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TransMiT

Ressourcenoptimierte Transformation von Misch- und  Trennentwässerung in Bestandsquartieren mit hohem Siedlungsdruck

Auf einem Tisch liegende Projektskizze mit vielen handschriftlichen Hinweisen auf farbigen Zetteln auf einer Planfläche. © LHH

Einblick in einen interaktiven Workshop

Im Rahmen der Fördermaßnahme „Ressourceneffiziente Stadtquartiere der Zukunft“ befasst sich das Verbundprojekt mit der klimaangepassten Transformation bestehender Stadtquartiere und deren Entwässerungssysteme.
Die zunehmenden Starkregenereignisse, die wachsenden Stadtquartiere und die zunehmende Hitzebelastung stellen die Siedlungsentwässerung, die Stadtplanung und die Grünflächenplanung vor große Herausforderungen.

Braunschweig, Hannover und Hildesheim

Am Beispiel von drei Quartieren der Städte Braunschweig, Hannover und Hildesheim wird gezeigt, wie bei einer Quartiersplanung die städtebaulichen und die wasserwirtschaftlichen Aspekte langfristig und unter Berücksichtigung von Synergieeffekten verknüpft werden können.

Hierzu werden in den drei Quartieren Lösungsansätze auf unterschiedlichen städtischen Planungsebenen umgesetzt.

In Hildesheim soll beispielsweise eine bestmögliche Ausnutzung der Kläranlagenkapazität erreicht werden, um bei Starkregenereignissen den Mischwasserabfluss in das Gewässersystem zu verringern.

In Braunschweig wird Niederschlagswasser von Fassaden und Straßen hinsichtlich des Eintrags von Schädlingsbekämpfungsmitteln und Mikroplastik untersucht.

In Hannover werden u. a. die notwendigen Veränderungen der Verwaltungsprozesse zur Ermöglichung einer integralen Planung, Finanzierungsmodelle und betriebliche Aspekte wassersensibler Architekturelemente (Dachbegrünung, Fassadengestaltung mit Moos, Hinterhofteiche) behandelt.

Ziel dabei ist es, ein gesamtstädtisches Konzept aufzubauen, welches auch die z. T. vorhandenen unterschiedlichen Ziele und dadurch entstehende Interessenskonflikte in den Planungsprozessen berücksichtigt. Neben der Starkregen- und Entwässerungsthematik wird auch das ebenfalls durch den Klimawandel verstärkte Thema der Hitzebelastung in urbanen Stadtquartieren mitbetrachtet und auf Synergieeffekte hin untersucht.

Die Ergebnisse werden als methodische Praxisempfehlungen und als webbasierter Modulkatalog zur Unterstützung von Planungs- und Strategieprozessen veröffentlicht.

Stadtentwässerung Hannover und der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün

Die Stadtentwässerung Hannover und der Fachbereich Umwelt und Stadtgrün arbeiten Hand in Hand um die notwendige Anpassung der Planungsprozesse für die Klimaanpassung der Bestandsstadtquartiere auszuarbeiten. Beispielsweise wird untersucht wie in Hannover der Einsatz von blau-grünen Maßnahmen in der Stadt mobilisiert werden kann. Solche Maßnahmen bringen nicht nur eine Reduzierung der Gewässerbelastung, durch verminderte Einleitung von Regen- und Mischwasser, sondern können auch für eine sommerliche Hitzereduktion, durch Bepflanzung und die Verdunstungskühlung, sorgen. Auch wird untersucht wie die Zwischenspeicherung von Niederschlagswasser durch Dachbegrünung oder Zisternen stärker honoriert werden kann.

Es soll ein Anreiz für städtische Fachbereiche und Privatpersonen geschaffen werden solche Maßnahmen umzusetzen und so einen Mehrwert für die gesamte Stadtbevölkerung zu schaffen.

Insbesondere im Hinblick auf den Klimawandel ist die Umsetzung dieser Maßnahmen wichtig, aus finanziellen Gründen und der nicht eindeutigen fachlichen Zuständigkeit aber oftmals schwierig. Hierzu wird ein innovatives Finanzierungsmodell erarbeitet. Dieses soll die Umsetzung solcher Maßnahmen fördern, die einen Nutzen für andere, die Allgemeinheit, haben: Verschattung, Frischluftzufuhr, Speichern von Regenwasser zur Nutzung im Trockenperioden, etc. Viele der genannten Maßnahmen sind bereits bekannt und nach ihrem Nutzen klassifizierbar (Speicherkapazität, Kühlwirkung, Rückhaltevermögen, etc.). Zur Erfassung weiterer Nutzen werden direkt in Innenhöfen und an Bestandsgebäuden in Hannover Messdaten erhoben und in das Finanzierungsmodell eingebunden.

Förderung

Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) über die Laufzeit von 3 Jahren (01.04.2019 – 31.03.2022) mit dem Förderkennzeichen 033W105A-M.

Verbundpartner sind: Leibniz Universität Hannover; Technische Universität Braunschweig; Technische Universität Dortmund; Universität Leipzig; BPI Hannover Verworn Beratende Ingenieure; Spar- und Bauverein eG; Wohnungsgenossenschaft Gartenheim eG; Landeshauptstadt Hannover, Stadtentwässerung Braunschweig GmbH; Stadtentwässerung Hildesheim.

Stadtentwässerung Hannover

Bereich Planung und Bau