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Symbolbild Feuerwehr Hannover © Ulrich Reinecke Photography

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Brandschutz und Brandprävention

Rauchmelder.­Retten.­Leben

Die Initiative „Rauchmelder retten Leben“ und die Feuerwehren in ganz Deutschland stellen die Verbraucheraufklärung in den Mittelpunkt. Denn 360 Menschen kommen immer noch jedes Jahr bei Wohnungsbränden ums Leben. 95 Prozent davon werden nicht Opfer der Flammen, sie ersticken schon vorher an giftigen Rauchgasen. Rauchmelder hätten sie warnen können.

„Im Brandfall verbleiben durchschnittlich vier Minuten zur Flucht. Vielen Menschen ist nicht bewusst, dass eine Rauchgasvergiftung schon nach zwei Minuten tödlich sein kann“, erklärt Christian Rudolph, Vorstand des Forum Brandrauchprävention e.V. und ergänzt: „Ein Rauchmelder verschafft genau die entscheidenden Minuten Vorsprung, um sich in Sicherheit zu bringen.“ Wichtig dabei sind die richtige Installation und Verlässlichkeit des Rauchmelders. Bei der Vielzahl der vorhandenen Geräte am Markt gibt es deutliche Qualitätsunterschiede. Immer wieder fragen Verbraucher: Woran erkenne ich gute Rauchmelder? Wer ist für ihre Installation und Wartung zuständig? Wo müssen Rauchmelder  aufgehängt werden und wie hört sich ein Alarm an?  Die Aufklärungskampagne „Rauchmelder retten Leben“ gibt Antworten auf diese Fragen:

Alarm-Beispieltöne und Tipps zur Wartung

Neben den Tipps zur richtigen Pflege sind ab sofort auch verschiedene Alarm- und Batteriewarntöne von Rauchmeldern auf der Website von „Rauchmelder retten Leben“ abrufbar. Diese Beispieltöne helfen den Verbrauchern festzustellen, ob eine Rauchmelderbatterie schwach wird und ausgetauscht werden muss.

CE-Kennzeichnung bei Rauchmeldern nicht ausreichend

Gesetzlich vorgeschrieben für Rauchmelder sind das CE-Kennzeichen und die DIN-Angabe EN 14604. Dieser Mindeststandard reicht aber nicht aus, um einen qualitativ hochwertigen von einem einfachen Rauchmelder zu unterscheiden. Der Qualitätsunterschied ist von außen nicht erkennbar. Um Verbrauchern mehr Sicherheit bei der Auswahl eines Rauchwarnmelders zu geben, wurde das „Q“ als ein unabhängiges Qualitätszeichen für hochwertige Rauchmelder eingeführt. Rauchmelder mit „Q“ vermeiden Fehlalarme, sind stabiler, langlebiger und sie haben eine fest eingebaute Batterie mit mindestens zehn Jahren Lebensdauer. Der jährliche Batterieaustausch wird also vermieden. „Q“-Rauchmelder gibt es ab rund 25 Euro im Handel.

Rauchmelder retten Leben – besonders in der Weihnachtszeit

Rauchmelder verringern die Gefahr, dass sich Brände unbemerkt entwickeln und so Menschenleben gefährden. Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein. Der laute Alarm des Rauchmelders warnt Sie auch im Schlafrechtzeitig vor der Brandgefahr und gibt Ihnen den nötigen Vorsprung, sich und Ihre Familie in Sicherheit zu bringen und die Feuerwehr zu alarmieren.

Kauftipp zu Weihnachten: Schenken Sie Rauchmelder!

Rauchmelderpflicht ist Ländersache

Die Rauchmelderpflicht für privaten Wohnraum gilt in allen 16 Bundesländern. Geregelt wird die Rauchmelderpflicht für Privathaushalte in der Landesbauordnung des jeweiligen Bundeslandes. Dort steht, wer den Rauchmelder anbringt sowie welche Räume auszustatten sind. Dabei gilt für alle Bundesländer:

Neu- und Umbauten sind mit Rauchmeldern auszustatten – und zwar durch die Eigentümer.

Für die Ausstattung von Bestandsbauten sind ebenfalls die Eigentümer in der Pflicht, jedoch gelten hier Übergangsfristen, bis wann die Ausstattung mit Rauchmeldern erfolgt sein muss. Die Übergangsfristen regelt jedes Bundesland unterschiedlich. Einzige Ausnahme: Sachsen. Hier gilt die Rauchmelderpflicht bislang nur für Neu- und Umbauten, nicht für den Bestand.

Rauchmelderpflicht in Niedersachsen seit 01.11.2012

Der Niedersächsische Landtag verabschiedete im März 2012 die neue Niedersächsische Bauordnung. Damit wurde auch in Niedersachsen die Rauchmelderpflicht für private Wohnungen eingeführt. Für Neubauwohnungen gilt mit in Kraft treten der Bauordnung das Gesetz ab dem 01.11.2012. Bereits errichtete oder genehmigte Wohnungen müssen mit einer Übergangsfrist bis zum 31. Dezember 2015 mit Rauchmeldern ausgestattet werden.

