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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

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Unterstützungseinsatz „G20-Gipfel“

Einsatzkräfte der hannoverschen Feuerwehr wohlbehalten aus Hamburg zurückgekehrt

10.07.2017 - Alle 90 Einsatzkräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr Hannover sind am gestrigen Sonntag vom Unterstützungseinsatz „G20-Gipfel“ unversehrt wieder in der niedersächsischen Landeshauptstadt eingetroffen. Es hat bei den Einsatzkräften keine mit den gewalttätigen Ausschreitungen in Zusammenhang stehenden Vorfälle gegeben. Vor Ort in Hamburg erfolgte die Besetzung von bis zu 43 Einsatzfunktionen mit verschiedenen Einsatzaufträgen. Da der Einsatz seit dem 29.06.2017 über insgesamt elf Tage andauerte, erfolgte  ein Personalaustausch vor Ort in mehreren Kontingenten.

Die hannoversche Feuerwehr gehörte zu einem Unterstützungskontingent, welches die Feuerwehr Hamburg in Form eines Amtshilfeersuchens deutschlandweit aus mehreren Städten, so z.B. Berlin, Köln, Dortmund und Frankfurt für die Aufgabengebiete Brandschutz, Rettungsdienst und Spezialaufgaben frühzeitig angefordert hatte. Ein Personal- und Einsatzplanungsstab der Feuerwehr hatte den Unterstützungseinsatz in Hamburg über mehrere Wochen akribisch vorbereitet.

Alle 90 Einsatzkräfte von Freiwilliger und Berufsfeuerwehr sind gesund wieder in Hannover eingetroffen. Es hat nach den mitunter beunruhigenden Bildern, die über Medien und soziale Netzwerke verbreitet wurden, bei den hannoverschen Kräften keine mit den gewalttätigen Ausschreitungen in Zusammenhang stehenden Vorfälle gegeben. Vor Ort in Hamburg erfolgte die Besetzung von bis zu 43 Einsatzfunktionen mit verschiedenen Einsatzaufträgen. Da der Einsatz seit dem 29.06.2017 über insgesamt elf Tage andauerte, erfolgte  ein Personalaustausch vor Ort in mehreren Kontingenten. Die Rückkehr der letzten hannoverschen Brandschützer mit allen 15 Einsatzfahrzeugen erfolgte am Sonntagnachmittag, 09. Juli 2017 gegen 16:00 Uhr.

Die Feuerwehr Hannover hatte aus Hamburg Anforderungen für drei Einsatzaufträge erhalten:

  1. Einsatzauftrag Transport von Einsatzkräften und Delegationen (Bereitstellungsraum des Feuerwehrbusses war die Hamburger Feuerwehrakademie).
  2. Einsatzauftrag Sicherstellung der Dekontamination von Personen im Rahmen der ABC-Gefahrenabwehr (Bereitstellungsraum dieser Spezialeinheit war die Hamburger Feuerwehrakademie).
  3. Einsatzauftrag Sicherstellung des Brandschutzes an Gebäuden im Sicherheitsbereich (Bereitstellungsraum der Drehleiterfahrzeuge war die Hamburger Feuerwehrakademie, Löschfahrzeuge und Rettungswagen waren an den Objekten stationiert).

Die Unterbringung aller hannoverschen Einsatzkräfte zu den Ruhezeiten erfolgte im Gresham Carat Hotel.

Besonders akribische Vorbereitungen waren für die Akkreditierung der Einsatzkräfte im Hochsicherheitsbereich erforderlich, die den Einsatzauftrag Sicherstellung des Brandschutzes an Gebäuden zu erledigen hatten. Zwei Löschfahrzeuge sowie Rettungswagen wurden zur Sicherstellung des Brandschutzes am Hamburger Side-Hotel sowie am Gästehaus des Senats stationiert. Hier waren der amerikanische Außenminister sowie US-Präsident Trump zu Gast. Erfahrungen aus dem Einsatz bei dem Besuch des ehemaligen amerikanischen Präsidenten Obama in Hannover waren hier sehr hilfreich.

