalltag der Einsatzkräfte in den Feuer- und Rettungswachen kennenlernte, wurde schnell klar, dass die Aufgabe allein nicht zu bewältigen war. Zusammen mit seinem evangelischen Kollegen Manfred Schmidt-Kirchner sollten weitere Notfallseelsorger aus dem Kreise der hauptamtlichen Mitarbeiter*innen der evangelischen und katholischen Kirche gewonnen werden. Weitere sieben Kollegen erklärten sich zur Mitarbeit in der Notfallseelsorge Hannover bereit.

Besonders die Eindrücke des schweren Zugunglücks im Juni 1998 in Eschede zeigten deutlich auf, dass es mit gut geschulten Notfallseelsorger*innen ein professionelles psychosoziales Unterstützungsangebot für betroffene Menschen bei und nach belastenden Einsätzen geben muss. Am 01.02.1999 erhielten neun Notfallseelsorger vom damaligen Dezernenten Frank Bsirske die Ernennungsurkunde und wurden als Fachberater Seelsorge in die Feuerwehr Hannover integriert.

Im Zuge der Weiterentwicklung mit bundesweiten Standards im Bereich der psychosozialen Notfallversorgung kam es zur weiteren Professionalisierung der Notfallseelsorge und zur Implementierung von erweiterten Ausbildungsinhalten im Bereich der rettungsdienstlichen und feuerwehrtechnischen Ausbildung.

Von den damaligen insgesamt neun Fachberatern Notfallseelsorge ist Matthias Gottschlich heute der einzige, der von Anfang an dabei war.

Im Rahmen einer feierlichen Jubiläumsveranstaltung am 01.02.2019 begingen zahlreiche Gäste aus Kirchen, von den Beauftragten im Rettungsdienst, von der Polizeidirektion Hannover sowie der Feuerwehr Hannover das 20-jährige Jubiläum im Gartensaal des Neuen Rathauses und unterstrichen, dass die Notfallseelsorge Hannover ein fester Bestandteil der Notfallversorgung in der Landeshauptstadt ist.