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Stadtnatur

Hannovers Wildnis-Flächen

Im Projekt "Städte wagen Wildnis" wurden verschiedene Flächen im Stadtgebiet von Hannover ausgewählt, auf denen sich seit 2016 Wildnis entwickeln darf. Die Wildnis-Gebiete sind einfach zu erkennen an den drei Meter hohen Holzstelen, auf denen die "Wildnis-Asseln" über die Stadtnatur wachen, die orange-roten Tierchen sind die Maskottchen des hannoverschen Projekts. 

Eine Stele mit einer Assel in der Natur. © LHH

Die Wildnis-Stele nahe des Lindener Bergs.

Als Projektflächen wurden folgende Gebiete ausgewählt:

Die "wilden Grünzüge"

Grünzüge sind die grünen Adern der Stadt. Hier finden Mensch und Tier Erholung und Rückzugsmöglichkeiten. Die Pflanzen sind gut an das städtische Klima angepasst und gelegentlich finden sich sogar seltene Arten, die sich gerade hier wohlfühlen. Für die städtische Artenvielfalt sind Grünzüge von hoher Bedeutung. Das Projekt stärkt und erhöht in den Grünzügen die Artenvielfalt von Flora und Fauna und leistet gleichzeitig einen Beitrag zum Klimaschutz in der Stadt. Die wichtigsten Maßnahmen sind dabei die Verringerung der Mahd und die Anpassung der Mahdzeitpunkte an die örtlichen Gegebenheiten. Außerdem wurden zwei Weideflächen eingerichtet, auf denen für wenige Wochen im Jahr Schafe grasen, die durch ihren Verbiss die Strukturvielfalt erhöhen. Als Projektflächen wurden folgende Grünzüge ausgewählt: der Lindener Berg in Linden, ein Grünzug an der Fösse in Badenstedt, Grünzug Kirchhorster Straße in Lahe und ein Grünzug am Messeschnellweg in Groß-Buchholz.

Die "wilden Inseln"

Als wilde Inseln werden die Projektflächen bezeichnet, die relativ isoliert zu anderen Grünflächen liegen. Das Besondere ist hier, dass die Gebiete von Straßen und anderen Infrastrukturen umgeben sind, sodass Pflanzen und Tiere nicht über andere Flächen (ein-) wandern können. Die ökologischen Maßnahmen wurden hier entsprechend kleinräumig umgesetzt, das heißt die Mahd wurde verringert und teilweise kann sogar gänzlich auf Pflegemaßnahmen verzichtet werden. Die wilden Inseln sind der sogenannte "Struthofs Kamp", eine Bodenbrache gegenüber vom Kinderwald in Stöcken und die dreieckige Grünfläche am Grünberger Weg hinter der Stadtbahnhaltestelle "Am Mittelfelde" in Mittelfeld.

Post-industrielle Wildnis

Im Stadtteil Linden ist bis heute das alte Gleisbett der ehemaligen Kohlenbahn sichtbar, das seit Jahren in einem grünen Dörnröschenschlaf liegt. Die Gleise laufen vom Heizkraftwerk am Küchengarten bis hin zum Lindener Hafen und wurden mittlerweile in Teilbereichen asphaltiert. Der vordere Bereich bis zur Bardowicker Straße gehört zum Projekt "Städte wagen Wildnis". Hier wird die Wildnis, die größtenteils aus wilden Brombeeren besteht, zugelassen und beobachtet. In einem dicht besiedelten Stadtteil wie Linden ist dadurch ein wichtiger Rückzugsort entstanden, der besonders für Vögel attraktiv ist.

Der "wilde Wald"

Die Eilenriede wird bereits seit vielen Jahren durch den städtischen Forstbetrieb naturnah bewirtschaftet und gepflegt. Für das Projekt interessant sind der ehemalige Betriebshof und der dazugehörige alte Kompostplatz in der vorderen Eilenriede und eine Naturwaldparzelle in der südlichen Eilenriede. Auf allen Waldflächen werden keinerlei Maßnahmen ergriffen, da die freie Waldentwicklung im Vordergrund steht.

Wilde Gärten

Der neue "Kleingartenpark" in der Kolonie "Am Othfelde" in Vahrenwald ist noch in der Entstehung. Das Neuartige hier ist die Verbindung zwischen Kleingartenparzellen und "wilden" Gemeinschaftsbereichen. Der erste Bauabschnitt ist fast abgeschlossen, 2021 wird der zweite Bauabschnitt folgen. Interessenten für einen Kleingarten dürfen sich gerne jetzt schon bei der Stadt melden unter staedte-wagen-wildnis@hannover.de.

Nach Abschluss des Projekts am 30. November 2021 werden Auswertungen und andere wichtige Erkenntnisse auf der Projekthomepage www.staedte-wagen-wildnis.de veröffentlicht.