Das eingesetzte Präzisionsgerät misst kontinuierlich das Ausdehnen und Zusammenziehen des Baumstamms und ermöglicht so Rückschlüsse auf den Wasserhaushalt. Alle fünf Minuten erfasst das Dendrometer Stammumfang und Temperatur und überträgt die Daten automatisch per Funk.
Ziel ist es, den Trockenstress von Stadtbäumen genauer zu analysieren und die Auswirkungen des Klimawandels sichtbar zu machen.
Dr. Lena-Marie Kuhlemann und Marcel Bender betreuen das Projekt im Fachbereich Umwelt und Stadtgrün. Für den ersten Einsatz wurde eine Stieleiche (Quercus robur) am Conrad-Wilhelm-Hase-Platz ausgewählt. „Wir haben hier eine der häufigsten Stadtbaumarten in Hannover, an der wir erstmals ein Messgerät im Altbaumbestand anbringen“, sagt Kuhlemann.
Die gewonnenen Daten sollen perspektivisch dazu beitragen, weitere Dendrometer im Stadtgebiet einzusetzen.
Während Jungbäume bereits häufig mit Bodenfeuchtesensoren ausgestattet werden, stellt die neue Technik eine wichtige Ergänzung für ältere Bäume dar.
Der Einbau herkömmlicher Messgeräte ist im Altbaumbestand aufgrund des ausgeprägten Wurzelraums oft technisch schwierig und liefert weniger belastbare Ergebnisse.
Das Dendrometer wird mit einem Edelstahlband am Stamm befestigt, arbeitet nicht-invasiv und liefert präzise Daten zu Wasserdynamiken. Diese ergänzen die KI-gestützten Analysen zur Ermittlung von Trockenheitsrisiken.
Auf Basis der gewonnenen Daten kann die Bewässerung von Stadtbäumen künftig bedarfsgerechter gesteuert werden. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zur klimaangepassten Pflege des Stadtgrüns.
Altbäume spielen eine zentrale Rolle für das Stadtklima: Sie spenden Schatten, verbessern die Luftqualität und stabilisieren das Mikroklima. Ihr Erhalt ist entscheidend für eine klimaresiliente Stadtentwicklung.