Die Regelung gilt für Schlaf- und Kinderzimmer sowie für Flure, die als Rettungswege dienen. Der Eigentümer der Wohnung wird zum Einbau der Rauchmelder verpflichtet, die Mieter hingegen müssen die Geräte funktionsfähig halten.

Regelmäßige Wartung

Der beste Rauchmelder kann im Ernstfall nicht funktionieren, wenn z. B. die Batterie leer oder der Rauchmelder stark verschmutzt ist. Daher ist eine regelmäßige Wartung unbedingt notwendig. Eigentümer, die ihre Wohnung oder ihr Haus selbst bewohnen, sind für die Funktionsfähigkeit ihrer Rauchmelder persönlich verantwortlich. Die Wartung beinhaltet u. a. das Drücken der Prüftaste nach Herstellerangaben, um zu schauen, ob dieBatterie und der Alarmgeber noch funktionieren. Des Weiteren sollte auch genau kontrolliert werden, ob die Öffnungen am Rauchmelder frei von Staub und Flusen sind. Unabhängig vom Drücken der Prüftaste ist ein Batteriewechsel erforderlich, wenn der Rauchmelder einen Warnton aussendet.

Wer mit der Installation und der Wartung ganz auf Nummer sicher gehen will, beauftragt am besten einen Dienstleister, der z. B. den bundesweiten Standard des Forums Brandrauchprävention „Q-Geprüfte Fachkraft für Rauchwarnmelder“ erfüllt und damit über die geeigneten Qualifikationen verfügt.

Weitere Informationen zum bundesweiten Rauchmeldertag und zu den Anforderungen an Heimrauchmeldern finden Sie auf

www.rauchmelder-lebensretter.de

Fünf Tipps für den Brandfall - Was tun wenns brennt

  1. Wenn es in der Wohnung brennt, verlassen Sie die Wohnung: Halten Sie sich nicht damit auf, Gegenstände mitzunehmen. Helfen Sie stattdessen anderen Haushaltsmitgliedern beim Verlassen der Wohnung. Bewahren Sie dabei Ruhe und geraten Sie nicht in Panik – Unruhe und Panik übertragen sich schnell auf andere Menschen. Um ein Ausbreiten des Feuers zu verhindern, schließen Sie beim Verlassen der Wohnung jede Tür hinter sich. Kriechen Sie bei starkem Rauch in Bodennähe und vermeiden Sie das Einatmen von Brandrauch. Halten Sie sich, wenn möglich, ein nasses Tuch vor Mund und Nase.Wenn Sie sich in Sicherheit gebracht haben, alarmieren Sie von außerhalb der Wohnung die Feuerwehr über die Rufnummer 112. Sprechen Sie ruhig und deutlich und beantworten Sie Fragen der Leitstelle
  2. Benutzen Sie im Brandfall niemals den Aufzug: Wenn während der Fahrt der Strom ausfällt, sitzen Sie im Fahrstuhl fest. Der Brandrauch wird durch den sogenannten “Kamineffekt” auch durch den Fahrstuhlschacht geführt, die giftigen Gase breiten sich dadurch in der Fahrstuhlkabine aus. Ein weiteres Szenario: Öffnet der Fahrstuhl in einem Stockwerk, in dem sich bereits Brandrauch entwickelt hat, wird die Lichtschranke durch den dichten Rauch blockiert und ein Schließen der Fahrstuhltür ist nicht mehr möglich. Der Fahrstuhl steckt in diesem Stockwerk fest – und Sie mit ihm. Die Überlebenschancen in beiden Situationen sind sehr gering. Denn schon wenige Atemzüge von Brandrauch genügen, um das Bewusstsein zu verlieren. Nutzen Sie deshalb im Brandfall auf keinen Fall den Fahrstuhl zur Flucht.
  3. Wenn es im Treppenhaus brennt, bleiben Sie in der Wohnung: Sollte es im Treppenhaus brennen, fliehen Sie auf keinen Fall durch den verrauchten Treppenflur – schon ein paar Atemzüge von Brandrauch führen zur Bewusstlosigkeit und in der Folge zum Tod. Bleiben Sie unbedingt in der Wohnung, schließen Sie die Wohnungstür und dichten Sie diese mit einer feuchten Decke oder Handtuch ab. Alarmieren Sie in der Wohnung die Rettungskräfte (112).
  4. Warten Sie am Fenster, bis die Feuerwehr Sie rettet: Machen Sie sich am Fenster für die anrückende Feuerwehr bemerkbar. Bewahren Sie Ruhe und wirken Sie beruhigend auf andere Mitbewohner ein. Die Rettungskräfte sind im Durchschnitt nach 8 bis 10 Minuten rechtzeitig am Einsatzort.
  5. Folgen Sie während der Rettung den Anweisungen der Feuerwehr: In der Regel erfolgt die Rettung durch die Feuerwehr mit sicheren Fluchthauben über das Treppenhaus. Wenn die Umstände es erforderlich machen und es möglich ist, erfolgt auch eine Rettung über Ihr Fenster oder den Balkon.
    Das Sprungpolster kommt als letzte Option nur dann zum Einsatz, wenn es den Rettungskräften nicht möglich ist, die Bewohner über das Treppenhaus oder über einen Rettungskorb in Sicherheit zu bringen.

Hier gelangen sie zum Erklärvideo - Verhalten im Brandfall...