Der Leiter der Feuerwehr, Claus Lange, lobte besonders die hohe Motivation und Einsatzbereitschaft aller beteiligten hannoverschen Einsatzkräfte. Sie engagierten sich bei diesem besonderen Einsatz in dienstfreier Zeit und haben sich freiwillig dazu gemeldet. Ehrenamtliche Einsatzkräfte konnten Urlaubsregelungen mit ihren Arbeitgebern treffen oder der entstandene Verdienstausfall wird erstattet. „Die Einweisung sowie Betreuung durch die Hamburger Kolleginnen und Kollegen vor Ort sowie die Zusammenarbeit aller Sicherheitskräfte von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst war vorbildlich“, fügte er an.

Hintergrundinformationen zu den Einsatzaufträgen der Feuerwehr Hannover:

Einsatzauftrag: Transport von Einsatzkräften und Delegationen

Der Abmarsch dieser Einheit nach Hamburg fand am Donnerstag, 29.06.2017 um 07:00 Uhr statt. Die Einheit umfasst einen Großeinsatzwagen (GEW 54, Feuerwehrbus) sowie insgesamt vier Einsatzkräfte der Berufsfeuerwehr.

Einsatzauftrag: Sicherstellung der Dekontamination von Personen im Rahmen der ABC-Gefahrenabwehr

15 Einsatzkräfte zur Erledigung der Spezialaufgabe „Schutz vor atomaren, biologischen sowie chemischen Gefahren (ABC-Gefahrenabwehr)“ von der Fachgruppe Dekontamination, bestehend aus Kräften der Ortsfeuerwehren Davenstedt, Limmer und Linden sowie der Berufsfeuerwehr wurden am Dienstagmorgen (04.07.2017) vom Leiter der Feuerwehr Claus Lange und seinem Stellvertreter Dieter Rohrberg persönlich verabschiedet. Sammelplatz für den Abmarsch war das Feuerwehrhaus der Ortsfeuerwehr Davenstedt. Die Einheit umfasste ein Einsatzleitfahrzeug, ein Wechselladerfahrzeug mit einem Abrollbehälter zur Dekontamination von Zivilpersonen (AB Dekon-Z) nach Gefahrgut- oder Chemieunfällen sowie ein Hilfeleistungslöschfahrzeug (HLF 20) und zwei Mannschaftstransportfahrzeuge (insgesamt fünf Fahrzeuge). Der Einsatzzeitraum dieser Einheit war vom 04.07.2017 bis 09.07.2017.

Kernelement dieser Spezialeinheit der ABC-Gefahrenabwehr ist der Abrollbehälter Dekon-Z. Mit diesem Abrollbehälter ist eine schnelle Dekontamination von vielen Personen möglich.

An einer möglichen Einsatzstelle wird der Abrollbehälter vom Wechselladerfahrzeug abgesattelt und von den Einsatzkräften betriebsbereit gemacht.  Unter anderem erfolgen die Herstellung einer Wasserversorgung sowie der Aufbau von vier an den Abrollbehälter angebauten Zelten. Die betroffenen kontaminierten Personen müssen dann entkleidet, dekontaminiert und anschließend mit der auf dem Abrollbehälter bereit gestellten Ersatzkleidung wieder eingekleidet oder zur medizinischen Versorgung, z.B. an einen Behandlungsplatz, übergeben werden. Eine Besonderheit stellt ein Schienensystem dar, auf dem verletzte Personen auf Schaufeltragen liegend dekontaminiert werden können. Dieses kann bei Bedarf in eine Duschzelle integriert werden. Somit ist es möglich, Patienten vom Zelt im verunreinigten (Schwarz-)bereich über die Duschzelle in das Zelt im sauberen (Weiß-)bereich zu transportieren.

Einsatzauftrag: Sicherstellung des Brandschutzes an Gebäuden im Sicherheitsbereich

Zwei Teileinheiten, die zum Brandschutz an Gebäuden im Sicherheitsbereich des G20-Gipfeltreffens eingesetzt wurden, sammelten sich am Mittwoch, 05.07.2017 auf dem Gelände der Feuer- und Rettungswache 4 im Stadtteil Bornum. Die zwei Teileinheiten bestanden jeweils aus einem Einsatzleitfahrzeug, einem Hilfeleistungslöschfahrzeug, einem Drehleiterfahrzeug und einem Rettungswagen. Zwei Mannschaftstransportwagen komplettieren die Einheit mit insgesamt acht Fahrzeugen und 24 Einsatzkräften der Berufsfeuerwehr