HANNOVER.DE | Das offizielle Portal der Region und der Landeshauptstadt Hannover

Emmy-Lanzke-Weg

Mehr Insektenschutz durch bessere Vernetzung in Vahrenheide

"Grenzen überwinden für mehr Insektenschutz - Vernetzung von Maßnahmen und Akteuren im Siedlungsraum": So lautet der ausführliche Titel der Projektidee, für welche die Landeshauptstadt Hannover als eine von 40 Kommunen im bundesweiten Wettbewerb "Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt" ausgezeichnet wurde. 

Ein Grünzug zwischen Wohngebäuden. © Thomas Langreder

Der Grünzug Emmy-Lanzke-Weg in Hannover-Vahrenheide bildet den Kern des Projektgebietes. 

Damit verbunden ist ein Preisgeld in Höhe von 25.000 Euro für die Umsetzung von Maßnahmen zur Förderung von Stadtnatur und Insekten. Das Projekt wird in Kooperation zwischen dem Fachbereich Umwelt und Stadtgrün und der hanova Wohnen GmbH durchgeführt. Insgesamt hatten sich 332 Kommunen mit ihren Ideenskizzen an dem Wettbewerb beteiligt.

Ein Zukunftsprojekt für mehr Insektenschutz im Siedlungsbereich

Mit dem Projekt soll aufgezeigt werden, wie Grünflächen der öffentlichen Hand und kommunaler Wohnungsbauunternehmen im räumlich-funktionalen Zusammenhang für den Insektenschutz entwickelt werden können. Durch die Kooperation mit der hanova Wohnen GmbH stehen neben öffentlichen Grünflächen auch umfangreiche Flächen im Wohnumfeld für das Vorhaben zur Verfügung. Kerngebiet des Projektes ist ein Teil des Grünzugs „Emmy-Lanzke-Weg“ in Hannover-Vahrenheide.

Ab dem 26. November 2020 wird mit der Realisierung des Projektes begonnen, dessen Umsetzungsphase insgesamt auf zwei Jahre angelegt ist. Die öffentlichen Flächen des Grünzugs werden dann in Teilen auf eine insektenfreundliche Pflege (z. B. mosaikartige Mahd) umgestellt. Darüber hinaus werden, in geeigneten Bereichen, artenarme Flächen durch Ansaat in artenreiche Blühflächen umgewandelt und "wilde Ecken" als Rückzugsorte für Insekten geschaffen. Im Wohnumfeld sollen die Nahrungsgrundlagen für Insekten z. B. durch die Pflanzung von heimischen Gehölzen und Stauden verbessert werden. Um eine möglichst große Akzeptanz seitens der Anwohner*innen zu erreichen, werden dabei gestalterische Aspekte besonders berücksichtigt.

Nistmöglichkeiten sollen sowohl durch Nisthilfen ("Insektenhotels"), als auch durch Kleinstlebensräume (offene Sandflächen, Totholz) geschaffen werden. Um eine funktionale Verzahnung der Grünflächen und der Bebauung zu ermöglichen, sind zudem Nisthilfen an Fassaden und Dächern vorgesehen.

Die Bewohner*innen der Gebäude der Wohnungsbaugesellschaft hanova sollen dazu motiviert werden, ihre Balkone zu begrünen. Um dies zu realisieren, ist die Bereitstellung von Saatgut vorgesehen. Darüber hinaus können sich die Bewohner*innen an Pflanz- und Pflegemaßnahmen beteiligen. Die Umsetzung der Maßnahmen wird durch ein ökologisches Monitoring, Öffentlichkeitsarbeit und eine gezielte Umweltbildung begleitet.

Wettbewerb "Naturstadt – Kommunen schaffen Vielfalt"

Der Wettbewerb wird vom Bündnis "Kommunen für biologische Vielfalt" durchgeführt und im Bundesprogramm Biologische Vielfalt durch das Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesumweltministeriums gefördert. Insgesamt gingen 332 Beiträge aus 310 verschiedenen Kommunen Deutschlands ein. Aus den eingereichten Wettbewerbsbeiträgen wählte eine Fachjury die 40 besten Projektideen aus. Maßgeblich waren hierbei, inwieweit die Projektideen zu Verbesserungen für Stadtnatur, Insekten und deren Lebensräumen führen, zu Umweltbildung und gesellschaftlichem Engagement beitragen, nachhaltig wirken, vorbildlich und innovativ sind.