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Zwei Autos der Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke

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Brandeinsatz

Erneut brennen Oldtimer in einer Tiefgarage

25.10.2020 - Die Feuerwehr Hannover bekämpfte am Sonntagnachmittag in einer Tiefgarage in der Alten Döhrener Straße den Brand von drei alten Fahrzeugen. Die großen Abmessungen der Tiefgarage verbunden mit der sehr starken Rauchentwicklung erforderten einen umfassenden Einsatz unter Atemschutz. Zudem galt es vier Häuser zu räumen und die Bewohnerinnen und Bewohner zu betreuen. Die Feuerwehr war deshalb mit einem Großaufgebot im Einsatz. Verletzt wurde niemand. Es entstand ein erheblicher Sachschaden.

Lagebesprechung am ELW der EInsatzleitung. © Feuerwehr Hannover

Lagebesprechung am ELW der EInsatzleitung.

Gegen 15:15 Uhr erhielt der Regionsleitstelle zunächst die Meldung über einen Wohnungsbrand in der Alten Döhrener Straße. Daraufhin wurden der Löschzug der Feuer- und Rettungswache 3, die Ortsfeuerwehr Wülfel sowie ein Rettungswagen
alarmiert. Vor Ort stellten die Einsatzkräfte fest, dass es nicht in einer Wohnung, sondern in der Tiefgarage unter dem Wohnkomplex brannte. Zudem ergab die Erkundung, dass die Treppenräume zwei Gebäuderiegeln leicht verraucht waren. Der Einsatzleiter erhöhte deshalb umgehend die Alarmstufe und forderten einen weiteren Löschzug sowie einen zusätzlichen Rettungswagen und einen Notarzt an.

Parallel zur Räumung der beiden Häuserriegel drangen mehrere Trupps unter Atemschutz von zwei Seiten zur Brandbekämpfung in die Tiefgarage ein. Diese umfasst drei Abteile, von denen zwei jeweils eine Grundfläche von 1500 m² mit je 50 Stellplätzen und ein Abteil eine Fläche von rund 300 m² mit 10 Stellplätzen aufweisen. Im letztgenannten Abteil, welches von der Einfahrt der Tiefgarage in der Alten Döhrener Straße rund 100 Meter entfernt liegt, brannten drei alte Fahrzeuge – ein VW Käfer Cabrio, ein Mercedes SL und ein BMW 2000.

Aufgrund der Ausdehnung der Tiefgarage und der sehr starken Verrauchung gestaltete sich das Auffinden der brennenden Fahrzeuge für die unter Atemschutz vorgehend Trupps schwierig. Trotzdem gelang es den hannoverschen Brandschützern die Flammen bereits gegen 16:00 unter Kontrolle zu bringen. Um 16:45 Uhr wurde dann „Feuer aus“ gemeldet. Zur Belüftung und damit zur Verbesserung der Sichtverhältnisse kamen schon während der Brandbekämpfung mehrere Hochleistungslüfter zum Einsatz – unter anderem auch das auf einer Selbstfahrlafette fernsteuerbare Löschunterstützungsfahrzeug der Feuerwehr Hannover.

Im weiteren Einsatzverlauf befreiten die  Einsatzkräfte mit den eingesetzten Lüftern sowohl die leicht verrauchten Treppenräume als auch die Tiefgarage vom giftigen Brandrauch. Während der Einsatzmaßnahme betreuten die Brandschützer 35 der 64 in den geräumten Häusern gemeldeten Bewohnerinnen und Bewohner – 20 von ihnen zeitweise in einem Großeinsatzwagen der Feuerwehr Hannover. Durch die hohe Wärmebeaufschlagung entstanden im Bereich der brennenden Fahrzeuge Schäden an der Betondecke. Die Begutachtung dieser Schäden durch einen Baustatiker ergab, dass akut keine Einsturzgefahr besteht. Allerdings beschädigten die Flammen die die Elektroversorgungsleitung des Gebäudes mit der Hausnummer 84 derart stark, dass dieses durch den Energieversorger sicherheitshalber komplett stromlos geschaltet werden musste. Die Bewohnerinnen und Bewohner dieses Hauses fanden glücklicherweise alle bei Verwandten und Bekannten eine vorübergehende Bleibe.

Alle Personen aus  den anderen geräumten Häusern konnten nach Abschluss der Belüftungsmaßnahmen wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Die Feuerwehr Hannover war mit einem Großaufgebot bestehend aus drei Löschzügen der Berufsfeuerwehr, einer Ortsfeuerwehr, zwei Rettungswagen einem Notarzteinsatzfahrzeug sowie Spezialfahrzeugen für Belüftungsmaßnahmen und Atemschutznachschub mit insgesamt 78 Einsatzkräften vor Ort. Die letzten Einsatzkräfte verließen die Einsatzstelle um 19:30 Uhr. Verletzt wurde glücklicherweise niemand. Es entstand ein erheblicher Sachschaden, der nach ersten Schätzungen der Ploizei mindestens 400.000 Euro beträgt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen und prüft einen Zusammenhang zu Oldtimer-Bränden der letzten Wochen.